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Kein Jagdbeirat und Jagdbehörde nur kommissarisch

In der Sitzung des Ausschusses für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung am 24. März will die SPD-Fraktion das Schreiben der Stadt Remscheid an die Pächter der Remscheider Reviere vom 25. Februar aufgreifen, wonach die Schonzeit für Rehwild gemäß § 24 (2) Landesjagdgesetz NRW vorzeitig zum 1. April beendet wird, um Rehwild zu dezimieren und so den Verbiss an jungen Bäumen einzudämmen. Dazu hat die SPD einer Reihe von Fragen:

  1. Wird ganz Remscheid als ein Hauptschadensgebiet eingestuft?
  2. Die Aufhebung der Schonzeit durch die Untere Jagdbehörde ist zur Umsetzung gemäß Landesjagdgesetz NRW zwingend notwendig. Die Untere Jagdbehörde ist in Remscheid derzeit nur kommissarisch durch einen Vertreter des Ordnungsamtes vorhanden. Durch welche Stellen in der Verwaltung, auf welcher Rechtsgrundlage und durch welche Fachleute wurde diese Aufhebung in Remscheid beschlossen?
  3. Sollte für eine solche Verfügung nicht auch zwingend Rücksprache mit dem Jagdbeirat erfolgen?
  4. Der Jagdbeirat ist in Remscheid momentan faktisch nicht vorhanden. Wer wurde alternativ für Beratungen hinzugezogen?
  5. Wie steht es um das Schalenwildkonzept, Wiederbewaldung und Verbissgutachten von Wald und Holz NRW? Deren Ergebnisse sollten mit Waldbesitzern, Jägern und Regionalforstämtern diskutiert werden und dürften auch die Öffentlichkeit interessieren.
  6. Wieso waren die Inhaber von Begehungsscheinen der Pirschbezirke an der Neyetalsperre durch das Forstamt Remscheid mit dem Schreiben vom 25.02.2020 bereits zwei Wochen früher über die Aufhebung der Schonzeit für Rehwild informiert, als die Pächter der Remscheider Jagdreviere?

Begründung: „Die komplette bisherige Information der Öffentlichkeit sowie die bisherige Berichterstattung waren für die Remscheider Bürgerinnen und Bürger nicht verständlich und nicht dafür geeignet, dass man sich hätte eine Meinung bilden können. Die Remscheider Jägerinnen und Jäger sehen unter anderem Probleme bei einer sicheren Unterscheidung von Schmalrehen, die demnach geschossen werden dürfen, und Ricken, die gerade ein Kitz gesetzt haben. Außerdem ist der April für das Rehwild eindeutig noch als Notzeit mit einem hohen Ruhebedürfnis zu bezeichnen. (Aus diesem Grund beginnt die reguläre Jagdzeit auch erst im Mai.)

Die SPD-Ratsfraktion fühlt sich angesichts einer ungenügenden Transparenz als Grundlage für die Umsetzung der Aufhebung der Schonzeit für Rehwild im April nicht sorgfältig genug beraten. Man frage sich daher, ob die Umsetzung in der derzeitigen Form überhaupt zulässig sein könne.

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