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Suchthilfe Remscheid: Jedes Alter hat seine Suchtmittel

Was kann nicht alles Sucht sein? Sucht ist an Stoffe gebunden (Alkohol, Medikamente, Heroin, Kokain, Marihuana, Hasch, Ecstasy, Crack und wie sie auch sonst noch heißen mögen). Aber auch Spielen kann eine Sucht sein. Und Essen, oft in Kombination mit anderen Suchtmitteln. (Die Schilderung einer „Drogen-Karriere“ finden Sie hier.) Für alle Suchtkranken in Remscheid und deren Angehörige oder sonstige Kontaktpersonen, aber auch für Menschen, die von einer Suchtkrankheit bedroht sind, sind seit dem 1. Januar 1990 die beiden Beratungsstellen der Suchthilfe Remscheid (Offene Sprechstunde Montag zwischen 15 und 18 Uhr) in  Remscheid ( Schulgasse 3, Tel.92 74 63) und in Lennep (Bermesgasse 11, Tel. 66 33 99) wichtige, ja manchmal lebenswichtige Anlaufstellen. Sie finden dort ambulante Betreuung, Begleitung und Beratung. Träger der beiden Beratungsstellen ist – auf der Basis eines Vertrages mit der Stadt Remscheid – das Diakonische Werk des Evangelischen Kirchenkreises Lennep. Dieser Vertrag soll modifiziert fortgeschrieben werden. Damit werden sich Sozialausschuss, Finanzausschuss und Rat der Stadt in nächster Zeit beschäftigen.

Der neue Vertrag, der eine Laufzeit von drei Jahren hat (bis 31.12.2008) geht auf neue medizinische Erkenntnisse sowie Richtlinien und Leitsätze von Behörden und Ministerien ein. Neu ist auch eine noch einzurichtende Qualitäts- und Steuerungsgruppe, der Vertreter der Stadt und des freien Trägers angehören werden. Ihre Aufgabe ist die jährliche Überarbeitung eines Strukturpapiers, in dem die Aufgaben der Beratungsstelle beschrieben sind. Auf diese Weise könnten die vereinbarten Aufgaben, wie es in einer Verwaltungsvorlage heißt, ständig den gesellschaftlichen Entwicklungen, aktuellen Gegebenheiten oder dem Bedarf der Ratssuchenden angepasst werden.

Im Bereich der Suchthilfe bietet die Suchthilfe Remscheid folgende Dienste an:

Besonders wichtig: Die Ambulante Therapie. Sie ist ein Angebot für Suchtkranke, die ihr Leben ohne Suchtmittel gestalten wollen, bereit sind, sich mit ihrer Suchtproblematik auseinander zu setzen, über ein relativ stabiles soziales Umfeld verfügen, ihre Erwerbstätigkeit sichern oder wiedererlangen wollen, ihre körperliche und seelische Gesundheit wiederherstellen wollen, und die lernen wollen, sich Konflikten und Problemen zu stellen. Kurz: Sie müssen bereit sein, Verhaltensweisen zu ändern und den auf ein Jahr ausgelegten Therapieplan einzuhalten. Dabei hilft dem Suchtkranken ein Team aus Therapeutinnen und –therapeuten, einer Psychologin und einem Facharzt. Zum Therapieplan gehören wöchentliche Gruppensitzungen, regelmäßige Einzeltherapie, Intensiv- und Angehörigenseminare, psychologische Diagnostik und medizinische Untersuchungen.

Leiterin der Suchthilfe Remscheid ist seit September vorigen Jahres Annette Potthoff, die dem Beratungsteam schon mehrere Jahre angehört. Dass im Jahr 2005 die Gesamtzahl der Rat- und Hilfesuchenden  im Vergleich zum Vorjahr von 831 auf 736 zurückging, erklärt sich Annette Potthoff mit den strukturelle und personelle Veränderungen innerhalb des Diakonischen Werkes und der Suchthilfe, für die auch einen entsprechender Zeitrahmen hätte zur Verfügung gestellt werden müssen.

Auffällig war im Jahre 2005, dass (bei den Hauptdiagnosen) die Anzahl der Opiatabhängigen wie schon in den Vorjahren noch einmal um vier Prozent zurückgegangen ist, während die Zahl der Alkohol- und Cannabiskonsumenten jeweils um drei Prozent zugenommen haben. Damit scheine sich die Tendenz zu stabilisieren, dass einerseits tatsächlich weniger junge Menschen neu in einen Heroinkonsum einsteigen und andererseits mehr und mehr Heroinabhängige auf Methadon umsteigen.

Die meisten Cannabis-Raucher(innen), die 2005 die Suchthilfe aufsuchten, waren im Alter zwischen 15 und 19 Jahren, die meisten Opiate-Konsumenten zwischen 20 und 39 Jahren und die meisten Ratsuchenden mit Alkoholproblemen zwischen 40 und 49 Jahren.

Ca. zwei Drittel der von Remscheider Suchthilfe betreuten Opiatabhängigen befanden sich 2005 in einem Methadon-Programm. Die Hauptsuchtmittel im einzelnen: Opiate (29%), Alkohol (39%), Kokain (0,5%), Benzodiazepine (0,5%), Ecstasy/Amphetamine (1,5%), path. Spielen (1,5%) und Nikotin 3%); die Beratungsstelle hatte im vergangenen Jahr erstmals eine Raucherentwöhnung angeboten. An diesem Programm „Rauchfrei in 10 Schritten“ (zehn Abende) nahmen acht Remscheider teil. Zum Abschluss des Programms waren vier Teilnehmer rauchfrei. drei rauchten reduziert, einer unverändert.

 

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Chronist am :

Was im Sozialausschuss „durchgewinkt“ wurde, war im heutigen Finanzausschuss für Elke Rühl (CDU) Grund zur Nachfrage: „Wofür sind die 495.000 Euro denn im einzelnen bestimmt? Ist das alles für Pflichtaufgaben? Und was geben die Nachbarstädte für die Suchtberatung aus?“ Ein leicht verärgert wirkender Sozialdezernent Burkhard Mast-Weisz will das bis zur nächsten Sitzung des Rates der Stadt nachliefern, dem der Finanzausschuss heute gleichwohl bei drei Enthaltungen (zwei CDU, eine W.I.R.) die weitere Suchtberatung durch das Diakonische Werk empfahl. Mast-Weisz hatte zuvor eindringlich darauf hingewiesen, dass Investitionen in Vorbeugung, da seien sich alle Fachleute einig, spätere Ausgaben im eigentlich Pflichtbereich der Kommunen in der Suchtberatung reduzieren. Der Vertrag mit dem Diakonischen Werk zeuge von einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, zumal sich der Wohlfahrtsverband an der Suchtberatung selbst mit 70.000 Euro beteilige. Die Verwaltungsvorlage zu diesem Tagesordnungspunkt umfasste mehr als fünfzig Seiten. Mast-Weisz konnte also zu Recht davon sprechen, die zwischen Stadt und Diakonischem Werk vereinbarten Dienstleistungen seien so dezidiert beschrieben worden wie nie zuvor.

Chronist am :

Das Geplänkel zwischen Mast-Weisz und Elke Rühl spielte in der Ratssitzung am 22. Juni keine Rolle mehr. Ohne Diskussion und einstimmig segnete der Rat der Stadt am 22. Juni die Finanzierung der Suchtberatung ab.

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