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MyViertel gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus

Für den kommenden Samstag plant der Verein MyViertel e.V., im Rahmen des Jahrestags des Novemberpogroms ein Zeichen zu setzen gegen Fremdenhass, Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus: An den gesäuberten und aufpolierten Stolpersteinen im Viertel sollen Rosen niederlegt und Kerzen entzündet werden. Hinzu an den Türen der Gastronomiebetriebe, den Eingängen von Kirche und Diakonie und an den Türen von Häusern, in denen Mitglieder von „MyViertel“ wohnen, ein selbstverfasster Text zum Gedenken an die Opfer des Nazi-Regimes. Auf den Plakaten steht:

Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 schreibt die grauenvolle Geschichte über den Beginn des größten Völkermordes, den es in Europa jemals gegeben hat. Es ist die Nacht, in der im gesamten Deutschen Reich die Synagogen und jüdischen Geschäfte brennen. Es ist die Nacht, in der Wohnungen von Menschen mit jüdischem Glauben verwüstet und vollständig zerstört werden. Eine Nacht, in der jüdische Familien in ganz Europa gewaltsam auseinandergerissen und für immer getrennt werden. Die Nacht, in der sich liebende Menschen nicht mehr verabschieden können, bevor sie sich nie wieder sehen.

November 2016:
Erstmals gemeinsame Gedenkfeier am Ehrenhain

Seit 1952 gedenkt die Bundesrepublik Deutschland am zweiten Sonntag vor dem Ersten Advent der Toten der Kriege und der Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen. Die Stadt Remscheid, der Verkehrs- und Förderverein Lennep e.V. und der Heimatbund Lüttringhausen e.V. laden gemeinsam zu einer zentralen Gedenkstunde zum Volkstrauertag am Sonntag, 17. November, um 11 Uhr im Ehrenhain Reinshagen, Wallburgstraße, ein.
Alle Remscheiderinnen und Remscheider sind herzlich dazu eingeladen, sich dem traditionellen gemeinsamen Gang zur Gedenkstätte anzuschließen. Er beginnt um 10.45 Uhr vom Parkplatz der Sportanlage Reinshagen aus. Die diesjährige Veranstaltung wird musikalisch umrahmt von dem Blechbläser-Ensemble der Bergischen Symphoniker und dem Remscheider Männerchor Germania e.V.. Die Gedenkansprache hält Stadtdechant Msgr. Thomas Kaster.

Die Nacht, in der Hunderte Juden ermordet, Tausende missbraucht und Zehntausende in die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen deportiert werden, um dort einen von den Nazis geplanten qualvollen und langsamen Tod zu sterben. 

Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 markiert den Übergang von der Diskriminierung deutscher Juden seit 1933 zur systematischen Verfolgung, die wenige Jahre später in den Holocaust mündet.

Auch in Remscheid werden in dieser Nacht jüdische Geschäfte angezündet und Wohnungen zerstört. Menschen werden misshandelt, geschlagen und ermordet, weil sie jüdischen Glaubens sind. Einige nehmen sich in dieser Nacht selbst das Leben, um vor den unerträglichen Qualen der Nazis zu fliehen. Markus Lenneberg, damals wohnhaft in einem Haus in der Alten Bismarckstraße, an dessen Stelle heute die Hausnummer 16 zu finden ist, vergiftet sich in dieser Nacht.

Wir gedenken der ehemaligen Bewohner des Viertels und aller Menschen, die dem Nationalsozialismus zum Opfer gefallen sind.

  • MARKUS LENNEBERG, JG. 1864, ENTRECHTET/GEDEMÜTIGT, FLUCHT IN DEN TOD 1938
  • ERNST ROLF LENNEBERG, JG. 1930, DEPORTIERT 1941, ERMORDET IN LODZ
  • ELSE KOPPEL, GEB. LUSTIG, JG. 1884, DEPORTIERT 1941, ERMORDET IN RIGA
  • ROSA HEUSLER, GEB. VOGEL, JG. 1887, DEPORTIERT 1942, ERMORDET 1943 IN AUSCHWITZ
  • MARTA DANNENBERG, GEB. GÄRTNER, JG. 1889, DEPORTIERT 1941, ERMORDET IN MINSK
  • ARTUR DANNENBERG, JG. 1884, DEPORTIERT 1941, ERMORDET IN MINSK
  • MATHILDE DANNENBERG, GEB. ROSENBAUM, JG. 1859, DEPORTIERT 1942, ERMORDET IN TREBLINKA
  • HUGO ARENZ, JG. 1896, VERHAFTET IN NEUENGAMME, EINGEWIESEN 'HEILANSTALT' BERNBURG, ERMORDET JUNI 1942

Dieses dunkle Kapitel der deutschen und europäischen Geschichte darf niemals vergessen werden. Erhebt eure Stimme gegen Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz!

Liebe. Toleranz. Weltoffenheit. MyViertel.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

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Kommentare

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Johann Max Franzen am :

Liebe Freunde des Vereins MyViertel e.V. Es ist toll, wenn Sie am Samstag, 9. November, die "Stolpersteine" in der Alten Bismarckstraße putzen und weiße Rosen niederlegen werden. Bitte vergessen Sie die drei Stolpersteine in der Neustraße 3 nicht. Sie erinnern an die jüdische Familie Lazer. Die Schüler*innen der EMA werden die Gedenksteine von der Martin-Luther-Straße bis zur EMA auf Vordermann bringen. Meine Freundin und ich werden ab 17 Uhr, wenn die Wetterlage es zulässt, vor den ehm. jüdischen Geschäften an der Alleestraße die "Stolpersteine" putzen und auch weiße Rosen niederlegen. Wir beginnen mit den zwei Steinen vor dem Geschäft Woolworth. Sie erinnern an die Fam. Freund (Schuhhaus Freund). Dann die drei Steine an der Alleestraße 56 (Konfektionsgeschäft Weinberg), im Anschluss die vier Gedenksteine vor der Engelspassage (Seidengeschäft Frank). Und zum Schluss vor dem Postamt die beiden Steine, die an Fam. Löwenstein erinnern (Haushaltswarengeschäft Bär). Hoffen wir gemeinsam, dass das Wetter mit spielt.

Kreisverband DIE LINKE am :

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 brannten Synagogen in ganz Deutschland. Diesem ungeheuerlichen Ereignis gedachte heute DIE LINKE Remscheid und legte ein Blumengebinde an der Gedenkplakette im Rathaus nieder. Axel Behrend, Sprecher der LINKEN in Remscheid:„Am heutigen Tag jährt sich die organisierte Gewalt gegen die jüdische Bevölkerung während der Reichspogromnacht. Marodierende Schlägertrupps setzten am 9. und 10. November überall im Deutschen Reich Synagogen in Brand, verwüsteten jüdische Geschäfte und Wohnungen. Tausende jüdische Menschen wurden dabei misshandelt oder getötet. Die Reichspogromnacht war der schreckliche Anfangspunkt der staatlichen Judenverfolgung, welche in der Ermordung von sechs Millionen Menschen jüdischen Glaubens in Europa durch die Nazis mündete. Heute gedenken wir dieser dunklen Stunde deutscher Vergangenheit. Die Erinnerung verweist alle, die zu Demokratie und der Unveräußerlichkeit der Menschenrechte stehen, zugleich auf die Gegenwart. Die Ereignisse des 9. November hatten eine Vorgeschichte: über Jahrzehnte wurden antisemitische Diskurse geführt und salonfähig gemacht. Auch heute, mit dem Einzug der AfD in die Parlamente und dem Erstarken des Rechtspopulismus in ganz Europa und auch in unserer Stadt, stehen wir vor einer Entscheidung: wollen wir zulassen, dass Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz unsere freie Gesellschaft vergiften oder treten wir gemeinsam ein für Solidarität und Freiheitsrechte? Ausgrenzung durch Worte ging im 20. Jahrhundert den Taten voraus. Darum zögern wir als LINKE nicht, uns immer wieder gegen jede Form von Ausgrenzung durch rechte Hetzer zu stellen. Antisemitismus ist Teil der deutschen Geschichte und unserer Gegenwart. Der Kampf gegen jede Form von Antisemitismus ist nicht nur ein unverzichtbarer Auftrag aus dem Holocaust, sondern bleibt eine tagtägliche Herausforderung in unserem Land. Die Auseinandersetzung mit dem Faschismus und den Ideologien der extremen Rechten bleibt für DIE LINKE ein entscheidender Punkt im Kampf gegen den Antisemitismus. Verhindern wir gemeinsam, dass sich die Barbarei der Vergangenheit wiederholt.“

Johann Max Franzen am :

Ich wurde gestern informiert, dass die Schüler*innen der EMA die "Stolpersteine" in der Alleestraße geputzt haben. Meine Vorhaben hat sich hiermit erledigt.

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