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20 Jahre Remscheider Wirtschaftsgymnasium

Pressemitteilung des Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung der Stadt Remscheid

Das Remscheider Wirtschaftsgymnasium wird in diesem Jahr 20 Jahre alt. Seitdem hat es schon mehrere Hundert Abiturientinnen und Abiturienten hervorgebracht. Lothar Groß, der seit dem Jahr 2000 das Wirtschaftsgymnasium leitet, erinnert sich zurückblickend: „Als das Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung damals seine gymnasiale Oberstufe, das Wirtschaftsgymnasium, gründete, haben viele Kritiker vermutet, dass es nicht lange existieren würde. Aber inzwischen sind wir zu einem festen Bestandteil der Remscheider Schullandschaft geworden.“ Den Erfolg des Wirtschaftsgymnasiums sieht Groß in der modernen Konzeption dieser gymnasialen Oberstufe: „Die heutige Welt ist unzweifelhaft geprägt durch die Wirtschaft und die Informatik. Daher legen wir im Wirtschaftsgymnasium vor allem Wert auf die Vermittlung fundierter Kenntnisse in diesen Bereichen. Die Allgemeinbildung – Deutsch, Englisch, Mathematik, Naturwissenschaft etc. – wird aber genauso gepflegt. Schließlich vergeben wir kein Fachabitur, sondern das volle Abitur.“

Die Absolventinnen und Absolventen des Remscheider Wirtschaftsgymnasiums entscheiden sich anschließend nicht nur für anspruchsvolle kaufmännisch-wirtschaftliche Ausbildungen oder Studiengänge, sondern studieren auch Informatik, Maschinenbau, Erziehungswissenschaft, Sprachen - „und vieles mehr, in der Regel übrigens sehr erfolgreich. Das wissen wir aus vielen positiven Rückmeldungen unserer Ehemaligen“, erläutert Groß.

Auch Cornelia Berghaus-Biermann, die Schulleiterin des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung Remscheid, ist stolz auf die Abteilung „Wirtschaftsgymnasium“: „Wir haben dort Schülerinnen und Schüler, die vorher in sehr unterschiedlichen Schulen waren. Viele kommen von der Realschule zu uns. Alle Neulinge leben sich schnell bei uns ein, und die allermeisten schaffen auch das Abitur bei uns. Wir haben auch einen großen Anteil von Jugendlichen, deren Eltern keine Akademiker sind. Damit leisten wir sogar einen kleinen Beitrag zur Überwindung einer Schwachstelle in unserem deutschen Schulsystem, auf die die bekannten PISA-Studien seit Jahren immer wieder hinweisen.“

Das Remscheider Wirtschaftsgymnasium vermittelt in drei Jahren die Allgemeine Hochschulreife und zusätzlich wirtschaftliche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten (jährlich ca. 40 junge Menschen).  Voraussetzung ist die Berechtigung zum Besuch einer gymnasialen Oberstufe. Den schulischen Teil der Fachhochschulreife vermittelt das Wirtschaftsgymnasium schon nach dem ersten Schuljahr.

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Sven Wolf (MdL, SPD) am :

Vergangenen Freitag hospitierte ich am Remscheider Berufskolleg Wirtschaft und die ersten beiden Unterrichtsstunden in der internationalen Förderklasse. Dort lernen junge Menschen, die teilweise erst seit wenigen Monaten in Remscheid leben, mit großer Leidenschaft Deutsch und haben schon große Fortschritte gemacht. Besonders spannend fand ich auch die Politikstunde in einer Klasse der höheren Handelsschule, die ich im Anschluss besucht habe. Das Thema lautete: ‚Wie gerecht ist Deutschland?‘. Aus den Antworten ergab sich ein sehr differenziertes Meinungsbild.“ Verglichen zu anderen Ländern sei Deutschland schon gerecht, meinten die Schülerinnen und Schüler. Schließlich kümmere sich der Staat mit verschiedenen Sozialleistungen um seine Bürgerinnen und Bürger. Auch von rechtlichen Regelungen wie der allgemeinen Schulpflicht können junge Menschen in anderen Ländern nur träumen. Trotzdem betonten viele Schülerinnen und Schüler, dass es, gerade wenn es um Bildungs- und Aufstiegschancen gehe, immer noch sehr ungerecht in Deutschland zugehe. Der Bildungserfolg dürfe nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Außerdem gaben sie mir mit auf den Weg, dass sie sich von der Politik mehr Mitbestimmungschancen bei der Auswahl der Unterrichtsinhalte wünschen. Einen herzlichen Dank an Schulleiterin Cornelia Berghaus-Biermann und ihre Kolleginnen und Kollegen, die ich in den Unterricht begleiten durfte. Am Ende dieses ereignisreichen Tages war mein Eindruck: Hier wird mit viel Engagement jungen Menschen mit ganz verschiedenen Hintergründen und Talenten der Zugang zu einer bestmöglichen Ausbildung ermöglicht. Denn das Berufskolleg ist nicht nur Berufsschule, sondern auch Wirtschaftsgymnasium. Außerdem besteht seit einigen Jahren die Möglichkeit, parallel zur kaufmännischen Ausbildung einen betriebswirtschaftlichen Bachelorabschluss zu erwerben.

Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung am :

Das war zur Jahrhundertwende, da wurde im Remscheider Wirtschaftsgymnasium des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung Gefeiert. Studiendirektor Lothar Groß leitete es von Anbeginn. Jetzt geht dieses Urgestein des Remscheider Schulwesens in Pension. Das Wirtschaftsgymnasium hat seinem Leiter in dieser Zeit viel Freude bereitet: Mehr als 600 mal konnte das Abitur vergeben werden, und zahlreiche Rückmeldungen ehemaliger Schülerinnen und Schüler zeugen von erfolgreichen Berufsausbildungen und Studiengängen. „Natürlich haben viele unserer Absolventen Wirtschaft studiert, aber auch Maschinenbau, Sprachen, Informatik und viele weitere Wissenschaften“, erklärt Groß und weist darauf hin, dass das Remscheider Wirtschaftsgymnasium trotz starker Konkurrenz immer noch das größte Berufliche Gymnasium in der Region sei. Cornelia Berghaus-Biermann, die Leiterin des Berufskollegs, gönnt ihrem erfahrenen Mitarbeiter zwar den wohlverdienten Ruhestand, verzichtet aber doch ungern auf ihn: „Herr Groß hat bei allem Engagement für das Wirtschaftsgymnasium nie den Kontakt zur Basis verloren. Als gelernter Bankkaufmann hat er es sich nicht nehmen lassen, in der Berufsschule an der Ausbildung zukünftiger Bankkaufleute mitzuarbeiten.“ Außerdem pflegte er immer den Kontakt zu den Partnerschulen; er war zum Beispiel beteiligt, als die Stadt Remscheid sich entschied, eine Sekundarschule einzurichten und für diese erste Konzepte erstellt wurden: etwas später wurde die Nelson-Mandela-Sekundarschule aus der Taufe gehoben. Lothar Groß ist sicher, dass „sein Wirtschaftsgymnasium“ als gymnasiale Oberstufe mit modernem Anspruch auch in Zukunft viele Schülerinnen und Schüler überzeugen wird. Als besondere Zukunftsaufgabe sieht er die Digitalisierung an, die an der Schule schon in vollem Gange sei: „Wir müssen unseren Nachwuchs die Möglichkeiten der modernen Technik auch jenseits von YouTube, Tic-toc und Instagram nahebringen.“ Wie sehr er dabei immer noch an seine Schüler und deren Eltern denkt, wird durch den Nachsatz klar: „Aber bei uns muss kein Schüler dafür einen Laptop für mehr als 700 € kaufen.“

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