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Fehlende Direktverbindung ganz persönlich gespürt

Die Diskutanten im alten Bahnhof Lüttringhausen. Foto: Bernd Kuznik.Im Rahmen ihrer Klimaschutzwochen hatte die Remscheider SPD in den Bahnhof Lüttringhausen, um mit Susana dos Santos Herrmann (MdL), Helmut Ruppert (VCD), Michael Munkler (Ver.di) und Axel Sindram „Pro Bahn“ die Frage „Mobilität in unserer Gesellschaft – Pflicht oder Kür?“ zu erörtern. Sie wurden begrüßt von Ulla Wilberg, Koordinatorin der Klimaschutzwochen.  Moderator Thorsten Kabitz von Radio RSG eröffnete das Gespräch mit einer Anekdote: Warum fahren die lippischen Mitglieder des Landtages NRW nur bis zur vorletzten Station des Landtages? Gerüchte besagen, dass dies aus gesundheitlichen Gründen erfolgt und um sich gut mental auf die bevorstehenden Sitzungen vorzubereiten. Ein anderer Grund könnte sein, dass die Fahrt bis zum Landtag eine weitere Tarifzone beinhaltet und damit teurer ist. Zwei Seiten einer Medaille namens Mobilität. Für Susana dos Santos Herrmann war auch der Zeitfaktor wichtig: Für die Bahnfahrt von Köln nach Lüttringhausen hatte sie 1,5 Stunden gebraucht. Das lag zwar auch an einem verpassten Anschluss, aber die Fahrzeit war ihr dennoch zu lang: „Das müsste eigentlich besser gehen, etwa durch eine Direktverbindung nach Köln!“

Die SPD-Landtagsabgeordnete erinnerte an den Zustand des Rheins vor ca. 30 Jahren: „Kein Fisch war zu sehen. Seitdem hat sich viel verbessert. Heute laichen wieder Lachse im Rhein.“ Gleichzeitig sei das Bedürfnis nach Mobilität gewachsen. Könnten da noch die Klimaziele erreicht werden? In Köln seien die Straßen, die Bahnen und die Busse stark frequentiert. Ca. 45 Prozent der Verkehrsteilnehmer (ohne die Güterverkehre) nutzen das Auto, 43 Prozent andere Möglichkeiten, und zwölf Prozent seien Fußgänger. An dieser Aufteilung habe sich seit 1990 faktisch nichts verändert. Wichtig sei der Ausbau des ÖPNV mit Mitteln aus dem Verkehrswegeplan 2030. Ziel müsse es dabei sein, die Kosten für die Nutzer niedrig zu halten. Denn sonst könnten sie zum Umsteigen auf Busse und Bahn nicht bewogen werden. „Der Zug-Takt zwischen Dortmund und Köln sollte idealerweise 15 Minuten betragen!“

Der Bund befördert die Infrastruktur der Bahn jährlich mit ca. einer Milliarde Euro/ Jahr.  Das betrifft auch Investitionen in moderne Antriebstechniken und eine bessere Verknüpfung der Verkehrsmittel untereinander. Diskutiert werde das 365-€-Jahresticket. Aber trotz eine solchen Tickets habe in Stadt Wien der Individualverkehr leicht auf 39 Prozent zugenommen. Eine andere Möglichkeit seien neue oder modernisierte Bahnstrecken sowie die Digitalisierung der Stellwerke. Doch zügige Planverfahren würden häufig durch Klagen von Anwohnern verzögert.

In der Diskussion mit den Teilnehmern und den Besucher/innen und Besuchern der Veranstaltung wurde darauf verwiesen, dass sich seit 1930 die meisten Verkehrsplanungen auf das Auto ausgerichtet seien. Es müsse darauf ankommen, Flächen für Verkehrswege anders zu verteilen, mit größeren Anteilen für Fahrrad und Fußgänger, die Fahrwege zu verkürzen (wohnortnahe  Beschäftigung, nahegelegene Kindergärten und Schule, Pflegedienste im Quartier). Auch mehr Car Sharing könne den Individualverkehr verringern, hieß es. Abschließend wollte Thorsten Kabitz je zwei Thesen oder Forderungen hören. Das Ergebnis:  

  • Helmut Ruppert: Ausbau Fahrrad Infrastruktur, Förderung des ÖPNV.
  • Axel Sindram: Reaktivierung der Strecke Remscheid- Köln; Förderung von Bus on Demand-Systemen.
  • Michael Munkler: Höhere Finanzierung und Förderung.
  • Susana dos Santos Herrmann: Den ÖPNV ausbauen und „eine starke Stimme in Berlin  für den Bahnumbau in Köln“. Denn Köln sei ein Nadelöhr für den Schienenverkehr. Und der Zuschuss des Bundes für den Ausbau der vier großen Bahnhöfe sei zu gering.

Das Fazit dieses Abends: „Mobilität“ ist ein hochkomplexes Thema. Angemessene Bezahlung spielt dabei genauso eine Rolle wie Fahrradtrassen, gute Schienenverbindungen, schnell Taktzeiten usw. Umweltschutz fängt bei jedem Einzelnen an. Muss man wirklich am Sonntagmorgen mit dem Auto zum Bäcker fahren? Geht das eventuell auch mit dem Fahrrad oder zu Fuß? Muss ich in Köln oder Düsseldorf arbeiten? Geht es eventuell auch wohnortnah?

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Kommentare

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Felix Staratschek am :

Ich habe an der Veranstaltung teilgenommen. Zum einen habe ich den geplanten Umbau des Friedrich Ebert Platzes angesprochen. In Zeiten, wo eine Energie- und Verkehrswende begonnen wird, verkleinert man keinen Busbahnhof. Der heutige Busbahnhof hat eine klare Struktur, in der Mitte die Insel mit den Dienstgebäuden, südlich die Busse zum Markt und nördlich die Busse zum Alleecenter. Der neue Platz weist diese klare Struktur nicht auf. Der Umbau verbraucht viele Ressourcen, Umweltprobleme durch Kiesabbau und Energieverbrauch für neuen Beton sind enorm und passten nicht mehr in eine Zeit, wo Fridays for Future stattfinden. Selbst die CDU Wermelskirchen, jahrzehntelang der schlimmste Bahngegner, diskutiert mittlerweile die Reaktivierung der Balkanstrecke, was als Stadtbahn sehr gut möglich wäre und dann bis zum Friedrich Ebertplatz durchgebunden werden sollte. Am besten würde die dann nach Güldenwerth weiter fahren und über die Müngstener Brücke nach Solingen zum Graf Wilhelm Platz fahren. Durch den Umbau werde akut kein Fahrgast hinzugewonnen. In den Zügen des ÖPNV gibt es die Notbremse und ist Zeit diese zu ziehen. In weiteren Beiträgen habe ich ein Konzept für den von anderen erwähnten fahrpreisfreien ÖPNV (Nulltarif) vorgschlagen. Der Verbasnd deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) nennt 13 Mrd. Euro als Fahrgeldeinnahmen. Der Solidaritätszuschlag bringt 19 Mrd. Euro ein, deutlich mehr, als die Fahrkarten einbringen. In den Fahrgeldeinnahmen sind jedoch auch hohe staatliche Kosten für den Schülerverkehr, die weiter an den ÖPNV gezahlt werden sollen. Auch alle eingesparten Kosten des Tarifwesens und der Schwarzfahrerverfolgung sollen in die Angebotsverbesserung gehen. Durch eine S 7 in Doppeltraktiuon und Busse mit Anhängern kann die Kapazität auch ohne wünschenwertes weiteres Personal schnell gesteigert werden. O-Busse wären auch für Remscheid sinnvoll und die ersten 2 Linien könnten noch von Solingen aus bedient werden: Solingen Burg - Remscheid - Hasten- Wuppertal Elberfeld und Solingen - Kohlfurt - Wuppertal Elberfeld. Andere verwiesen auf die BOB, die Batterie-Oberleitungsbusse, die Streckenabschnitte ohne Fahrleituing fahren können, so dass Kernbereiche eine Oberleitung bekommen und weniger befahrene Linien per Batterie befahren werden, die unter Fahrdrtaht wieder geladen wird. Erwähnung fand auch, dass Bahnflächen gesichert werden müssen für die Wende im Güterverkehr, den am Hauptbahnhof und in Lennep seien Flächen verloren gegangen, die bei einer besseren Verkehrspolitik von der Güterbahn benötigt würden. Man darf also mit Spannung erwarten, was die SPD von diesem Abend mitnimmt und wie das im Rat und Landtag Landtag weiter wirkt.

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