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Knöllchen statt Lärmminderung durch Grüne Welle

Nächtliche Tempo-Kontrollen auf der Freiheitstraße“, kündigte am 22. August eine Pressemitteilung der Stadt Remscheid an. Denn Daten eines Seitenradars hätten ergeben, dass sich viele Autofahrer nicht an die die maximale Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern halten, die aus Lärmschutzgründen seit dem 7. März von 22 bis 6 Uhr zwischen Amtsgericht und Willy-Brandt-Platz gilt. Der gemessene Spitzenwert hatte Ich habe außerdem gesagt, dass eine frühere Geschwindigkeitsmessung hatte bei 107 km/h gelegen. Jürgen Beckmann, Leiter des Fachdienstes Bürger, Sicherheit und Ordnung, dazu am Dienstag in der Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid in seiner Antwort auf eine Anfrage der CDU: „Der Einsatz einer geliehenen halbstationären Anlage ergab in dem Zeitraum 10. September bis 7. Oktober insgesamt 3.057 Geschwindigkeitsüberschreitungen, wobei bisher 2.637 Bußgelderfahren eingeleitet wurden!“ Im Rahmen der laufenden Ausschreibung für eine solche Messanlage ende die Zuschlags- und Bindefrist im Januar, so dass mit dem Einsatz der neuen Anlage, abhängig von der Lieferzeit, im 1. oder 2. Quartal 2020 zu rechnen sei.

Beckmann erinnerte daran, dass die Stadt Remscheid nach der EU-Umgebungslärmrichtlinie verpflichtet sei, die gesundheitsschädlichen Auswirkungen und Belästigungen von/durch Umgebungslärm möglichst zu verhindern. Deshalb sei der Lärmaktionsplan aufgestellt worden, der die besonders lärmintensiven Bereiche identifiziere und Maßnahmen zur Lärmminderung festlege. Als eine Sofortmaßnahme zur Lärmminderung auf der Freiheitstraße habe die Politik die nächtliche Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h beschlossen.

Lärmmessungen als Nachweisverfahren seien äußerst aufwendig und kostenintensiv, wenn sie repräsentativ und mit den gesetzlich vorgeschriebenen Berechnungen vergleichbar sein sollen, fuhr Beckmann fort. Insofern hätten bisher vor Ort keine Lärmmessungen stattgefunden. Doch aus der Fachliteratur (Umweltbundesamt) und Studien in verschiedenen Städten, wie z.B. Berlin, ergebe sich, dass „mit Kontrolle der Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit sowie einer entsprechenden Schaltung der Lichtsignalanlagen (‚grüne Welle‘ bei 30 km/h)  der Nachweis eines geringeren Lärmpegels über niedrigere Rollgeräusche der Fahrzeuge geführt werden könne.

Tatsächlich aber kann die Stadt Remscheid eine ‚Grüne Welle“ bei 30 km/h noch immer nicht garantieren. Das liege an Soft- und Hardwareprobleme bei der Lichtsignalsteuerung, so Beckmann. „Folglich mussten wir die neuen Nachtprogramme deaktivieren. Die TBR arbeiten gemeinsam mit einer Fachfirma mit Hochdruck an der Behebung des Problems!“ Mit anderen Worten: Keine „Grüne Welle“ in der Nacht  bedeutet Abbremsen, Anhalten und Weiterfahren vor den Ampeln. Mit den jeweiligen Verkehrsgeräuschen! Da hilft auch kein schriftlicher Lärmaktionsplan. Dessen einziges Ergebnis bleiben die Einnahmen aus dem Bußgeldverfahren wegen zu hoher Geschwindigkeit. „Damit wird die Stadt gegenüber dem lärmgeprüften Anwohnern unglaubwürdig“, kritisierte Fritz Beinersdorf von den Linken. Und Alexander Ernst (W.i.R.) forderte, die Verwaltung möge „alles auf null stellen“, bis das Softwareproblem gelöst sei. Das aber beschloss die Bezirksvertretung nicht.

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Kommentare

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Heinz Wäscher am :

Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe wird der Verkehrslärm entlang der B229 nicht mit Mikrofonen tatsächlich gemessen sondern irgendwie „berechnet” - mich würde ja brennend interessieren, ob in diese Berechnungen auch die Bremsvorgänge sämtlicher Kfz vor jeder einzelnen Ampel entlang der B229 mit „eingerechnet” wurden oder ob zur Berechnung des Verkehrslärms einfach davon ausgegangen wird, das kein Kfz, welches die B229 von der Solinger Stadtgrenze bis nach Radevormwald befährt, jemals verkehrsbedingt warten muß?

Stefan Holzhauer am :

Als Anwohner würde ich einen fest installierten Blitzer sehr begrüßen. Man hört die Raser jede Nacht. Geräusche beim Anfahren an Ampeln halte ich da für nachrangig. Dass die Verantwortlichen die Technik nicht in den Griff bekommen ist im 21. Jahrhundert mehr als peinlich, aber leider typisch für Remscheid.

Bernhard Dehler am :

Dass unabhängig vom dringend erforderlichen Lärmschutz eine Geschwindigkeitsüberwachung mehr als überfällig ist, haben die Messwerte des Probebetriebs doch eindrucksvoll belegt. Was daran verwerflich sein soll, uneinsichtige Verkehrsteilnehmer über den Geldbeutel an die Einhaltung der Verkehrsregeln zu „erinnern“, erschließt sich mir nicht. Die Konnotation der „behördlichen Abzocke“ habe ich bisher eher an Stammtischen denn bei Politikern und seriöser Presse verortet.

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