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Eine von rund rund 750 Postkarten über Lennep

Historische Postkarte.von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Liebe Freunde des Bergischen Landes. liebe Lenneper,
„ Was macht der Vater – wie geht’s der Mutter?“ heißt es auf dieser schönen Ansichtskarte, die im Juni 1899 in Remscheid abgesandt wurde, und zwar nach Neheim an der Ruhr, später Neheim-Hüsten und heute Stadtteil von Arnsberg. Die Adressatin war eine Louise Heinemann. Natürlich kam damals die Ansichtskarte auch einen Tag später an und erhielt auf der Post den entsprechenden Eingangsstempel.

„Gruß aus dem Bergischen Lande und Lennep“ – so steht es schön bunt gedruckt auf der Bildseite. Dort wurden die damaligen Wahrzeichen des Bergischen Landes abgebildet, und überwiegend sind sie es ja heute noch: das Schloss Burg an der Wupper, die Müngstener Riesenbrücke, ja so hieß sie damals, und die in dieser Zeit entstehenden bergischen Talsperren. Als Beispiel ist hier die neue Remscheider Intze-Talsperre wiedergegeben. Die Ansichtskarte gab es wohl auch schon vor deren Vollendung, denn auf einer früheren Version ist stattdessen eine „Partie an der Wupper“ abgebildet.

Auch das  „Hotel Kaiserhof“ gegenüber dem alten Lenneper Bahnhof war seinerzeit ein solches bergisches Wahrzeichen oder sollte zumindest eines werden. Es krönte das obere Stück der damaligen Kaiserstraße in Lennep, die heute Bahnhofstraße heißt. Direkt nach unten daran angebaut sieht man, ebenfalls mit einem Türmchen oben drauf, das sog. Vereinshaus, in dem die evangelische Gemeinde u.a. das „Bergische Alumnat“ unterhielt, das kurz vor 1910 an der Gabelung von Teichstraße und Hackenbergerstraße einen repräsentativen Neubau bezog, der heute noch besteht.

Vieles in dem einstigen Prachtareal zwischen der Kölner Straße und dem Lenneper Bahnhof wurde im Zweiten Weltkrieg ein Opfer der alliierten Bomben, aber in den Resten des Hotels Kaiserhof war noch längere Zeit die Lenneper Sparkasse untergebracht. Das Hotel war seinerzeit vom Lenneper Bürgermeister Sauerbronn angeregt worden. Wie so manches der Gebäude und die Anlagen drum herum sollte es von einem Anleger auf eigene Kosten und Risiko gebaut werden. Ein Lenneper Baulöwe baute es denn auch so und stieß es später wieder ab. Heute erinnert vor Ort nur noch ein Portikus, Teile des ehemals pompösen Hoteleingangs, an die glanzvolle Vergangenheit der wilhelminischen Prachtstraße zum Lenneper Bahnhof hin, und natürlich die unzähligen, oft auch farbig gestalteten, Ansichtsarten, die im Remscheider Stadtarchiv auch als Originale erhalten sind.

Ja, „was macht der Vater, wie geht´s der Mutter?“ Die Adressseite unserer Ansichtskarte war seinerzeit ausschließlich für die postalischen Angaben nutzbar, und auf der Bildseite findet sich neben den bereits erwähnten Bildmotiven nicht viel Platz. Dennoch wurde er ausgenutzt. Der Absender platzierte hier ein damals in Abwandlungen häufig benutztes Gedicht. Wir lesen: Liebe Louise, ich bin Dir böse!  Und schreibst Du bald nicht – Ein Unglück dann geschieht – Besten Gruss allerseits & für Dich einen Kuss Dein …“

Übrigens, liebe Lennepfreunde, vor nicht allzu langer Zeit erst hatten wir den Internationalen Weltpostkartentag. Diesen gibt es noch nicht lange, und er fällt nach der Auffassung mancher Leute eher unter die Rubrik "Kurioses". Unser heutiges Beispiel einer Ansichtskarte aus dem vorletzten Jahrhundert ist sozusagen auch ein Beitrag dazu. Es stammt aus meiner rund 750 Einheiten umfassenden Ansichtskartensammlung von Lennep, deren Originale sich inzwischen im Remscheider Stadtarchiv befinden. Man sieht, dass das Bergische Land und die damalige Stadt Lennep wunderbare Seiten und viel zu bieten hatten, und dies ist auch heute noch geschichtlich interessant und beileibe nicht nur kurios. Im Internet findet man die Ansichtskartensammlung hier:    http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/year/2008/docId/19626.

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