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Das alte Hallenbad-Gelände beweist: Die Wüste lebt!

Dass die Bebauung des ehemaligen Hallenbad-Geländes in Lüttringhausen – die Stadtwerke Remscheid bemühten sich bisher vergeblich um einen Verkauf – einen neuen Bebauungsplan erfordert, berichtete der Waterbölles im Mai 2007. Inzwischen könne man sich „dem Problemfeld ‚Gelände der alten Badeanstalt’ nur noch mit einem gewissen Hang zur Realsatire zuwenden“, meinte beim jüngsten „Kottenbutteressen“ des Heimatbundes Lüttringhausen Karl-Heinz Meermagen, der Vorsitzende des Beirates. „Schon vor einem Jahr, beim gleichen Anlass, war davon die Rede. Die Firma Westgrund hatte gerade auf die Verwirklichung ihrer Bebauungspläne verzichtet; dort, wo einst das Bad stand, gähnte eine ansehnliche Baugrube, und das gesamte Gelände war mit einer mobilen, multifunktionalen Segment-Edelstahlumzäunung abgesperrt. Hübsche kleine Erd- und Schutthaufen lockerten das Gelände anmutig auf. Jetzt, ein Jahr später, ist der Bauzaun abgebaut, und die Grube ist verfällt, schöner ist alles aber nur für Fans der Ästhetik des Hässlichen geworden!“

Vor den rund 120 Gästen im Saal der Stiftung Tannenhof bedauerte Karl-Heinz Meermagen, dass damals der Vorschlag des grünen Ratsmitglieds Stefan Jasper, das Gelände bis zu einer endgültigen Lösung als freie Spielfläche herzurichten, von den Stadtwerke verworfen worden sei in der Hoffnung auf einen zügigen Verkauf des Grundstücks. Dieser Verkauf sei aber nicht zustande gekommen und gestalte sich weiterhin schwierig, wie die Stadtwerke im Oktober in einem Brief an den eimatbund eingeräumt hätten. „Und so beleidigt die Brache weiter unsere Augen. Und es gibt offenbar schon Leute, die das ganze Elend nicht mehr mit ansehen können, wie etwa die Bewohner des Hauses Schmittenbuscher Straße 18, die ständig die Jalousien der Fenster geschlossen halten, die den Ausblick auf die Brachfläche freigeben.“ Dabei sei dort Erstaunliches zu entdecken: die Natur erobere das Areal schrittweise zurück. Im Frühjahr und Sommer 2007 hätten sich dort bereits „so gefährdete Arten wie Brennnessel, Huflattich, Löwenzahn und Distel“ gezeigt. „Und auch das Schmalblättrige Weidenröschen (Epifolium angustifolium) soll gesichtet worden sein. Warten wir nur noch ein wenig, dann werden wir voller Verwunderung zur Kenntnis nehmen können, wie die ersten Orchideen dort ihre Blütenkelche öffnen. Dass die Wüste: lebt, können wir dann auch in Lüttringhausen staunend nachvollziehen. Es böte sich aber auch an, den ortsansässigen Schulen das Gelände der unterschiedlichen Gesteinsablagerungen wegen, von Kieselstein über Ziegelstein bis Bimsstein, als einen floral bereicherten Geologielehrpfad anzubieten.“

Karl-Heinz Meermagen erinnerte an das steinerne Kinderpärchen über dem Eingangsportal der der alten Badeanstalt, in deren Eingangshalle ein Trinkbrunnen in Form und Farbe (glasierte Kacheln) an andalusische Gegenstücke erinnert habe. Der Bitte des Heimatbundes, Kinder und Brunnen vor der Zerstörung durch den Abriss des Gebäudes zu bewahren, hätten die Stadtwerke zwar entsprochen. Doch wo seien die Kunstwerke verblieben? Vielleicht „außer Landes“, in Lennep, in der Wasser-Landschaft des H2O? Vielleicht habe der Trinkbrunnen dort eine neue Verwendung gefunden – „in einer der dämmervollen Alhambra-Grotten, wo sich Nackedeis den Verführungen muselmanischer Bedampfungspraktiken hingeben“.

Nicht minder launig ging Karl-Heinz Meermagen auf das Verhältnis Lüttringhausens zu Alt-Remscheid ein: „Ich bin zwar nicht in Lüttringhausen geboren und aufgewachsen, bringe aber für die Erbitterung der indogenen Bewohner dieses Stadtteiles viel Verständnis auf. Ich kann nachvollziehen, dass sie den Zentralremscheidern mit Argwohn begegnen, von ihnen alles Mögliche, bloß nichts Gutes erwarten, steht doch am Beginn ihrer gemeinsamen Geschichte jene unglaublich perfide Handlungsweise der Groß- Remscheider Parteigänger, die bei der Abstimmung zur kommunalen Neuordnung 1929 im Preußischen Landtag einen Gegner dieser Neuordnung auf der Toilette einschlossen und ihn so von der Teilnahme an der Abstimmung ausschlössen. Das Ergebnis ist bekannt: Lüttringhausen verlor durch die Eingemeindung nach Remscheid seine Selbstständigkeit. Sagen Sie selbst, meine Damen und Herren, erklärt diese eigentlich eher in Oberbayern, nicht aber in Preußen zu erwartende Umgehensweise mit Andersgläubigen nicht jenen Hang zum latenten Separatismus?“

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Lothar Kaiser am :

Dr. Thomas Hoffmann, der Geschäftsführer der Stadtwerke, der der Einladung des Heimatbundes Lüttringhausen zum traditionellen Kottenbutteressen gefolgt war, ließ die Anmerkungen des Beiratsvorsitzenden nicht unbeantwortet. Bei dem Gelände handele es sich um ein Filetstück. In den Gesprächen mit möglichen Investoren sei man "auf einem guten Weg". So begründete Hofmann sein Nein zu den Vorschlag Jaspers, zwischen den alten Böumen auf dem Gelände Bänke sufzustellen. Meermagen: "Warten wir ab, wie sich die Dinge weiter entwickeln".

Chronist am :

Seit dem „Kottenbutteressen“ des Heimatbundes Lüttringhausen hat sich einiges getan: Der Ideenwettbewerb zum künftigen Standort des steinernen Kinderpaar und des Zierbrunnens aus dem früheren Hallenbad Lüttringhausen brachte 36 Vorschläge. Noch werden beide Relikte in einem Lager der Stadtwerke Remscheid aufbewahrt und warten darauf, wieder ans Licht der Öffentlichkeit zu gelangen. Die Stadtwerke Remscheid GmbH und der Heimatbund Lüttringhausen e.V. hatten vor einigen Wochen gemeinsam den Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Mit den eingegangenen 26 Vorschläge zur Skulptur und zehn für den Brunnen wird sich in Kürze eine kleine Auswahlkommission beschäftigen, die aus je zwei Vertretern der Stadtwerke und des Heimatbundes und dem Bezirksvorsteher besteht.

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