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Kinder suchtkranker Eltern brauchen Zuwendung

Foto: Lothar KaiserGedanken zum Nachdenken sind seit gestern auf den Treppenstufen des Remscheider Rathauses in grellem Gelb unübersehbar. So machen Melanie Clemens von der Suchtberatung des Diakonischen Werks im Evangelischen Kirchenkreis Remscheid und die heimische Künstlerin Ute Lennartz-Lembeck darauf aufmerksam, dass etwa jedes sechste Kind in Deutschland in einer Familie aufwächst, in der Alkoholismus oder Drogenabhängigkeit herrschen. Diese „COA“ (Children of Alcoholics/ Children of Addicts) sind die größte bekannte Sucht-Risikogruppe. Ihr Risiko, als Erwachsene selbst suchtkrank zu werden, ist im Vergleich zu Kindern aus nichtsüchtigen Familien bis zu sechsfach erhöht, weiß NACOA Deutschland e.V., die Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien. Für ihre Aktion hatten sich Melanie Clemens und Ute Lennartz-Lembeck den gestrigen bundesweiten „Tag der Kinder aus suchtbelasteten Familien“ ausgesucht.: „All diese Kinder sind von der Sucht ihrer Eltern am meisten betroffen, auch ohne selbst süchtig zu sein!“ Leider bleibt dieses Schicksal laut Statistik etwa 30 Prozent aller Kinder suchtkranker Eltern nicht erspart.

Kinder suchtkranker Eltern brauchen Zuwendung von vertrauenswürdigen Erwachsenen außerhalb ihrer Kernfamilie. Das können Oma, Opa, Tante oder Onkel sein, ebenso aber Lehrer/innen, Erzieher/innen, Kinderärztinnen und Kinderärzte, Sporttrainer/innen, Jugendgruppenleiter/innen oder Sozialarbeiter/innen etc. „Kinder sind unsere Zukunft; sie müssen behütet aufwachsen. Auch Kinder, die für ihre süchtigen Eltern Verantwortung übernehmen  müssen, sollten die Chance haben auf eine gute Entwicklung!“, betonte gestern Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz.  Und er mahnte: „Wer die eigenen Lebenskrisen leugnet, der lügt!“ Es komme darauf an, betroffene Eltern und ihre Kinder nicht zu diskreditieren. „Wir alle sollten die Kinder aus Suchtfamilien nicht ausgrenzen, sondern sie unterstützen, ihnen den Rücken stärken.“ Und auch die Krankheit dürfe nicht verschwiegen werden. Mit dem Thema „Sucht“ sei offen umzugehen.

Das geschieht auf den Postkarten und den ca. 350 gelben und grünen Kieselsteinen, die in den nächsten Tagen noch im Remscheider Rathaus zu sehen sein werden.  Die Steine hatte Ute Lennartz-Lembeck zusammen mit Jungen und Mädchen aus ihrer eigenen „Kunstschule Heimat“, aber auch aus der Kraftstation, den Gemeinschaftsgrundschulen Reinshagen und Kremenholl, dem Leibnitz-Gymnasium und aus dem Lindenhof angemalt. Herzlich dankte der OB gestern Ute Lennartz-Lembeck und Melanie Clemens für ihre ehrenamtliche Aktion. Die Suchtberaterin der Diakonie verwies darauf, dass für deren Hilfe für Kinder aus Remscheider Suchtfamilien kein öffentlicher Finanztopf zur Verfügung steht: „Wir sind auf Spenden angewiesen!“

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Melanie Clemens am :

Der Aktionstag ist geeignet, an Kinder wie Jonas zu denken. Jonas der wieder zu spät und ohne Frühstück in der 1. Klasse sitzt, weil seine Mama wieder diese "verrückte Zeit" hat, Amphetamine konsumiert, und sich um nichts richtig kümmern kann. Oder auch an Marie, die unglaublich viel Angst um Mama hat. Die gutmeinende Oma hat ihr erzählt, dass Mama im Krankenhaus ist und man sie dort leider nicht besuchen kann, nur ab und zu telefonieren. Marie hat Angst, dass Mama so schwer krank ist, dass sie bald stirbt. Maries Mama sitzt wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz seit 2 Jahren in der JVA Willich. Und wir denken an Tom, der mit seinen 5 Jahren schon Profi darin ist, zu erkennen, wann es besser ist, sich zurückzuziehen in die eigene Welt und sich ganz klein und unsichtbar zu machen. Immer dann, wenn der geliebte Papa so glasige Augen hat und nach Alkohol riecht. Diese drei Kinder sind keine Ausnahme. Jedes 6. Kind leidet unter Suchtmitteln, ohne selber zu konsumieren. Aktionstage werden dies nicht ändern, aber wir haben die Chance, aufmerksam zu machen: Darauf, dass wir ein offenes Ohr haben müssen für diese Kinder, nachfragen und Tabus brechen, begleiten und manchmal zusammen "aushalten". Als Verwandter, als Nachbar, als Lehrer oder Sozialarbeiter.... Und wir können aufmerksam machen auf Hilfsmöglichkeiten für die Familie: Die Suchthilfe der Diakonie im Kirchenkreis Lennep und das Remscheider Netzwerk " Kleine Helden". Und natürlich darauf, das es keine regelfinanzierten Angebote für diese Kinder gibt, obwohl sie die Gruppe mit dem größten Risiko ist, selbst an einer Sucht zu erkranken. Die Postkarten, die Steine und die Besucher des Aktionstages sind ein gutes Zeichen, dass die Kinder bei Euch/ bei Ihnen auf offene Ohren gestoßen sind. Dafür herzlichen Dank! (aus: Facebook)

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