Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Für eine sozial und ökologisch gerechte Zukunft

„Für einen neuen Gerechtigkeitsbegriff“ plädierte beim heutigen (6.) Neujahrsempfang der Remscheider SPD (im Neuen Lindenhof) der ehemaligen Düsseldorfer Bundestagsabgeordneten Michael Müller. Er war bis 2009 fast ein Vierteljahrhundert Mitglied des Deutschen Bundestages und zuletzt Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium. Als Bundesvorsitzender der aus der Arbeiterbewegung hervorgegangenen Naturfreunde-Bewegung gehört Michael Müller zu den umweltpolitischen Pionieren der deutschen Sozialdemokratie. Launisch stellte er zu Beginn seiner Rede den zahlreichen Zuhörern Bundeskanzler Willy Brandt als ein Produkt der Naturfreundebewegung vor. Dieser sei schließlich in den Osterferien 1913 von seinen Eltern während eines Zeltlagers der Naturfreunde an der Ostsee gezeugt worden.

Als erste Umweltorganisation seien die Naturfreunde 1933, damals 60.000 Mitglieder stark, von den Nationalsozialisten verboten worden, anders als andere der Nature verbundenen Vereine. Der Deutsche Alpenverein habe sich den Nazis schon sehr früh angepasst mit einem „Arier-Paragrafen“ in der Vereinssatzung seien Juden bereits 1923 aus den Vereinsheimen verbannt worden. Und auch nach Kriegsende hätten sich zahlreiche nationalsozisalische Umweltfunktionäre verschiedener Verbände  in ihrem Ämtern gehalten und sogar das Bundesverdienstkreuz bekommen.

Müllers Leitspruch war gestern „sozial und ökologisch gerecht“. So stellte er sich eine zukunftsorientierte Wirtschaft und Wirtschaftspolitik vor, aber auch die Gesellschaft insgesamt. Das erfordere der unstrittig Klimawandel. Ziel der Politik müsse es sein, soziale und ökologische Gerechtigkeit miteinander zu verbinden. „Gelingt das nicht, stirbt die Menschheit mit wachsenden Temperaturen aus“, warnte er. Wer Verantwortung zeigen wolle für künftige Generationen, müsse sich bemühen, die Natur in die Gesellschaft zurückzuholen, statt die Ressourcen eines Jahres schon bis zum Juli zu verbrauchen.

Die SPD forderte der ehemalige Bundestagsabgeordnete programmatisch zu “theoretischen und pragmatischen Impulsen“ auf, zu einer „neue Idee von Fortschritt, einem neuen Bild von der Zukunft, mehr Demokratie und klaren Grundsätzen und Prinzipien“. Dazu zählt Müller auch die Rechtstaatlichkeit.

An Willy Brandt hatte bereits in ihrer Begrüßung die SPD-Unterbezirksvorsitzende Christine Krupp erinnert. Es komme für die SPD darauf an, Traditionen immer wieder zu hinterfrag und „auf der Höhe der Zeit sein", wie Willy Brandt es einmal gesagt habe. „Für die Zukunft unserer Gesellschaft müssen wir Antworten zum Thema Arbeit geben! Unsere Antwort als Sozialdemokraten, gerade hier in Remscheid, ist klar: Bildung, Qualifizierung und starke Betriebsräte und Gewerkschaften.“ Letztere legten Wert auf faire Arbeit, ein Grundversprechen des Sozialstaates. „Wer den ganzen Tag arbeitet, der muss davon heute und später in der Rente leben können! Alles andere ist unfair und unsozial! Es muss gelten, zuerst der Mensch, oder: gute Arbeit vor Kapitalabfluss an die Sharholder. Daher streiten wir auch so leidenschaftlich für eine Grundrente, die diesen Namen auch verdient.“

Zurück zur späteren Grundsatzreferat über den globalen Schutz von Klima und Menschheit führte in der „Doppel-Begrüßung“ der SPD Fraktionsvorsitzender Sven Wolf (MdL) mit der „Frage nach der Zukunft unserer Lebenswelt, unserer Umwelt, unseres Planeten. Was ist unsere Antwort auf den drohenden Klimawandel? Was ist unsere Antwort auf die erschreckenden Bilder von extremen Wetterphänomen, ob bei Bränden in Australien oder Sturmfluten in Asien.“ Damit habe sich die Remscheider SPD schon im vergangenen Jahr in ihren Klimaschutzwochen intensiv beschäftigt. Wolf begrüßte Michael Müller als „einen der renommiertesten Umweltpolitiker unseres Landes und unserer Partei, ein Mensch, der schon vor Jahrzehnten nicht müde wurde, vor den Folgen der Klimawandels zu warnen und in unserer Partei das Thema Umweltschutz ganz weit nach vorne gesetzt hat.“  Dessen Referat vorgreifend sicherte Sven Wolf zu: „Wir wollen als SPD gemeinsam die Debatte zum Klimawandel gestalten, ohne eine Gruppe gegen eine andere Gruppe auszuspielen. Wir wollen, das aus einem Klimanotstand kein sozialer Notstand in unserem Land wird!“

Für den musikalischen Rahmen des Neujahrsempfangs sorgte Isabell „Lea" Sander. (Zu weiteren Aspekten der Veranstaltung, insbesondere der diesjährigen Verleihung des SPD-Preises „Stolz auf Remscheid“ an  Ursula Durach (97) und Siegmund Freund (100) siehe den Waterbölles am morgigen Montag)

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Chronist am :

Im Vorfeld des Neujahrsempfangs war Christine Kruppe in der Süddeutschen Zeitung ein Kommentar von Klaus Ott aufgefallen, der dazu aufgefordert hatte, mehr rauszugehen und miteinander von Angesicht zu Angesicht zu reden. Denn bei steigender Unsicherheit vor den Veränderungen und Rissen in unserer Gesellschaft, müssten wir „unsere Wohlfühlblase verlassen“. Dieser Appell richte sich an uns alle, auch an den Berufsstand der Journalisten, meinte die SPD-Unterbezirksvorsitzende. „Genauso wie an, Richterinnen und Richter, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Politikerinnen und Politiker. Wir alle müssen rausgehen zu den Menschen und erklären, was wir tun und warum wir es tun!“

Chronist am :

Gespräche, Debatten oder Diskussionen seien die große Stärke unserer Demokratie, meinte der SPD-Fraktionsvorsitzende Sven Wolf>: „Hier gibt nicht einer allein die Richtung vor, sondern wir alle reden gemeinsam darüber wie wir uns unsere Stadt, unser Land und unsere Gesellschaft vorstellen! Genau zu diesem „Wettstreit der Ideen" wird es dieses Jahr wieder eine Einladung an uns alle geben – mit der Benachrichtigung zur Kommunalwahl am 13. September!“

Norbert Landen am :

Endlich hat die Remscheider SPD (hoffentlich alle) begriffen was notwendig ist, um zu besseren Wahlergebnissen zu kommen. Es bleibt abzuwarten ob die Partei das auch verinnerlicht. Das gilt natürlich für alle Mandatsträger. Viele davon kennen noch nicht einmal Ihren Wahlkreis richtig. Das ist natürlich mit Arbeit verbunden, aber ohne Mühe keinen Lohn.

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!