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'Aufrichtigkeit, Mut, Klarheit – das sind Ihre Stärken!'

„Remscheid ist eine Stadt, auf die ihre Einwohnerinnen und Einwohner zu Recht stolz sein können! Remscheid ist eine Stadt, für die es sich lohnt sich zu engagieren. Das machen viele hundert Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Hierfür sind wir als Remscheider SPD dankbar.“ Mit diesem Vorwort zeichnet die Remscheider SPD seit 2015 Bürgerinnen und Bürger aus, die sich um unsere Heimatstadt verdient gemacht haben. Die erste Preisträgerin war damals ehemalige Oberbürgermeisterin Beate Wilding. Sie war gestern beim Neujahrsempfang ihrer Partei im Saal des Neuen Lindenhofs unter den Gästen, als Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz die Laudatio auf die diesjährige Preisträgerin hielt: die 97 Jahre alte Berlinerin Ursula Durach, die seit 1947 in Remscheid lebt. Der zweite Preisträger ist 100 Jahre alt und ein gebürtiger Remscheider: Siegmund Freund. Er hatte 1936 nach dem „Einjährigen“ die früheren Staatlichen Realgymnasium (heute EMA) verlassen müssen, weil er Jude ist. Er überlebte die KZ von Sachsenhausen und Ausschmitz und lebt heute in Frankfurt. Dort will ihm die SPD ihren Preis übergeben. Im Dezember 2010 kam er nach Remscheid, als vor der EMA ein Denkmal für die ehemaligen jüdischen Schüler enthüllt wurde. 2006 hatte ihm die Schule das Ehrenabitur verliehen.

Seine ganze Familie sei ein Fan von Ursula Durach, bekannte der OB in seiner Laudatio. „Vorneweg meine Tochter Lisa. Ich möchte das erklären. Im Wahlkampf 2014 kandidierte erstmals die Partei Pro Deutschland, eine Partei, die wir mittlerweile leider auch im Rat haben und die sich fast ausschließlich durch Hetze, Provokation und Diskriminierung hervortut. Bei einer Wahlkampfveranstaltung dieser Partei waren Sie, liebe Frau Durach, sehr mutig und sind auf die Akteure zugegangen. Sie waren empört, Sie haben die Redner konfrontiert. Sie haben ihnen gesagt, dass sie keine Ahnung von der nationalsozialistischen Zeit hätten. Sie haben denen erzählt, dass Sie diese Zeit miterleben mussten.“ Tochter Lisa sei von der Aufrichtigkeit und dem Mut von Ursula Durach tief beeindruckt gewesen. „Aufrichtigkeit, Mut, Klarheit, das sind Stärken, die Sie auszeichnen und die heute in der Politik ein rares Gut geworden sind.“ Seit einer gefühlten Ewigkeit ist die agile Seniorin politisch aktiv in der FDP. Burkhard Mast-Weisz konkretisierte das: „Es ist vor allem die FDP von Gerhart Baum, Burkhard Hirsch und Annegret Hamm-Brücher, den großen liberalen Köpfen, die Sie geprägt hat.“

1945 kam Ursula Durach von Berlin ins Bergische. In Berlin hatte sie die Gräuel des Faschismus, die Verfolgung von jüdischen Freunden erlebt. Seit 1947 lebt sie nun in Remscheid. Der OB: „Unsere Stadt ist Ihnen ans Herz gewachsen. Sie haben 1947 geheiratet, um ein Zimmer zu bekommen. Das war in der Zeit nach dem Krieg nichts Außergewöhnliches.“ Auch heute noch genieße Ursula Durach die kulturelle Vielfalt in unserer Stadt, fuhr der Oberbürgermeister fort. Und auch heute noch besuche sie regelmäßig politische Veranstaltungen, diskutiere mit, vermittele Erfahrungen. „Nicht drängend, sondern als Angebot, immer sympathisch!“ Politik liege ihr nun mal am Herzen, vor allem die Bildungspolitik: „Investition in Bildung ist und bleibt Ihre politische Forderung. Im Sozialausschuss haben Sie fünf Vorsitzende erlebt. Man kann sagen, die Vorsitzenden kommen und gehen, Ursula Durach bleibt!“

Wichtig sei ihr auch das Miteinander aller Menschen in unserer Stadt, das der hier geborenen und der Zugewanderten. „Respekt vor der anderen Kultur, dem anderen Glauben, der anderen Herkunft, dass zeichnet Sie aus. Sie geben mit Ihrer Haltung und Ihrem Handeln denjenigen eine klare Antwort, ein klares Nein, deren politische Inhalte aus Hetze, Diskriminierung, Ablehnung und Ausgrenzung bestehen Sie sind ein politisches und ein menschliches Vorbild. Sie dafür auszuzeichnen ist nicht nur sehr angemessen, sondern für uns alle eine Ehre!“

Ursula Durach dankte nach langanhaltendem Beifall gerührt für die Ehrung und warnte vor der Verharmlosung von Rechtsradikalismus. "Dem müssen wir widerstehen!" Und sie verriet, dass zuhause auf ihrem Schreibtisch steht  ein Schild mit dem Spruch "Lieber ein Licht anzünden als über die Finsternis klagen!"

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