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Am Lenneper Speckgürtel wohnten die Fabrikanten

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Die Ansichtskarte aus dem Jahre 1910 zeigt die Poststraße in Lennep. Sie war eine der ersten Umgehungsstraßen des historischen Lenneper Stadtkerns, der seit dem Mittelalter durch die kaum zwanzig Meter von dort entfernte Wallstraße umgrenzt und gesichert wurde. Der Wall wurde zwischen 1790 und 1815 eingeebnet, weil er nicht mehr notwendig war, und die Steine verwendete man zu Straßenbefestigung z.B. am Lüttringhauser Tor, dem späteren Kaiser- bzw. Mollplatz.

Mit dem Bau der Poststraße wurde um 1820 am Kölner Tor begonnen und führte nach und nach zur Lenneper Poststation am Fuße der Knusthöhe, wo heute die Lüttringhauser Straße abgeht. Die Straße hieß im 19. Jh. zunächst "Neue Poststraße", denn bis dahin trug diesen Namen der Gänsemarkt. Auch er führte ja von der Schwelmer Straße hin zur Post am Lüttringhauser Tor.

Nach und nach siedelten sich an der Poststraße Lenneper Tuchfabrikanten und Tuchhändler an mit ihren Lagerhallen, Geschäftshäusern und privaten Villen (vor allem Schürmann & Schröder, Hammacher, Hölterhoff, Hardt und Karsch), so dass aus heutiger Sicht bald von einem Speckgürtel gesprochen werden konnte, der sich über den Thüringsberg, damals wegen der neu gepflanzten Bäume Alleestraße genannt, bis zum Schwelmer Tor fortsetzte, wo heute die katholische Kirche und das Röntgendenkmal stehen.

Das Ansichtskartenfoto zeigt u.a. die damals erst rund zwei Jahre alte Straßenbahnlinie von Remscheid in Richtung Lüttringhausen, die ihre Lenneper Stationen am Bismarckplatz und Kaiserplatz, heute Mollplatz, hatte. Sie wurde nach dem II. Weltkrieg zugunsten des Busverkehrs aufgegeben, aber viele Lenneper können sich noch daran erinnern (natürlich auch ich, der ich dort geboren wurde und immer noch wohne, wenn ich in Lennep bin). Die Hardtschen Grundstücke, ganz rechts auf unserer Abbildung mit einem großen schmiedeeisernen Tor beginnend, waren unser Nachkriegsspielplatz, z.T. allerdings verbombt, heute ist dort "Wohnen im Park". Von den Villen bzw. Handelshäusern auf dem Foto stehen längst nicht mehr alle, aber vom Mollplatz her kommend kann man diesen Straßenzug nach wie vor gut erkennen.

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