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Aktionsplan gegen Extremismus für Remscheid

Auf Antrag der Fraktionen und Gruppen von CDU, SPD, GRÜNEN, DIE LINKE, FDP und W.i.R. hatte der Rat der Stadt am 22. Februar 2018 die Verwaltung einstimmig beauftragt, „Schwerpunkte für einen Aktionsplan gegen Extremismus für Remscheid“ fest- und dem Rat ein Handlungskonzept vorlegen. Dem ist die Verwaltung jetzt nachgekommen und hat zur Ratssitzung am 27. Februar die folgende Erklärung des mit Thesen zum Extremismus ausgearbeitet:

  • Remscheid ist eine weltoffene Stadt (Wir sind und bleiben Heimat für Menschen aus über 120 Nationen).
  • Remscheid ist eine tolerante Stadt (Wir sind und bleiben eine Stadt, die offen ist für Menschen unterschiedlichster Herkunft, jeden Glaubens, jeder Nationalität und unterschiedlichster Lebensgestaltungen).
  • Remscheid ist eine solidarische Stadt (Wir stellen uns gegen jede Form von Diskriminierung).
  • Remscheid ist eine Stadt, in der die Würde eines jeden Menschen ihr höchstes Gut ist. Wir achten die Integrität eines und einer jeden einzelnen und werden alles dafür tun, dass alle Menschen hier in Würde leben können.
  • Remscheid ist eine einladende Stadt (Wir laden die Menschen in unserer Stadt ein, an deren Zukunft durch Mitwirkung bei Wahlen, Mitwirkung in Parteien, Dialogen und Beteiligungsverfahren auf allen Ebenen (Stadt, Bezirksvertretung und Quartier) mitzumachen).
  • Remscheid ist eine Stadt der guten Bildung (Die Bildungskoordination erfolgt durch das Bildungsbüro der Stadt. Bildung in allen Facetten ist der Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe für alle Bürgerinnen und Bürger jeden Alters).
  • Remscheid ist eine Stadt mitten in Europa (Wir pflegen die Partnerschaft zu allen Partnerstädten, bereichern sie durch gegenseitige Besuche und Austausch und unterstützen die Partnerschaftsvereine in ihrem Einsatz dafür, diese Beziehungen lebendig zu erhalten

In Würdigung dieser Prämissen fordern wir dazu auf und werden dafür Sorge tragen, dass

  • ein umfassendes Bildungsangebot von der Kindertagesstätte bis zur Schule allen jungen Menschen ein selbstbestimmtes Leben und berufliche Perspektiven ermöglicht (Im Investitionsprogramm der Stadt wird der Ausbau des Betreuungsangebotes in Kindertageseinrichtungen und der weiteren Sanierung und Ausbau der Schulen mit Priorität berücksichtigt. Der Anschluss aller Schulen an das Breitbandnetz – Voraussetzung für die digitale Schule der Zukunft – wird mit Hochdruck verfolgt),
  • in unseren Schulen die Geschichte Deutschlands, insbesondere die Gräueltaten der nationalsozialistischen Jahre, und die Werte unserer Verfassung lebendig vermittelt werden,
  • auch weiterhin Klassen- und Studienfahrten zu den Orten der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft angeboten werden, um jungen Menschen die Gräueltaten in der Zeit des Faschismus näher zu bringen und ihnen die daraus resultierende Verantwortung für unser demokratisches Gemeinwesen zu vermitteln (Der Rat appelliert an das Land NRW, dieser Forderung durch die Fortführung geeigneter Fördermaßnahmen nachzukommen. Der Rat appelliert darüber hinaus an die Schulen, in den Curricula der Zeit des Faschismus ausreichend Raum zu geben. Ebenso müssen die Werte des Grundgesetzes und die aktuellen Bedrohungen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung durch extremistische Entwicklungen regelmäßig thematisiert werden. Wir begrüßen die geplante Abordnung einer Lehrkraft/Fachkraft in den schulpsychologischen Dienst durch das Land NRW für die Stärkung der Präventionsarbeit von Schulen bei gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Antisemitismus, Islamismus und Salafismus sowie Rechts- und Linksextremismus (Dr. 15/6421) und erwarten eine zeitnahe Umsetzung),
  • die Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall ein Ort der Erinnerung und Mahnung, aber auch ein Ort der Information und Bildung bleibt, (Die Stadt unterstützt durch ihre Mitgliedschaft im Trägerverein und durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Vorstand und bei Veranstaltungen das Engagement in der Begegnungs- und Bildungsstätte.)
  • Verwaltung und Polizei im Rahmen der Kommunalen Ordnungspartnerschaft ROSI weiterhin eng zusammenarbeiten, um Menschen Sicherheit und Schutz zu gewährleisten (Verwaltung, Polizei, Gericht und andere arbeiten im Rahmen der Remscheider Sicherheits- und Ordnungsinitiative eng und vernetzt miteinander. Die Verwaltung ist beauftragt, in 2020 das vom Rat beauftragte Sicherheitskonzept vorzulegen. Hierbei erfolgt auch die Einbeziehung unterschiedlichster gesellschaftlicher Gruppen mit Hilfe externer Fachberatung innerhalb eines Workshops),
  • jede Form von Hetze, Bedrohung oder Gewalt gegen einzelne oder Gruppen mit allen juristischen Mitteln geahndet werden (Der Rat bekennt sich zu einer „null Toleranz- Haltung“ gegen jede Form von Feindlichkeit gegenüber Menschen unterschiedlichen Glaubens, Herkunft, Geschlecht und Lebenseinstellung),
  • alle demokratischen Parteien den Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern sichern, sie zu Bürgerwerkstätten, Dialogveranstaltungen und Gremiensitzungen einladen, ihnen zuhören und ihre Belange ernst nehmen (Der Rat bekennt sich dazu, Bürgerinnen und Bürger im Rahmen seiner Verantwortung in politische Entscheidungsprozesse auf allen politischen Ebenen in der Stadt einzubeziehen),
  • wir die Beiräte in unserer Stadt, die sich im besonderen Maße für Jugendliche, Zugewanderte, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Handicaps einsetzen, in ihrer Arbeit und mit ihren Anliegen unterstützen (Die Beiräte werden auch künftig in ihrer Arbeit durch die Mitwirkung der Verwaltung und durch die Bereitstellung entsprechender finanzieller Mittel unterstützt),
  • auch künftig die Begegnung von Menschen unterschiedlichen Glaubens in ihren Einrichtungen, aber auch im Rathaus stattfinden (Verwaltung und Politik werden den Dialog mit Menschen unterschiedlichen Glaubens fortsetzen. Begegnungen in Kirchen, Moscheen und Synagoge sind dazu geeignete Formate. Der Oberbürgermeister wird weiterhin sowohl zum Fastenbrechen als auch zu Veranstaltungen mit den christlichen Gemeinden einladen. Die Zusammenarbeit mit der jüdischen Kultusgemeinde wird weiter ausgebaut),
  • Auftrag des Rates, der Verwaltung und der Stadtgesellschaft bleibt, alles dafür zu tun, dass Menschen in unserer Stadt kein Leben in Armut führen müssen oder von Armut bedroht sind und wir uns auf Landes- und Bundesebene für die dafür erforderlichen sozialgesetzlichen Rahmenbedingungen einsetzen (Rat und Verwaltung werden es weiterhin nicht akzeptieren, dass jedes vierte Kind in Familien lebt, die von Armut bedroht sind oder als arm gelten. Die Stadt Remscheid wird als eine der Trägerinnen des Jobcenters Remscheid aktiv darauf hinwirken, dass insbesondere Jugendarbeitslosigkeit, Langzeitarbeitslosigkeit, Arbeitslosigkeit von Frauen, Migranten und älteren Arbeitslosen nachhaltig bekämpft wird. Das Sozialmonitoring wird weiterentwickelt, um weitere gezielte Maßnahmen gegen Armut und Ausgrenzung in der Stadt um im Quartier durchführen zu können. Altersarmut ist ebenfalls eine große Herausforderung für die Stadtgesellschaft. Die Rahmenbedingungen für eine sozial gerechte Stadt werden bundespolitisch festgelegt. Rat und Verwaltung erwarten vom Gesetzgeber, dass

- der Mindestlohn den wirtschaftlichen Gegebenheiten angepasst und erhöht wird,
- die Bemessung des Arbeitslosengeldes der Dauer der vorherigen beruflichen Arbeit entspricht,
- Rente und Grundsicherung ein würdevolles Leben im Alter ermöglichen,
- ambulante und vor allem stationäre Pflege ausreichend angeboten wird und finanziell nicht überfordert.
- die Budgets für Bildungsangebote und Fachqualifizierungen der Arbeitsagentur Wuppertal Solingen und des Jobcenters Remscheid angemessen ausgestattet sind, damit Arbeitslose durch Qualifizierung fest im Arbeitsmarkt integriert werden.

  • attraktiver und bezahlbarer Wohnraum für alle sichergestellt wird und bleibt (Wohnen ist Grundrecht. Die aktuellen Diskussionen um den Verkauf von Wohnungen durch die LEG hat gezeigt, wie sensibel die Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch die Stadtgesellschaft auf solche Entwicklungen reagiert. Die Verwaltung ist beauftragt, mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln dafür Sorge zu tragen, dass insbesondere der soziale Wohnungsmarkt nicht implodiert. Wohnraum muss in angemessener Form und bezahlbar zur Verfügung stehen. Der mehrheitlich städtischen Wohnungsbaugesellschaft GEWAG kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Für unterschiedliche Bedarfe müssen entsprechende Flächen ggf. erworben und entwickelt werden. Die von der Verwaltung erarbeitete Konzeption zur Weiterentwicklung der Sozialen Wohnraumförderung wird umgesetzt, um Wohnungsleerstand zurückzudrängen und gutes Wohnen zu angemessenen Konditionen für Bürgerinnen und Bürger mit geringem Einkommen sicherzustellen),
  • wir das Miteinander in den einzelnen Stadtteilen und Quartieren durch gezielte Förderprogramme und Unterstützung des lokalen Engagements fördern,
  • wir die Bedeutung der vielfältigen Vereine in unserer Stadt wertschätzen und sie in ihrer Arbeit unterstützen und fördern,
  • wir das Ehrenamt, dem die Stadtgesellschaft viel zu verdanken hat, stärken (Ehrenamt ist der soziale Kitt unserer Stadt. Ohne das Ehrenamt würde kein Verein funktionieren, würden viele Feste und Veranstaltungen nicht stattfinden. Die Verwaltung ist beauftragt, insbesondere mit allen ehrenamtlich geführten Vereinen und Organisationen in unserer Stadt eng zusammen zu arbeiten und diese bei ihren jeweiligen Anliegen zu unterstützen),
  • wir die kulturelle Bildung in unserer Stadt weiterhin stärken (Die Einrichtungen der kulturellen Bildung der Stadt und der freien Träger tragen mit ihren unterschiedlichen Formaten in besonderer Weise dazu bei, die Identifikation mit der eigenen Stadt zu stärken. Sie sind Informations- und Bildungsinstanz für eine breitgefächerte Zielgruppe und somit unverzichtbare Bestandteile der kommunalen Infrastruktur),
  • wir uns weiterhin um gezielte Programme zum Thema Extremismus bemühen und diese bei Förderung umsetzen werden.

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Kommentare

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Bettina Stamm am :

Ist das jetzt schon der Aktionsplan und das Handlungskonzept gegen Extremismus in Remscheid oder nur eine Erklärung der Verwaltung?

Lothar Kaiser am :

Es ist die Beschlussvorlage für den Rat der Stadt.

Lothar Kaiser am :

Auf mich wirkt die Beschlussvorlage wie die Abschrift von Merkzetteln auf einer Tafel, auf der die Teilnehmer eines Workshops alles gesammelt haben, was ihnen zum Thema eingefallen ist. Was mir fehlt ist eine Zehn-Punkte-Liste mit den Maßnahmen, die nun alsbald angegangen werden sollen.

Lothar Kaiser am :

Die CDU-Fraktion dazu in der Ratssitzung am vergangenen Donnerstag im Zusammenhang mit ihrer Forderung nach einem Extremismus-Beauftragten: "In die Ratssitzung vom 27. Februar 2020 hatte die Stadtspitze einige Thesen zum Extremismus eingebracht. Die meisten Ratsmitglieder betrachteten dieses Papier als noch ausbaufähig."

Bettina Stamm am :

Wenn die Aufstellung dieser „Thesen“ tatsächlich die Umsetzung des Aktionsplans und das Handlungskonzept gegen Extremismus darstellen soll, verwundert es ein wenig, warum man zwei Jahre dafür gebraucht hat. Hier werden lediglich bereits bekannte Absichtserklärungen aufgelistet, die für mich teilweise in keinem Zusammenhang zu einem Aktionsplan gegen Extremismus stehen. Es ist sicherlich zutreffend, dass die soziale Lebenssituation beim Thema Extremismus eine Rolle spielt, doch trifft dies 1. nicht auf die Wählerschaft der AfD zu, und darüber hinaus 2. dann die Frage warum sich nichts ändert, wenn man sich der Ursachen bewusst ist? Da soll man z.B. „der rechten Blase nicht auf dem Leim gehen“. Um erkennen zu können, wie extremistische populistische in den sozialen Medien agieren, bedarf es Aufklärungsarbeit und Präventionsstrategien sowie Ansprechpartner an Schulen, in Vereinen, Firmen und die Installation öffentlicher Beratungsstellen etc. - Akteure die auch untereinander vernetzt sind und sich austauschen. Einen entsprechenden Aktionsplan oder ein Handlungskonzept mit strategischen Zielen und konkreten Maßnahmen auf Basis einer Analyse vor Ort kann ich hier nicht erkennen. Angebracht wäre es m.E. in diesem Zusammenhang die Verwendung des Begriffs „Tolerant“ zu überdenken. Toleranz wird geübt gegenüber anderen Meinungen und Ideen, man duldet; man lässt Unterschiede zu. Fundamentaler Respekt, Freiheit und Würde sind aber nicht verhandelbar.

Michael Gers am :

Was mich immer wieder verwundert.....Extremismus ist nur Rechts und wenn möglich von der AFD organisiert.....ist man da auf einem Auge blind oder passt das nur so in ein etwas einseitiges Weltbild. EXTREMISMUS ist immer falsch ob von Rechts oder Links ob von Deutschen,Franzosen,Türken oder Amerikanern....hat mit der Herkunft und der Religion nichts zu tun....der offene und ralistische Umgang damit könnte ein Schritt zur Beseitigung sein. Aber dafür muß man beide Augen öffnen.

Gerda Spaan am :

Und wo ist denn bitte der auf dem anderen Auge vermutete?

Eija Tirkkonen am :

Ob man auf einem Auge blind ist, würde ich nicht in den Mittelpunkt stellen. Aktuell ist die Gefahr sicherlich durch die Rechtsextrmisten gegeben. Die Folgegefahr ist allerdings meiner Meinung nach die infantile Aufteilung der Gesellschaft in Feindbilder. Sie erlauben viel zu bequem, mit dem Problem nicht zu beschäftigen, sondern erhabene Distanz zu wahren, als ob man selbst nicht Teil des Problems wäre. Ich frage mich am Rande, was unser gesellschaftlicher Diskurs auf einen Radikalisierten ausübt, wenn wir den Begriff „Killerinstinkt“ positiv besetzen? Wenn die Prämisse der Führungselite das Ausschalten der Empathiefähigkeit ist, um ein Ziel rückichtslos zu erreichen? Es ist zu leicht, den Extremismus in irgendeine von uns getrennte Lager zu verbannen. Nach der Kemmerich Wahl in Thüringen konnten seine Kinder nicht mehr ohne Polizeischutz zur Schule gehen. Die Feindbilder sind mittlerweile befestigt und Morddrohungen Alltag. Hetze hat eben kein politisches Heimat. Wenn die Würde des Menschen beraubt wurde, ist der Übergang zur Gewalt fließend. In der finnischen Zeitung war am heutigen Tag eine Kolumne, die nachdenklich macht: Zuerst teilt man das Volk in gut und böse, danach schießt man aufeinander. Man sollte den Feindbildern nicht auf dem Leim gehen.

Andreas Körber am :

Ja, Herr Kaiser, geht mir ähnlich. Unverdächtige, vor allem aber unverbindliche Absichtserklärungen. Sie bewirken nichts, sie tun aber auch keinem weh - Politikersprech eben. Sie erinnern mich an ein Bonmont eines Kollegen, der da meinte, die Politik kämpfe mal wieder für das Recht eines jeden in diesem Land, im Winter warme Socken tragen zu dürfen. Konnten wir etwas anderes erwarten? Die Politik ist in ihrer gänze nicht Sprach- aber offensichtlich orientierungs bzw. willenlos. Frau Stamm empfiehlt "Aufklärungsarbeit und Präventionsstrategien sowie öffentlicher Beratungsstellen etc". Haben wir das nicht schon gehabt? Jahrzehntelang wurden die Folgen des Nationalsozialismus in den Schulen aufgearbeitet. Schulklassen durch KZ geführt. Funk und Fernsehen, Bücher und Zeitschriften waren voll davon. Wer nicht blind, taub oder doof war, konnte dem gar nicht entgehen. Der Erfolg scheint überschaubar. Also alles wieder auf Anfang? Ich fürchte diese Art der Geschichtaufarbeitung hat das Elend des tausendjährigen Reiches und seiner Opfer lediglich trivialisiert. Nach der schier endlosen Wiederholung wurde es, wie die morgentliche Kaffeetasse, einfach beiseite geschoben. Wie aber könnte eine erfolgreiche gesellschaftspolitische Gefahrenprävention aussehen? Da wird uns empfohlen keine Feindbilder zu kreiren. Gilt das auch für die AfD. Ist sie und ihr Spitzenpersonal nicht längst zu einem Feindbild geworden? Wir die Guten, jene dort aber, die Bösen. Und was, Frau Tirkkonen, sagt das über uns selbst? Und was ist mit ihren Wählern, sind die seit Hanau nun auch "Feinde"? Entziehen wir ihnen das Wahlrecht, bürgern wir sie aus, sperren wir sie ein? Der Bundestagspräsident, Herr Schäuble, fordert einen "wehrhaften Staat gegen den Rechtsterror", nachzulesen im gestrigen Handelblatt-Online. Der Staat soll es nun also richten. Er hat schließlich die Polizei- und Justizhoheit in diesem Land. Ein Staat der sich seit Jahren der Verantwortung für das Gemeinwohl entzieht. Ein Staat, dem ca. 25000 Polizeibeamte, keine Ahnung wie viele Richter, ca. 35000 Lehrer und etwa 100000 Pflegekräfte fehlen. Ein Staat der den Sozialen Wohnungsbau eingestampft hat, sodaß heute bezahlbarer Wohnraum mancherorts Mangelware ist. Vom Zustand unseres Straßen-, Brücken- und Schienennetzes ganz zu schweigen. Ein Staat der Kindergartenplätze für U3-Kinder garantiert, allerdings nur auf dem Papier. Ein Staat der das Gesundheitswesen durch Krankenhausgesellschaften privatisiert hat. In manchen Gemeinden sogar das Trinkwasser. Der viele Rentner nach einem langen Berufsleben zu Almosenemfängern gemacht hat, Frauen zumal. Was nun durch eine Grundsicherung teilweise gemildert werden soll. Der sich weder um ein Nitratfreies Grundwasser noch eine die Richtwerte einhaltende Luftqualität kümmert. Richtwerte, die er in Brüssel selbst mitbestimmt hat. Der zwar das Pariser Klimaschutzabkommen unterschrieb, aber keine Anstalten macht die dafür notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Wie war das mit Tempo 130? Warum ist der Dieselkraftstoff eigentlich immer noch subventioniert? Und das alles bei vollem Steuersäckel. Die Liste ließe sich problemlos verlängern. Ein Staat schließlich, der seine Bürger bestenfalls als Steuerzahler oder aber als Störung im Verwaltungablauf sieht. Vieleicht hat er ja Recht....

Norbert Landen am :

Ich möchte nur wissen, was unsere Politiker dazu sagen. Vielleicht sagen Sie nichts, weil sie dieses, was sie ansprechen, Herr Körber, verursacht haben und nichts unternehmen, um es zu ändern.

Lothar Kaiser am :

Dass der Rat der Stadt in der Beschlussvorlage der Stadtverwaltung den gewünschten Aktionsplan nicht erkennen konnte, sondern lediglich eine Themensammlung, machten in der gestrigen Sitzung Sprecher mehrere Fraktionen und Ratsgruppen deutlich. Schon zu Beginn dieses Tagesordnungspunktes hatte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz eingeräumt, nach dem Versenden der Vorlage mehrfach kritisch auf das Papier angesprochen worden zu sein. Der OB griff den Vorschlag der CDU, darüber nicht abzustimmen, sondern es als Mitteilung zur Kenntnis zu nehmen und daran weiter zu arbeiten´. Thomas Brützel (W.i.R.) hatte da schon eine Idee: „Die Thesen verlangen nach einer Diskussion, und dafür brauchen wir ein Forum. Daraus kann sich dann ein Aktionsplan entwickeln!“ Dafür wünschte sich Beatrice Schlieper (Grüne) einen Zeitplan.

Andreas Körber am :

Nanu, habe ich da etwas verpasst? Schon merkwürdig genug, daß eine Stadtverwaltung, also das Exekutivorgan der Stadtregierung, einen politischen Plan vorlegen soll, mit dem der Kampf gegen den Extremismus geführt werden soll. Das scheint mir keine originäre Aufgabe einer Verwaltung, sondern der Politik und der sie tragenden Parteien selbst zu sein. Nun aber ist die Politik mit der Vorlage der Verwaltung unzufrieden. Aber anstatt den Kampf gegen die Auswüchse des politisch motivierten, oftmals tödlich endenden Extremismus (NSU, Walter Lübcke) nun selbst entschlossen zu führen, wünscht sich die Politik ein Forum um erst einmal darüber zu diskutieren. Frei nach dem Motto: "Wer nicht weiter weiss, der gründe einen Arbeitskreis"! Ich glaube die Vertreter der AfD und alle ihnen nahestehenden werden vor Lachen nicht mehr in den Schlaf kommen! Wer so entschlossen kämpft, hat schon verloren...

Wählergemeinschaft W.i.R. am :

Aus Sicht der Wählergemeinschaft in Remscheid (WiR) fehlt dem neuen Sicherheitskonzept der Stadt Remscheid ein entscheidendes Element – die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. „Man kann ja den personellen und technischen Aufbau des Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) begrüßen – ein Konzept ist das noch nicht, und den Kern der Probleme löst das auch nicht“, meint Roland Kirchner, Oberbürgermeisterkandidat der WiR. „Von all den Sicherheits- und Ordnungspartnerschaften hat man die mit den Bürgerinnen und Bürgern vergessen – selbst bei einem Thema wie der Spielplatzpflege.“ Dabei geht es der WiR nicht darum, alle Lasten auf das Ehrenamt abzuwälzen, sondern eine Partnerschaft zu entwickeln, in denen Aufgaben geteilt werden und das Ehrenamt massiv unterstützt wird. Dazu Kirchner: „Es gibt in Remscheid so viele stadtteilbezogene Interessengemeinschaften und Nachbarschaften. Wenn wir diese bei der Sorge um ihr Quartier unterstützen, erreichen wir viel mehr als mit anderen Mitteln.“ Dabei kann die WiR sich gut eine Symbiose vorstellen: die Stadtteilinitiative erhält eigene Mittel für Ordnung und Sauberkeit und einen schnellen Draht zu KOD und TBR, wenn Dinge passieren, die die Kompetenzen der Ehrenamtler übersteigen. „Wenn es nach den Willen der WiR gehen würde, würden wir nach der Kommunalwahl den Interessengemeinschaften und Initiativen Quartierspartnerschaften anbieten: Stadt und Quartiersgemeinschaften erarbeiten ein Konzept für Sauberkeit, Sicherheit und Ordnung im Quartier und schließen quasi einen Vertrag, der die Aufgaben der Quartiersgemeinschaften regelt, wie die Stadt diese finanziell und personell unterstützt und wie die Servicegarantie der Stadt aussieht“ so die Idee Kirchners. Auf diesem Wege möchte man Stück für Stück Remscheid in ein Gebiet bürgerschaftlicher Quartierskonzepte für Sicherheit und Ordnung überführen – und davon verspricht man sich bei der WiR den größten Beitrag zum Thema.

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