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"Bingo!"

Anzeige im heutigen Lokalteil des RGA.

Waterbölles-Glosse

Die #5630-Shows wurden für November abgesagt“, überschrieb der Waterbölles am Donnerstag eine Pressemitteilung des Projekt-Teams #5630. Darin hatten Jochen Peitz, Marcel Haupt und Daniel Sperling mitgeteilt, dass die für den 29. und 30. November sowie 1. Dezember als „Veranstaltungen auf höchstem Niveau“ geplanten Shows in der Sporthalle Neuenkamp wegen zu wenigen konkreten Sponsorenverträgen nicht stattfinden könnten. Auch deshalb, weil „in den ersten fünf Wochen des Vorverkaufs nur wenige Karten verkauft (wurden) – weit unter der Erwartung“.

Heute ist klar: Es war zu blauäugig, ein so großes Projekt ohne ausreichend finanzielle Zusagen und nur in einer recht vagen Hoffnung auf weitere Sponsoren anzugehen. Das hätten Leute mit mehr Erfahrung den Akteuren sagen sollen! Die Mitteilung über die Absage der Shows hat mich also nicht überrascht.

Medienpartner des Projekt-Teams #5630 ist der Remscheider General-Anzeiger (RGA). Der berichtete in dieser Woche ebenfalls über die Absage. Doch in der beinahe halbseitigen Anzeige im heutigen Lokalteil erfährt die Leserin / der Leser davon nichts. Zitat:

„#5630 ist ein nachhaltiges Projekt für die Jugend der Stadt Remscheid, in dessen Fokus die Interaktion von Jugendlichen unterschiedlicher Gruppierungen, Vereine und Interessengemeinschaften steht. Es verbindet verschiedene Bereiche der Gesellschaft und Kultur und erschafft dadurch eine Diversität kreativer Spielräume. #5630 ist eine Non-profit-ldee, welche über die Grenzen von Vereinen und Verbänden funktioniert, um viele junge Menschen einzubinden und integrieren zu können. #5630 bietet den Jugendlichen einen Rahmen, um gemeinschaftlich neue Wege zu gehen und die Kultur ihrer Stadt perspektivisch mitzugestalten. Das Projekt #5630 gibt den Begabungen, Ideen und Visionen von jungen Talenten der Stadt eine Bühne. Aus Individuen wird ein „WIR". Gegenseitige Wertschätzung ist die Basis, das Fundament, der Grundstein, dieses Projektes: wir gehen neue Wege, entwickeln neue Ideen - eine Symbiose, die präsentiert wird.

Fassen wir das Wesentliche doch mal zusammen: „Interaktion, Diversität, Symbiose, kreative Spielräume, neue Wege gehen, neue Ideen entwickeln, Kultur perspektivisch mitgestalten, jungen Talenten eine Bühne geben, aus Individuen wird ein ‚WIR‘, gegenseitige Wertschätzung ist die Basis, das Fundament, der Grundstein.“

Alles klar? Nein?! Stimmt. Und wenn ein Soziologie-Professor in einer Vorlesung diese Worthülsen verwenden würde, ich glaube, viele Studenten verlangten von ihm, doch bitte konkreter zu werden.

Die heutige RGA-Anzeige erinnert mich an ein Spiel, das sich 1993 bei Silicon Graphics der Wissenschaftler Tom während einer Präsentation hatte einfassen lassen, in der viele Schlagwörter verwendet wurden: „Buzzword-Bingo“, in der späteren Verbreitung auch „Bullshit-Bingo“ genannt, ist nach Wikipedia eine humoristische Variante des Bingo-Spiels, die die oft inhaltslose Verwendung zahlreicher Schlagwörter auf die Schippe nimmt. Dabei werden, wie beim Bingo-Spiel, unter Zuhörern Karten mit 25 Feldern verteilt, in denen jeweils eine Worthülse steht. Sagt der Redner dieses Wort, wird es angekreuzt. Ist eine Kästchen-Reihe voll, kann der Teilnehmer „Bingo!“ in den Saal rufen – wenn er sich denn traut.

„Bingo!“

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Kommentare

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Norbert Landen am :

Das ist nicht das einzige Bingo des RGA. Dass die Verleger das nicht bemerken?! Wir Leser schon.

Peter Lange am :

Gratulation. Sehr schöner und passgenauer Kommentar!!

Initiative Qualität (IG) am :

Der digitale Strukturwandel der Öffentlichkeit setzt den Journalismus zunehmend unter Druck: Die Glaubwürdigkeit gerät in Gefahr, die Akzeptanz schwindet, und in einigen Bereichen schrumpft mit der Zahl der Nutzer/innen auch die wirtschaftliche Basis. Zugleich destabilisieren Verschwörungstheorien und Fake News durch Desinformation die demokratische Meinungsbildung. Das alles stellt den Journalismus, dessen Arbeitsroutinen und seine gesellschaftliche Aufgabe infrage. Beim 10. Herbstforum der Initiative Qualität im Journalismus (IQ) haben heute in Berlin gut siebzig Branchen-Experten über Kurskorrekturen für den weiteren Weg in die digitale Zukunft diskutiert. Auf der Agenda standen Themen wie Selbstverständnis und Rollenbilder, professionelle und ethische Standards, Storytelling und vor allem Transparenz. Der Kommunikationswissenschaftler Siegfried Weischenberg merkte kritisch an, dass es ein Missverständnis sei, wenn in Deutschland etwa zwei Drittel aller Journalisten der Ansicht seien, sie könnten Realität so abbilden, wie sie sei. Klar sei jedoch, dass Journalismus besser erklären müsse, wie seine Berichterstattung zustande komme. IQ-Sprecherin Ulrike Kaiser resümierte zum Abschluss der Veranstaltung, noch so gute Ideen und Perspektiven würden ohne gesicherte Finanzierung schwer umzusetzen sein. (Matthias Kurp) [Auszug aus Pressemitteilung]

Gerd Rothbrust am :

Im „digitalen Strukturwandel“, im „Netz“ wird JEDE, auch noch so absurde, Meinung/These bedient/bestätigt. Die Kehrseite der fast grenzenlosen Informationsflut ist: Es wird nicht „mit Verstand gelesen“, es wird nicht hinterfragt, und oft mangelt es an Wissen. So kann sich jeder aus dem „Informationsüberfluss“ nach Belieben bedienen. UND es ist wie beim Fastfood: Die schädlichsten Sachen sind die „Billigsten“. So lässt sich das „Machiavelli-Volk“ nach Belieben steuern! Allerdings: Auch Journalismus hat einen Anteil an dieser Misere!

Lothar Kaiser am :

Zum, Glück gibt es seriösen Journalismus immer noch.

Gerd Rothbrust am :

Es wird immer schwieriger, „seriösen Journalismus“ zu erkennen: Skandalblätter, Yellow-Press, Magazine, etc. etc. vieles wird auf Auflage „getrimmt“, oft ist die „Information“ kaum erkennbar, das Niveau sinkt und sinkt, die Wortwahl wird immer „maßloser“, etc., etc. Z.B. bei schweren Unglücken/Straftaten/etc. ist eine ausufernde Wortwahl normal: „…ganz Deutschland ist geschockt…“ oder ähnliche Worthülsen! Ein Schock ist eine lebensbedrohliche Krankheit, sie MUSS behandelt werden. Ich stelle mir dann immer die zig-Millionen Rettungswagen vor, die in Rettungswagen-Staus zu den Krankenhäusern schleichen. „Seriöser Journalismus“ muss etwas tun, um diese Fehlentwicklung zu stoppen! Wie „seriöser Journalismus“ seine Leser findet ist ein zweites Problem.

Heinz Wäscher am :

Jedenfalls kann man sich heutzutage zusätzlich viel einfacher im deutschsprachigen Ausland bzw. der dortigen Presse informieren als das noch vor zwei Jahrzehnten der Fall war.

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