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Der Weg zum Neubau war teilweise nervenaufreibend

Dass die Evangelische Stiftung Tannenhof, Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Neurologie, und der Landschaftsverband Rheinland (LVR)  jeweils 3,5 Millionen Euro in neue Gebäude investieren „und so zu einer Weiterentwicklung des Stadtteils Lüttringhausen beitragen“ würden, verkündete die Stiftung schon beim Spatenstich Anfang September 2017. Bereits im Sommer 2018 sollten die Bewohner in die  neue Wohnstätte einziehen, hieß es damals. Doch der strenge Winter 2017/17 zwang zu einer zweimonatigen Einstellung der Bauarbeiten auf und neben dem bisherigen Parkplatz an der Remscheider Straße. Und im darauf folgenden heißen Sommer war Betongießen nicht zu empfehlen. Das Richtfest mit Apfelschorle verzögerte sich deshalb bis August 2018. Und die Hoffnung von Uwe Leicht (Geistlicher Vorsteher) und Dietmar Volk (Kaufmännischer Direktor), die beiden neuen Wohnstätten für 32 Menschen mit hohem Hilfebedarf könnten zum Ende 2018 bezugsfertig sein, erfüllte sich nicht. Die erste der beiden neuen Wohnstätten, das Haus Remscheider Straße 80, konnte erst am 8. April 2019 eingeweiht werden. Und die Einweihung der zweiten Wohnstätte, Remscheider Str. 82, mit vier Einzel-(„Trainings“-)Appartements und zwei Wohngruppen für je acht Personen, die zur Überwindung ihrer schwersten Beeinträchtigungen und Behinderungen besonders viel Unterstützung, Hilfestellung und Anleitung benötigen, war gestern. „Der Weg ... war lang, strapaziös und teilweise nervenaufreibend für alle Beteiligten“, hatte Dietmar Volk schon im April eingeräumt. Gestern knüpfte er daran an und berichtete von zu verlegenden Versorgungsleitungen, bevor die ersten Fundamente gegossen werden konnten, vom heißen Sommer 2019, von Starkregen; dem Diebstahl eines Starkstromkabels, dem zweimaligen Aufbau eines Baukrans („sicherheitshalber“) und anfänglichen Planungsschwierigkeiten. Erst der vierte Entwurf des Projektes „Integration &  Wohnverbund“, vorgelegt von Architekturbüro BFT Planung GmbH aus Aachen, habe die Zustimmung des Landschaftsverbandes Rheinland und des Ministeriums gefunden.

Doch jetzt, bei der zweiten Einweihungsfeier, gab es keinen Grund mehr, Trübsal zu blasen. Zumal diese auf den „11. im 11.“ falle, wie Uwe Leicht betonte (in Köln-Porz groß geworden), und obendrein auf den Namenstag von Martin Luther, getauft in Eisleben am 11.11. 1483 auf den  Namen des Heiligen Martin (von Tours). Da durfte auch ein Bibelzitat nicht fehlen („Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan!“), der finde sich auf dem Gelände der am 1. Mai 1896 gegründeten Stiftung Tannenhof in vielen Häusern.

Gleichwohl war auch die Stiftung Tannenhof in der Krankenpflege früher ihrer Zeit nicht voraus. Oberbürgermeister Burkhard mast-Weisz hatte daran beim Richtfest im August 2018 erinnert: Nach düsteren Zeiten der (geschlossenen) Psychiatrie habe der Grundgesetzartikel über die unantastbare Würde des Menschen nach Kriegsende dem Personal so mancher Klinik in Deutschland erst bewusst (gemacht) werden müssen.

Als vor elf Jahren Dietmar Volk als Kaufmännischer Direktor zur Stiftung Tannenhof kam, habe er schnell erkannt: „ Bei Haus A müssen wir dringend etwas tun!“, sagte er gestern. Das war damals die Wohnstatt der 20 Bewohnerinnen und Bewohner des jetzt fertig gewordenen Neubaus. Eine Bewohnerin gestern: „Wir haben uns unheimlich auf den Umzug gefreut. Im alten Haus lagen die Nerven blank!“ Die Einrichtungsleiterin des Bereichs Integration-Wohnverbund, Sieglinde Rühl-Schulz, bestätigte das indirekt: „Dort war der Wunsch nach Rückzugsmöglichkeiten kaum zu erfüllen. Jetzt hat jeder sein eigenes kleines, intimes Reich (Einzelzimmer mit Dusche und WC). Das baut Stress in der Wohngruppe ab, entspannt das Leben!“ Mit entsprechend besseren Arbeitsbedingungen könne dann das Personal rechnen. Der Wunsch von Dietmar Volk: „Fröhlichkeit und Wohlgefühl!“ Und Prof. Dr. Eugen David, der Ärztliche Direktor, verwies auf „offene Strukturen“ (statt einstiger hierarchischer) sowie auf mehr Integration der Bewohner in den Stadtteil bei gleichzeitiger enger Anbindung an das Fachkrankenhaus und dessen fortschriftliche Therapieformen.

Thomas Neuhaus, der Sozialdezernent der Stadt Remscheid, dankte  in seinem Grußwort für das Bekenntnis der Stiftung Tannenhof zum Standort Lüttringhausen und erinnerte sich an die Lektüre des Buches „Mit den Schwächsten beginnen. Zum Menschenbild der Psychiatrie“ von Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner.  Da sei die Stiftung auf einem guten Weg. „Und nah bei den Menschen“, ergänzte Andreas Stuhlmüller, der Lüttringhauser Bezirksbürgermeister. „Die Stiftung und der Stadtteil bilden eine Symbiose mit wachsender Bedeutung!“

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