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Die alte Autobahnbrücke Diepmannsbach

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Liebe Freunde des Bergischen Landes, liebe Lenneper,  dieser Tage schickte mir Lenneper ein Foto von der Entstehung der Autobahnbrücke im Diepmannsbachtal am Ende der 1930er Jahre. Ich bin ja auch schon öfters darauf zu sprechen gekommen und habe auf das Lenneper Fotohaus Schurig hingewiesen, dessen Besitzer Fritz Schurig längere Zeit für die Fotografien beim Bau im "Bergischen Abschnitt" zuständig war. Ich kann mich auch noch gut erinnern, dass ich mich vor ungefähr zehn Jahren mehrfach mit einem damals schon 90-jährigen Lenneper unterhielt, der nach dem Zweiten Weltkrieg in den 1950er Jahren als Polier und Bauführer beim modernen Ausbau des Brückenwerks mitgearbeitet hat.

Zur Baugeschichte der Diepmannsbachtalbrücke heißt es in dem Buch „Steinbrücken in Deutschland“, 1988, VBT Verlag Bau u. Technik u.a. „Der Bau der Brücke wurde 1938 begonnen, aber er konnte bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges nicht fertiggestellt werden. Seinerzeit fehlten noch die Bogen 9, 10 und 11, die oberen Bereiche der Pfeiler IX und X, das Widerlager auf der Wuppertaler Seite, die gesamte Fahrbahn einschließlich Mittelstreifen, Gesimse, usw., das restliche Stirnwandmauerwerk der Bogen 6, 7 und 8 und die gesamte Entwässerung. Erst 1953/54 konnten die restlichen Arbeiten an der Brücke abgeschlossen werden. Im Zuge des sechsspurigen Ausbaus der A1 zwischen den Autobahnkreuzen Leverkusen und Kamen muss die 1985 unter Denkmalschutz gestellte in den nächsten Jahren verbreitert werden.“ Dies geschah dann auch. Im Rahmen des sechsspurigen Ausbaus der BAB1 zwischen den Autobahnkreuzen Leverkusen und  Kamen wurde 1992 bis 1995 eine neue Brücke neben der bestehenden Brücke über das Diepmannsbachtal errichtet.“ (https://remscheid.de/leben/bauen/denkmalschutz/146380100000113602.php)

Das mir jetzt für das Lenneparchiv übergebene Foto erhielt ich aus der Familie eines weiteren Lenneper Fotohauses, nämlich "Foto-Kuhn" von der Kölner Straße in Lennep, aufgenommen von der Diepmannsbacher Straße aus. Ja, auch daran gibt es natürlich Erinnerungen, gerade auch, weil wir ja jetzt Winter haben, auch wenn man es nicht immer so merkt. Ich weiß noch gut, dass ich als Nachkriegskind im Winter die Diepmannsbacher Straße hinunter Schlitten gefahren bin. Das Schöne war, dass die Strecke lang war, das weniger Schöne, dass der Weg wieder nach oben eben darum ziemlich lang dauerte. Auch war die Straße natürlich manchmal geräumt. Aus den genannten Gründen fuhren wir oft lieber die Endringhauser Straße hinab, wenn wir uns nicht gleich zum allerdings viel weiter entfernten Talsperrenweg begaben. Dort war auch immer viel mehr los.

Heute wundere ich mich ein bisschen, dass meine Mutter mich als Kind allein vom Mollplatz aus so weit zum Schlittenfahren gehen ließ, denn es war ja früh auch dunkel. Denn rund zehn Jahre später, wenn ich abends manchmal gegen halb zehn Uhr aus der Wirtschaft "Zum Bergischen Löwen, Besitzer Carl Meyer", am Marktplatz kam, stand ja meine Mutter am Mollplatz immer noch "hinter der Tralje", das heißt hinter dem Fenstervorhang zum Berliner Hof hin, aus Sorge, dass dem Jungen etwas passiert sein könnte.

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Kommentare

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Dr. Wilhelm R. Schmidt am :

LIeber Waterbölles: Zu den bisher schon zahlreichen Reaktionen auf meinen Beitrag gehört u.a. dieser von Prof. Klaus Goebel: Lieber Herr Schmidt, zwar sitze ich an einem Buchprojekt, das bis Ende März d. J. druckfertig sein muss und hätte zu Rückblicken eigentlich keine Zeit, doch unterbreche ich die Arbeit trotzdem, um mich für Ihren Beitrag über die Autobahnbrücke Diepmannsbachtal zu bedanken. Er hat die eigenen Erinnerungen nämlich ganz kräftig angestoßen. In den 1980er Jahren erlebte ich die Planungen für den Ausbau der bergischen A 1 zwischen Leverkusen und der westfälischen Grenze Wuppertal/Ennepe-Ruhr-Kreis aus nächster Nähe. Dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) oblagen damals Planung, Bau und Unterhaltung der überörtlichen Fernstraßen, wozu auch die Autobahnen gehörten, sowie die Denkmalpflege im Landesteil Nordrhein (heute nur noch letzteres). Der Denkmalpflege konnte der Ausbau der A 1 nicht egal sein. So hat der Kulturausschuss des LVR, dem ich 1969-1989 angehörte und in dem die Verwaltung durch den Landeskonservator vertreten war, beschlossen, dass der LVR den Ausbau nur unter Wahrung denkmalpflegerischer Gesichtspunkte planen dürfe. Die A1 war immerhin ein verkehrsgeschichtliches Dokument erster Güte. Glücklicherweise stand uns auch das 1980 gerade verabschiedete NRW-Denkmalschutzgesetz zur Seite. Vor Ort ist dann mehrfach die Planung zwischen Kultur und Straßenbau abgestimmt worden. Ich erinnere mich als damaliger Vorsitzender des LVR-Kulturausschusses, dass es durchaus Stimmen gab, die eine "neugebaute" Autobahn forderten. Das hätte z. B. das Ende der Brücken bedeutet, die aus der Anfangszeit stammten, Rundgewölbe aufwiesen und mit Bruchsteinen gebaut resp. verblendet waren. Mit dem lange diskutierten, dann einstimmig gebilligten Kompromiss, den Kultur und Straßenbau fanden, vermochten beide Seiten gut zu leben und tun es sicher heute noch: Die alten Brückenbauwerke blieben stehen und neben ihnen entstanden die erforderlichen Neubauten, so dass die Erweiterung in beiden Fahrtrichtungen von vier auf sechs Fahrstreifen in Angriff genommen werden konnte. Diese Erweiterung ist noch nicht vollständig beendet und hat damit das Mehrfache an Zeit beansprucht gegenüber dem vor dem Zweiten Weltkrieg begonnenen und nach dem Krieg fortgeführten Bau der vierspurigen Autobahn. Das lag natürlich nicht am Denkmalschutz, sondern an der Notwendigkeit, die neuen Brücken und Fahrspurerweiterungen während des fließenden Verkehrs zu bauen. Für mich steht die A 1 über Erinnerungen als Mitglied von Landschaftsversammlung und Rat der Stadt Wuppertal hinaus aber auch ganz persönlich lebenslang vor Augen. Denn als Kind sah ich vor Kriegsbeginn entstandene Brücken und Brückenfundamente der damaligen Reichsautobahn 1 und als junger Volksschullehrer seit 1956 habe ich mit meinen Klassen immer wieder Heimatkunde - als das Schulfach noch so hieß - vor Ort praktiziert und A 1 - Baustellen besucht. Wir sind über die Autobahn spaziert, haben manches aufgeschrieben, interessante Motive fotografiert und beobachtet, wie Deutschlands Autobahn Nummer 1 allmählich fertig wurde. Schließlich bin ich mit dem ersten Auto, einem gebrauchten VW-Kabrio mit eingebautem Porsche-Motor (der glücklicherweise bald seinen Geist aufgab) über diesen Autobahnabschnitt gebraust. Herzliche Grüße Klaus Goebel

Rolf Ehrenpreis am :

Mit Interesse habe ich die Konversation über die Geschichte der A1 im Bergischen Land gelesen. Mein Großvater, Karl Weyer, war Bauingenieur und Mitinhaber der Baufirma Gebr. Weyer in Opladen. Diese Firma war Teil eines Konsortiums, das für den Bau eines Bauabschnitts der A1 zwischen Leverkusen und Burscheid zuständig war. Ich habe aus dieser Zeit sehr viele Fotos von den Bauarbeiten, die ich Interessierten gerne zur Verfügung stellen würde. Bitte um kurze Mitteilung, wenn Interesse besteht. (rolf.ehrenpreis@gmx.de)

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