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In Remscheid verdienen Frauen 560 Euro weniger

Pressemitteilung der Gewerkschaft Nahrung- Genuss-Gaststätten, Region Düsseldorf-Wuppertal

Sie arbeiten genauso lang wie Männer, ziehen aber beim Verdienst den Kürzeren: Frauen, die in Remscheid eine Vollzeit-Stelle haben, verdienen rund 560 Euro weniger im Monat als ihre männlichen Kollegen. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten zum Internationalen Frauentag am 8. März hingewiesen. Die NGG beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Danach liegt das durchschnittliche Vollzeit-Einkommen von Frauen in Remscheid aktuell bei 3.054 Euro im Monat – Männer mit der gleichen Arbeitszeit kommen auf 3.617 Euro. Das macht einen Unterschied von 16 Prozent.

„Es kann nicht sein, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt noch immer so stark benachteiligt sind. Viele Unternehmen in der Region nutzen das Lohngefälle aus, obwohl sie mehr zahlen müssten“, kritisiert Zayde Torun von der NGG-Region Düsseldorf-Wuppertal. Besonders problematisch sei die Situation in frauendominierten Berufen – etwa im Service einer Gaststätte oder im Verkauf einer Bäckerei. Wenn hier nicht nach Tarif gezahlt werde, träfen niedrige Löhne häufig auf Teilzeitjobs und befristete Stellen. „Die Folge sind geringe Einkommen und im Alter Mini-Renten, die Frauen dann beim Amt aufstocken müssen“, so Torun.

Nach Einschätzung der Gewerkschafterin dürfte der tatsächliche „Gender Pay Gap“, die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern, in Remscheid bei deutlich über 16 Prozent liegen. „Bezieht man Teilzeitstellen und Minijobs in die Rechnung ein, wird die Kluft noch größer. Denn hier arbeiten mehr Frauen als Männer. Zugleich sind die Löhne im Schnitt deutlich niedriger“, sagt die NGG-Geschäftsführerin. Das zeige sich gerade im Gastgewerbe: Nach Angaben der Arbeitsagentur werden in der Stadt aktuell 58 Prozent aller Teilzeit- und Minijobs in der Branche von Frauen erledigt.

„Hinzu kommt, dass noch immer zu viele Frauen zu Hause bleiben – nicht zuletzt auch, weil das Ehegatten-Splitting bei der Steuer die Rollenteilung verstärkt“, so Torun. Damit gehe dem heimischen Arbeitsmarkt eine große Chance durch die Lappen. Mit Blick auf die Alterung der Gesellschaft und den Fachkräftemangel müssten eigentlich schon heute viel mehr Frauen ins Berufsleben einsteigen. Die NGG fordert die Unternehmen auf, die unterschiedliche Bezahlung von Frauen und Männern in vergleichbaren Positionen zu beenden. Auch die Politik sei gefordert. „Statt immer neuer Lippenbekenntnisse zum Frauentag brauchen wir einen gesetzlichen Anspruch auf gleiches Geld für gleichwertige Arbeit, der Wirkung zeigt und in den Betrieben zwingend umgesetzt werden muss. Alles andere ist im Jahr 2020 von vorgestern“, so Torun.

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Kommentare

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Sigrid Wolf, Regionsgeschäftsführerin der DGB-Region Düsseldorf-Bergisch Land am :

Höhere Gehälter, Sonderleistungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, bessere Arbeitszeitregelungen – Tarifverträge setzen Standards für alle und lohnen sich besonders für Frauen in mehrfacher Hinsicht: Zwischen Frauen und Männern klafft eine durchschnittliche Lohnlücke von 21 Prozent. Dort, wo Tarif-verträge gelten, ist diese Lücke um ganze 10 Prozentpunkte kleiner. Deswegen machen der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften am 8. März auf die besondere Bedeutung der Tarifbindung aufmerksam: Für die 21-Prozent-Lohnlücke gibt es viele Ursachen: Frauen arbeiten überdurchschnittlich häufig Teilzeit und in vergleichsweise schlecht bezahlten Berufen, sie haben seltener Führungspositionen inne und sie übernehmen nach wie vor den Großteil der unbezahlten Haus- und Sorgearbeit. „Es muss sich grundlegend etwas ändern. Wir brauchen bessere Rahmenbedingungen, um die Haus- und Sorgearbeit besser zwischen Männern und Frauen verteilen zu können. Der DGB fordert, die Gleichstellung von Frauen und Männern durch Erhöhung der Tarifbindung und Ausweitung der Mitbestimmung zu stärken. Überdies gibt es in tarifgebundenen Betrieben häufiger Arbeitszeitmodelle, die Frauen und Männern die gleiche Teilhabe am Erwerbsleben ermöglichen – und einen Betriebsrat, der sich für deren Umsetzung stark macht. Damit Frauen den gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit erhalten muss auch die Bundesregierung handeln. Arbeitgeber müssen gesetzlich verpflichtet werden, ihre Entgeltpraxis mit zertifizierten Prüfverfahren zu überprüfen und Benachteiligung wirksam abzubauen.

Gerd Rothbrust am :

Dieses Thema hatten wir hier schon im März 2018. Eine Auflösung der Problematik ist aber nicht erkennbar. Auch der „Werbe-Kommentar“ der DGB-Regionsgeschäftsführerin Frau Wolf ist nicht zielführend. Als Gewerkschaftler bin ich natürlich für Tarifbindung! Allerdings Tarifbindung lässt weder Care-Arbeit noch gering entlohnte Beschäftigungsverhältnisse verschwinden. Ein Lösungsansatz wäre eine „solidarische Gesellschaft“ und eine Ökonomie die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert. Leider sehe ich z.Z. keinen „gesellschaftlichen Willen“ in diese Richtung.

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