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Corona-Verdacht führt zu Schulschließung

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Das Infektionsgeschehen setzt sich fort: Ein weiterer Mann ist positiv auf das Corona-Virus getestet. Er hat erste Symptome einer COVID-19-Erkrankung wenige Tage nach seiner Rückreise aus Süd-Tirol gezeigt. Er befindet sich bis auf weiteres in häuslicher Quarantäne. Und der Taxifahrer, der am vergangenen Mittwoch die Reisegruppe aus dem Nahen Osten vom Flughafen nach Hause transportiert hat, hat sich bei den infizierten Fahrgästen angesteckt. Er befindet sich seit Freitagabend gemeinsam mit seiner Ehefrau in häuslicher Quarantäne, nachdem sich bei ihm erste Erkältungssymptome eingestellt hatten. Seit Mittwoch ist klar: Eine Testung hat das Corona-Virus bestätigt. Besonders kritisch in seinem Fall ist, dass er nach dem Transport der Reisegruppe weiter Taxifahrten angenommen und im Zuge dessen am Freitag vier Schulkinder transportiert hat. Eines geht zur Sophie-Scholl-Gesamtschule, zwei besuchen das Leibnitz-Gymnasium und eines ist Schülerin der Hilda-Heinemann Schule.

Ob sich die Kinder auf der gemeinsamen Fahrt angesteckt haben, ist ungewiss. Keines von ihnen zeigt bislang Erkältungssymptome – eines der wesentlichen Kriterien dafür, dass sie als begründet verdächtig nach den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts (RKI) betrachtet werden. Besonders kritisch ist dennoch: Bei der Schülerin der Hilda-Heinemann-Schule kann Beschwerdefreiheit nicht eindeutig festgestellt werden. Das Kind wird dauerbeatmet und kann sich nicht direkt zum eigenen Zustand äußern. Deswegen ist nicht auszuschließen, dass es erste milde Symptome einer Erkältung zeigt. Das zusammen mit der Tatsache, dass das Kind direkten Kontakt zu einem an dem Corona-Virus infizierten Menschen hatte, ergibt nach RKI-Kriterien den begründeten Verdacht, sich infiziert zu haben.

Mit diesem Wissen hat sich der Remscheider Krisenstab gestern dazu entschieden, die Hilda-Heinemann-Schule ab heute für die Dauer der angenommenen Inkubationszeit von 14 Tagen – gerechnet vom 6. bis einschließlich 20. März – für die insgesamt 151 Schülerinnen und Schüler zu schließen. Nicht auszuschließen ist das Risiko, dass die Schülerin das Virus in die Schule hineingetragen hat. Ganz besondere Berücksichtigung findet hier der Umstand, dass die Schülerschaft der Förderschule mit dem Schwerpunkt der geistigen Behinderung – genauso wie die Schülerin selbst auch – zum besonders schützenswerten Personenkreis nach den RKI-Richtlinien gehört. Die Kinder sind teils multipel erkrankt oder haben (Vor-)Erkrankungen, die ihr Immunsystem in besonderer Weise schwächen. Allein aus diesem Grunde sind die gesundheitlichen Risiken bei einer Infektion mit dem Corona-Virus für sie fatal.

Die Sophie-Scholl-Gesamtschule und das Leibniz-Gymnasium werden nicht geschlossen. Die Schülerschaft dieser Schulen gehört nicht zu der beschriebenen RKI-Risikogruppe. Und noch einmal: Die Schülerinnen und Schüler sind beschwerdefrei. Sie befindenden sich bis auf weiteres in häuslicher Quarantäne und nehmen am Unterricht bis zum Ausschluss der Infektion nicht teil.

Der Remscheider Krisenstab hat die zuständige Schulrätin Brigitte Dörpinghaus und den Schulleiter Christian Jansen bereits über die Schulschließung informiert. Mittels Telefonkette werden jetzt alle Eltern kontaktiert. Auch die Lehrerschaft wird kurzfristig informiert. Sie gehen weiter in die Schule und halten zu den Eltern Kontakt.

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Kommentare

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Bettina Stamm am :

Alle Schulveranstaltungen werden abgesagt, aber der Schulbetrieb wird weiter aufrecht erhalten? Dass die Vermutung: „Nicht auszuschließen ist das Risiko, dass die Schülerin das Virus in die Schule hineingetragen hat“ nun nur für ein Kind in Betracht gezogen wird, ist nicht nachvollziehbar.

Karina Köhler am :

Es kann einfach nicht sein und ist unverantwortlich, dass Bundesländer mit weitaus weniger Infektionen so klug sind und die Schulen ab Montag zu lassen, aber das B-Land mit den meisten Infektionen und den meisten Einwohnern diesen Schritt nicht hinkriegt. Ein verdammtes Trauerspiel.

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