Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Heimatbund: Goldene Ehrennadel für die Geschwister Hundt

Peter Maar, der Vorsitzende des Heimatbundes Lüttringhausen, bei der Laudatio für Renate Roessberg und ihren Bruder Stephan Hundt. Foto: Lothar Kaiser  Anlässlich seines traditionellen „Kottenbutteressens“ hat der Heimatbund Lüttringhausen heute Renate Roessberg und ihrem Bruder Stephan Hundt die Goldene Ehrennadel des Vereins nebst Ehrenbrief verliehen - „für ihre besonderen Verdienste um Lüttringhausen und seine Bürger“, so der Vorsitzende des Heimatbundes, Peter Maar, in seiner Laudatio. Zuvor hatte er im Saal des Helene-Härtel-Buchmann-Hauses auf dem Gelände der Stiftung Tannenhof, wo das Traditionsessen – es war das 46. – erstmals stattfand, rund 120 Gäste begrüßt, darunter namentlich Oberbürgermeisterin Beate Wilding, den SPD-Bundestagsabgeordneten Jürgen Kucharczyk, die beiden Bezirksvorsteher Philipp Veit (Lüttringhausen) und Dr. Heinz-Dieter Rohrweck (Lennep) sowie die Vorsitzenden der Ratsfraktionen. Pfarrer Uwe Leicht, der Geistliche Vorsteher der Stiftung Tannenhof, sprach in seiner Begrüßung von einem „angstfreien Raum“ und spielte damit darauf an, dass im vorigen Jahr mehrere Teilnehmer des „Kottenbutteressens“ („em Dorp“) an ihren Fahrzeugen Strafzettel vorgefunden hatten (auch heute dauerte das Treffen mehr als zweieinhalb Stunden). Peter Maar hatte Pfarrer Leicht zuvor den Ball zugeworfen: „Auf dem Gelände der Stiftung haben die städtischen Knöllchenschreiber keinen Zugriff. Diesmal städtischen Ordnungsbehörde ein Schnippchen geschlagen! Ich habe gehört, im Dorf sei ein Verkehrskontrolleur unterwegs – irritiert darüber, dass dort so wenig Autos parken.“

In seiner Laudatio für Renate Roessberg und Stephan Hundt erinnerte Peter Maar an den verstorbenen Walter Körte:

Körte, damals 85 Jahre alt, hatte „mit weit ausgebreiteten Armen mitten auf der Richthofenstraße gestanden, als ein Bagger auf ihn zurollte, der das Haus Richthofenstraße 36 im Auftrage eines Bauspekulanten niedermachen sollte. Walter Körte lebte mit seiner Familie im direkt angrenzenden Nachbarhaus Richthofenstraße 34, in dem die Kortes über viele Jahre einen kleinen Lebensmittelladen betrieben hatten, mit der Angst, dass das heruntergekommene Nachbarhaus Richthofenstraße 36 abgerissen und dabei sein gepflegtes kleines Häuschen gleich mit einstürzen würde. Denn wie das bei alten Häusern so ist - die Trennwand der aneinander gebauten Fachwerkhäuser stützte offenbar beide Häuser. An diesem Tag hatte der Kampf um den Erhalt des Hauses Richthofenstraße 36 und darüber hinaus um den Erhalt des gesamten Klewinghaus-Komplexes seinen Höhepunkt erreicht.“

Peter Maar weiter: „Für die Befürworter des Erhaltes des Hauses Nr. 36 und des gesamten früheren Hotels Klewinghaus - wie zum Beispiel auch dem Heimatbund -war es kein leichter Kampf, denn vielfach herrschte in der Bürgerschaft die Meinung vor, die „alte Bruchbude", die man bewusst verkommen ließ, doch dem Erdboden gleich zu machen und durch, wie es so schön heißt, „eine Ortsbild angepasste" neue Bebauung zu ersetzen. Der Kampf für den Erhalt war auch deshalb nicht einfach, weil die gesamte Häuserzeile nicht unter Denkmalschutz steht, aber andererseits dennoch an diesem Standort am Eingang zum historischen Ortskern das Ortsbild von Lüttringhausen stark prägte und prägt.

Wer heute an der „Residenz zum Klewinghaus" - einer modernen Altenwohnanlage - und speziell an dem Haus Richthofenstraße 36 vorbeigeht, kann sich nicht mehr vorstellen, dass diese jetzt gepflegten und schönen Häuser vor nicht all zu langer Zeit dem Verfall preisgegeben waren und tatsächlich der Abriss der „alten Bruchbuden" drohte. Denn über lange Zeit blieb das Schicksal der Häuser ungewiss. Doch wie heißt es in einem etwas sinnigen volkstümlichen Spruch so schön einfältig: „Wenn Du meinst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her!" Renate Roessberg und ihr Bruder Stephan Hundt hatten den Mut, die Klewinghaus-Häuser einschließlich des Hauses Richthofenstraße 36 durch eine umfangreiche Investitionsmaßnahme wieder zu einem Schmuckstück im historischen Lüttringhauser Ortskern zu machen. Und da es zu den Hauptaufgaben des Heimatbundes Lüttringhausen gehört, die Bewahrung des historischen Ortsbildes zu fördern und entsprechende Aktivitäten auch anzuerkennen, war es nahe liegend, dass Vorstand und Beirat des Heimatbundes einstimmig beschlossen haben, Frau Roessberg und Herrn Hundt für ihr Engagement mit der Goldenen Ehrennadel des Heimatbundes Lüttringhausen samt Ehrenbrief auszuzeichnen.“

Die Geschwister Hundt, Geschäftsführer der Firma Hundt, hatten den Gebäudekomplex vor drei Jahren ersteigert. Von den 15 Wohnungen für Senioren („Betreutes Wohnen“), die danach auf dem Gelände entstanden, seien einige noch zu vermieten, sagte Renate Roessberg, als sie sich – auch im Namen ihres Bruders – für die Ehrung bedankte. Leider sei inzwischen eine Busverbindung weggefallen, die gerade für Senioren ohne eigenes Auto sehr wichtig gewesen sei. Da böte sich die Einrichtung einer Bürgerbus-Linie an. Das galt speziell einem Gast im Saal, Dr. Thomas Hoffmann, dem Geschäftsführer der Stadtwerke Remscheid. Er sagte spontan eine Prüfung zu, versprach allerdings nicht, sondern wies auf „die Kosten-Nutzen-Relation“ einer solchen Buslinie hin.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Chronist am :

Zum letzten Absatz des Berichts passt, dass Ingrid Leukel, Fraktionssprecherin der SPD in der Bezirksvertretung Lüttringhausen, sich für eine Erweiterung der Linienführung des Bürgerbusses ausgesprochen hat. Zur BV-Sitzung am 6. Februar liegt der Antrag der SPD vor, die Verwaltung möge sich in Gespräche mit Bürgerbusverein und Stadtwerken für eine Verlängerung der Bürgerbus-Linie bis zum Rathaus in Lüttringhausen und die Ansteuerung der Richthofenstraße (Altenwohnanlage) sowie des Friedhofes einsetzen. Die Anbindung des Lüttringhauser Zentrum und die Erschließung weitere von den Stadtwerken nicht mehr bedienter Bereiche eröffne die Chance, neue Fahrgäste für den Bürgerbus, aber auch für den allgemeinen ÖPNV zu gewinnen.

Chronist am :

Ab 26. Juni fährt der Bürgerbus, wie im Januar gefordert, über Flügel, Halbach und Halskämpchen bis zum Lüttringhauser Rathaus und zur Altstadt.

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!