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Engagierte Eltern gehen Schulprobleme an

In § 72, Absatz 4, des Schulgesetzes für Nordrhein-Westfalen räumt ein unscheinbarer Satz den Eltern von Schulkindern ein Mitwirkungsrecht ein, dem  angesichts des aktuellen Lehrermangels und Unterrichtsausfalls große Bedeutung zukommt: „Schulpflegschaften können auf örtlicher und überörtlicher Ebene zusammenwirken und ihre Interessen gegenüber Schulträger und Schulaufsicht vertreten.“ Die Remscheider Schulpflegschaften haben das bislang nicht getan. Dabei ist das Gesetz schon 15 Jahre alt; es trat am 15. Februar 2005 in Kraft. Doch jetzt tut sich was. Weil Karsten Neldner, als Klassenpflegschaftsvorsitzender Mitglied der Schulpflegschaft der Sophie-Scholl-Gesamtschule, die Initiative ergriffen hat. Zuerst brachte er dort die Idee zur Gründung einer Stadtschulpflegschaft zur Sprache, und als die allgemein begrüßt wurde, übernahm er die Aufgabe, Kontakt zu den Schulpflegschaften aller Remscheider Schulen aufzunehmen. Das geschah aus Gründen des Datenschutzes zumeist über die Leiter/innen der städtischen Schulen. Auch die fanden die Idee durchweg gut und stellten den Kontakt zu dem /der Vorsitzenden der jeweiligen Schulpflegschaft her. Zitat aus dem Brief von  Karsten Neldner an die Schulpflegschaften: „Die Pädagogen treffen sich schulübergreifend zum Erfahrungsaustausch. In Remscheid gibt es das bei den Elternvertretungen nicht. Aber ist es nicht wichtig, Hintergründe kennenzulernen, Informationen zu sammeln, sachlich zu diskutieren und mitzuwirken, damit die Probleme an den Schulen beseitigt oder zumindest gemindert werden? Wir können viel erreichen, wir müssen es nur gemeinsam anpacken!“

Und so kam es, dass in der vergangenen Woche  bei einem Treffen von 36 Elternvertretern in der Sophie-Scholl-Schule 26 der insgesamt 33 Remscheider Schulen vertreten waren (bis auf die Hauptschule alle Schulformen) und die Gründung einer Stadtschulpflegschaft als Ansprechpartner für Politik und Verwaltung bzw. Vertretung der Elternbelange gegenüber dem kommunalen Schulträger, der Stadt Remscheid, ins Auge fassten:

Vertreter von neun Schulen – Karsten Neldner (Sophie-Scholl-Gesamtschule), Claudia Güttner (Albert-Einstein-Gesamtschule). Patrick Schönepauck (Nelson-Mandela-Sekundarschule), Matthias Schmandt-Quambusch (Albert-Schweitzer-Realschule), Janine Giordani (Alexander-von-Humboldt-Realschule), Claudia Kray (Gemeinschafts-Grundschule Kremenholl), Esther Garcia (Katholische Grundschule Menninghausen), Uta Wiesemann (Heinrich-Neumann-Förderschule) und Frank Lipphardt-Hahn (Hilda-Heinemann-Förderschule) ­ haben sich für den 11. März an der Alleestraße verabredet, um eine Satzung für die neue Stadtschulpflegschaft zu erarbeiten. Der Entwurf soll beim nächsten Treffen der Remscheider Schulpflegschaften am 22. April um 19 Uhr in der Albert-Einstein-Gesamtschule vorliegen.

An Themen, die dringend mit Schulverwaltung und Politik erörtert werden müssen, mangelt es den Elternvertretern nicht, wie sich beim ersten Treffen in der Sophie-Scholl-Schule schnell zeigte:

  • Lehrermangel / Unterrichtsausfall: Darunter leiden  alle Schulen, und das nicht erst seit gestern. Berichtet wurde von (wenig Erfolg versprechenden) Versuchen, mit Seiteneinsteigern dem Lehrermangel zu begegnen. Die Seiteneinsteiger könnten längst nicht alle Fächer abdecken. Besonders in den Förderschulen fehle es an Sonderpädagogen. Einige Schulen hätten mit mehr oder minder großem Erfolg Kontakt mit dem Schulministerium in Düsseldorf und dem Remscheider Schulamt aufgenommen, um auf das Problem aufmerksam zu machen (siehe die laufende Online-Petition „Aktion Bildung - Gegen Lehrermangel, Unterrichtsausfall, Bildungsnotstand“).
  • Kritisiert wurde auch ein „falsches System der Personalplanung“ mit Sabbatjahr, Pension, Schulleiterbesetzung und Einstellungsverfahren. Für Letzteres ein Beispiel: Wenn sich eine Schulkonferenz für eine(n) Bewerber(in) auf eine freie Lehrerstelle entschieden hat und diese(r) nach erster Zusage dann doch noch absagt, dürfe nicht der/die nächste geeignete Bewerber(in) auf der Liste genommen werden, sondern das ganze Verfahren müsse von vorne anfangen. Claudia Güttner, Schulpflegschaftsvorsitzende der Albert-Einstein-Gesamtschule, und Karsten Neldner gegenüber dem Waterbölles: „In Wirtschaftsunternehmen wäre das undenkbar!“
  • Einheitliche bewegliche Ferientage: Damit sind jene drei bis vier schulfreien (Brücken)Tage im Jahr gemeint, die die Schulkonferenzen selbst festlegen können. Dort haben die Elternvertreter ein starkes Mitwirkungsrecht (§65.4 Schulgesetz NRW). Bisher gibt es allerdings nur wenige Schulen, die sich diesbezüglich absprechen. Besonders für Familien mit Kindern an unterschiedlichen Schulen ist das unbefriedigend. Dann kann es vorkommen, dass das eine Kind schulfrei und das/die andere(n) Unterricht hat bzw. haben. Dann ist es nichts mit gemeinsamer Freizeit!
  • Schreiben lernen in den Grundschulen: hier Grundschrift, dort Druckschrift, anderswo Schreibschrift. Das klingt nach Wirrwarr statt nach klaren Vorgaben.
  • „Tag der offenen Tür“ in den Schulen: Von den Elternvertretern wurde beim Treffen am vergangenen Dienstag bemängelt, dass der "Tag der offenen Tür" bei einigen Schulen auf den gleichen Samstag fällt. So werde interessierten Eltern die Möglichkeit genommen, sich mehrere Schulen anzuschauen.

Viel zu tun also für Eltern, denen die schulische Entwicklung ihrer Kinder am Herzen liegt. Was aber ist der Grund dafür, dass sich nur wenige Eltern bereiterklären, in Klassen- und Schulpflegschaften mitzuarbeiten? Haben sie das Gefühl, nichts oder nur wenig bewirken zu können? „Wir können viel erreichen, wir müssen es nur gemeinsam anpacken!“, appellierte Karsten Neldner an die Schulpflegschaften. Einen Versuch ist das allemal wert!

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Kommentare

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Maik Osterode am :

Ich finde es toll das sich die Eltern zusammen schließen wollen, um etwas zu verändern. Ich hoffe das sich die Eltern an die richtigen Stellen wenden werden und hier nicht nur laut aufschreien. Zu dem Inhalt des Artikels habe ich aber Anmerkungen: 1) Finde ich es schade, das zwei Schulen hier so deutlich als Förderschulen bezeichnet werden! Warum kann man nicht einfach "Heinrich-Neumann-Schule" oder "Hilde-Heinemann-Schule" schreiben? Ja mir ist bewusst, das die Stadt Remscheid beide Schulen auf der städtischen Internetseite selber als Förderschulen bezeichnet. Aber muss man diesen Aspekt so herausheben? Die Schülerinnen und Schüler haben es so schon in der Gesellschaft schwer genug, wenn Sie sich einen Ausbildungsbetrieb suchen und häufig das nachsehen haben, da Sie ja von einer "Förderschule" kommen. Oder gar ein Berufskolleg zu besuchen. Beide Schulen haben einen Förderschwerpunkt der jenen Kindern gerecht wird, die im "normalen" Schulsystem nicht zurecht kommen aus den unterschiedlichsten Gründen. Oft auch, weil die Schulen mit diesen, nennen wir Sie mal Besondere Kinder, im Unterricht nicht händlen können. Beide Schulen stehen Ihren Schülern und deren Eltern bei den bestmöglichen Schulabschluss zu erreichen. Ich finde es schade, dass über die Schulform ein Kind in eine "Schublade" gesteckt wird. Und das es einmal die Stadt Remscheid in Ihrem Internetauftritt und auch in Artikeln wie diesen dies immer wieder geschieht. 2) Es wird, wie hier auch, immer wieder über den Lehrermangel gesprochen. Auch das Seiteneinsteigern die Möglichkeit gegeben wird dort Ihr Wissen weiterzugeben. Dabei darf ein Aspekt nicht verachtet werden: Viele dieser Seiteneinsteiger habe etwas, was Lehrer zum Teil nicht haben: Praktische Erfahrung in der Wirtschaft, Industrie und Gesundheitswesen. Davon können Schülerinnen und Schüler nur profitieren. Auch hier ist die Hürde als Seitenensteiger in Frage zu kommen nicht gerade niedrig. Diese müssen ein Studium über sieben Semester und mindestens 2 Jahre Berufserfahrung nachweisen. Und dann vorher noch weitere Schulungen absolvieren. Aber, und da haben Sie Recht, nicht alle Fächer abdecken. Aber das können Lehrer auch nicht. Aber auch im Lehramt herrscht gerade ein "Fachkräftemangel", wie inzwischen in vielen Bereichen. Was mich wieder zu Punkt 1 zurück führt, dass Schülerinnen und Schüler , die ggf. gute Handwerker oder andere Fachkräfte werden könnten, keine Chance erhalten da Sie mit dem Stigmatisierung von einer Förderschule zukommen leben müssen. Vielleicht könnte man Anfangen die Situation dieser Menschen zu verändern, wenn man den Sprachgebrauch in Artikeln wie diesen zuändern und Sie einfach als "Hilde-Heinemann-Schule" oder Heinrich-Neumann-Schule" zu bezeichnen.

Chronist am :

„Die vorhandenen Absprachen werden als ausreichend und zielführend empfunden. Durch die frühzeitige Bekanntgabe der verschiedenen Termine (Öffnungs- und Schließungstage während der Ferientage und den Brückentagen) besteht eine ausreichende Planungssicherheit für Familien. (…) Gemäß Kooperationsvereinbarung bietet die OGS an allen beweglichen Ferientagen sowie an unterrichtsfreien Tagen eine Betreuung mindestens von 08:00 Uhr bis 16:00 Uhr an. Sollte im Rahmen einer im angemessenen zeitlichen Abstand im Vorfeld durchgeführten Bedarfsabfrage nur ein geringer Betreuungsbedarf für den jeweiligen Tag festgestellt werden, so kann die OGS in Abstimmung mit der Schule geschlossen werden. Der bestehende Betreuungsbedarf wird im Rahmen von Notbetreuungsgruppen an anderen Schulen aufgefangen. Hier stimmen sich die Remscheider OGS untereinander ab. Nach Möglichkeit wird auch hier den Familien eine wohnortnahe Betreuungsmöglichkeit angeboten. (...) Das Betreuungsangebot an den beweglichen Ferientagen und den Ferienzeiten steht allerdings nur den Kindern zur Verfügung, die auch einen Betreuungsvertrag mit dem Träger der OGS geschlossen haben.“ (aus: Mitteilungsvorlage für den Schulausschuss am 4. März und den Jugendhilfeausschuss am 11. März)

Chronist am :

Die Regelungen zu den Ferien in Schulen sind in der „Ferienordnung NRW – BASS 12-65 Nr. 1 festgeschrieben. Es werden hier sowohl die Ferien, wie auch die Anzahl der beweglichen Ferientage je Schuljahr aufgeführt. (…) BASS12-65 Nr. 1 Absatz 3: „Der einzelnen Schule stehen in den Schuljahren 2021/22 und 2022/23 drei und in den Schuljahren 2019/20, 2020/21 und 2023/24 vier bewegliche Ferientage zur Verfügung. Mindestens einer der beweglichen Ferientage ist den örtlichen Verhältnissen bei Festen entsprechend, insbesondere bei Volks- und Heimatfesten und in der Karnevalszeit, als Brauchtumstag festzulegen. Die Schulkonferenz entscheidet über die Terminierung der beweglichen Ferientage im Einvernehmen mit dem Schulträger. Eine einheitliche Regelung für alle Schulen einer Gemeinde ist anzustreben. […] Die Entscheidung ist spätestens acht Wochen vor Beginn der Sommerferien des kommenden Schuljahres zu treffen. Die Schulleitung unterrichtet unverzüglich die Schülerinnen und Schüler, Eltern und die Schulaufsichtsbehörde.“ (aus: Mitteilungsvorlage für den Schulausschuss am 4. März und den Jugendhilfeausschuss am 11. März)

Lothar Kaiser am :

"Die Mitteilungsvorlage zu den beweglichen Ferientagen stellt uns nicht zufrieden", sagte heute in der Sitzung des Schulausschusses Erden Ankay-Nachtwein (SPD). Allerdings konnten mehrere Schulleiter, darunter Dr. Thomas Giebisch (Leibniz-Gymnasium) darlegen, dass eine zentrale Koordinierung für alle Remscheider Schulen nicht möglich sei. Auch erführen die Eltern schon sehr früh von den freien (Brücken-)Tagen. In den Schulkonferenzen werde da schon ein Jahr im Voraus geredet.

Chronist am :

Zur Sitzung des Schulausschusses am 22. April hat die SPD-Fraktion bei der Verwaltung angefragt, wie das Schulamt und der Schulträger die Gründung einer Stadtschulpflegschaft organisatorisch unterstützen wollen, ob etwa der Stadtschulpflegschaft eine Teilnahme und Beratung im Schulausschuss ermöglicht werden kann, ähnlich wie im Bereich der frühkindlichen Erziehung durch den Jugendamtselternbeirat? Zitat: „Wir begrüßen ausdrücklich, dass sich die Schulpflegschaft der Remscheider Schulen vernetzen und eine stadtweite Schulpflegschaft initiieren wollen. Neben den Schulen, die durch die die Schulleitungen vertreten sind, sollten auch die Eltern in die Beratung über die Remscheider Schullandschaft einbezogen werden. Eine Stimme und Mitberatung im Schulausschuss wäre wichtig und wünschenswert."

Chronist am :

Dass sich die Stadtschulpflegschaft wegen Corona noch nicht habe gründen können, berichtete heute im Schulausschuss Erden Ankay-Nachtwein (SPD) im Namen ihrer antragstellenden Fraktion. Der Verwaltung war das allerdings schon bekannt. Schuldezernent Thomas Neuhaus fasste sich kurz: Unterstützung werde es selbstverständlich geben; die Teilnahme einer Vertreters / einer Vertreterin der Stadtschulpflegschaft an den Sitzungen des Schulausschusses in beratender Funktion müsse allerdings erst noch rechtlich werden.

Karsten Neldner am :

Am 22. April sollte die Gründungsversammlung der Stadtschulpflegschaft in der Albert-Einstein-Schule stattfinden. Ein Arbeitskreis von Elternvertreter aus 12 Schulen hat eine Satzung erarbeitet und eine Agenda vorbereitet. Aufgrund der Corona-Krise musste der Termin der Versammlung verschoben werden. Die Stadtschulpflegschaft plant, sich nach den Wahlen der Schulpflegschaften der einzelnen Schulen zu gründen. Die Schulpflegschaften aller Remscheider Schulen sind gut vernetzt. Die Elternvertreter tauschen sich auch weiterhin untereinander aus. Sie sind in Kontakt mit der Remscheider Verwaltung und Politik, verfolgen die Sitzungen des Schulausschusses als Zuschauer und nehmen beratend an Veranstaltungen rund um das Schulwesen teil. Einem Sitz mit beratender Stimme im Schulauschuss steht nach der Gründungsversammlung eigentlich nichts im Weg. Die Entscheidung dafür kann und sollte schon jetzt getroffen werden.

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