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Als noch mit Standkamera und Glasplatte fotografiert wurde

Die einstige Kaufmanngesellschaft am Lenneper Bahnhof. Foto: Sammlung Lempe.

von Dr. Wilhelm Schmidt

Das Foto zeigt die Bergstraße / Ecke Gartenstraße in Lennep am Bahnhof in einer Blütezeit der damaligen Kreisstadt. Der Krieg 1870/71 war da schon rund ein Dritteljahrhundert. An den erinnert in Lennep bis heute die sog. Friedeneiche, die als solche heutzutage aber kaum noch einer kennt, die aber auf dem Foto aus der Zeit der vorletzten Jahrhundertwende bereits stattlich angewachsen ist, umgeben von einer kleinen Wiese mit Buchsbaumumrandung, die unbefugt zu übersteigen seinerzeit "bei Preußens" natürlich „bei Strafe verboten“ war.

Das respektable Gebäude, dessen Baukörper in veränderter Form heute noch besteht, und an das sich die älteren Lenneper noch unter dem Namen „Hotel zur Post“ erinnern, war damals die sog. „Kaufmannsgesellschaft“. Diese gab es, wenn auch anderenorts in Lennep, damals schon über ein Jahrhundert, aber man hatte sich dann in der Nähe des Bahnhofs durch den Baumeister Schmidt ein neues Versammlungsgebäude errichten lassen. Dort trafen sich die Eigentümer der Lenneper Industriebetriebe, aber mehr noch ihre "Beamten", wie man damals sagte, also die Direktoren, Prokuristen und Verkaufsagenten, hier wurden also Verkaufsstrategien und Geschäfte vorbereitet. Natürlich wurde aber auch gefeiert. Die Gesellschaft verfügte z.B. über u.a. über zwei Weinkeller und mehrere Säle.

Die schöne Ansichtskarte hatte die örtliche Buchhandlung Richard Schmitz bei der damals sehr bekannten Kunstanstalt Rosenblatt in Frankfurt a.M.  in Frankfurt initiiert und umsetzen lassen. Die Buchhandlung war seinerzeit auch Verlag und gab Bücher zum Bergischen Land sowie regionale Drucksachen und Ansichtskarten heraus, deren Lenneper Motive seit den 1870er Jahren oft durch den Buchhändler höchst selbst mit einer Standkamera auf ein Glasplattennegativ gebannt worden waren. Adressiert war „unsere“  Ansichtskarte übrigens an eine Elli Fischer in Linde bei Lüttringhausen, und auf der Bildseite kann man bis heute einen herzlichen Glückwunsch der „Tante Julie“ zum Geburtstag erkennen, natürlich in historischer Sütterlinschrift, die sicherlich so mancher von uns nur noch schwer oder auch gar nicht entziffern kann.

Es ist schön, dass über derartige Ansichtskarten die Welt von früher für uns erhalten bleibt, denn das Original unseres heutigen Beispiels aus der „Sammlung Lempe“ ist inzwischen im Stadtarchiv Remscheid auf Dauer archiviert und man findet das Motiv  sogar im Internet.

Die Lenneper Kaufmannsgesellschaft ist in Zeitungsbeiträgen schon öfters mal beschrieben worden. Eine ausführliche Zusammenfassung wäre deshalb durchaus wünschenswert; ich arbeite daran. Bisherige Onlinebeiträge von mir findet man u.a. hier:

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Kommentare

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Stefan Holzhauer am :

Wirklich eine sehr schöne Postkarte, allerdings ist das kein Foto vom Glasplattennegativ, sondern eine Zeichnung.

Lothar Kaiser am :

Stimmt, Herr Holzauer. Das bezieht sich auf den Satz von Herrn Schmidt: "...Ansichtskarten ..., deren Lenneper Motive seit den 1870er Jahren oft durch den Buchhändler höchst selbst mit einer Standkamera auf ein Glasplattennegativ gebannt worden waren."

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