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Mit Laptops für Digitalunterricht ist es nicht getan

„Sind die Remscheider Schulen für das Homeschooling ausreichend medial ausgestattet?“, wollte die Fraktion der Linken von der Verwaltung wissen, und diese antwortete zur gestrigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses im Teo Otto Theater in schriftlicher Form. Zitat: „Es gibt aktuell keine klassische Homeschooling-Ausstattung für die Remscheider Schulen.“ Der gültige Medienentwicklungsplan 2017-2021 gehe lediglich auf die auf die in der Schule zu nutzende Hardware ein. Der Berechnungsschlüssel liege bei 5:1, d. h. fünf Schüler teilen sich einen PC). Allerdings schlage der Fachdienst Schule und Bildung aufgrund der aktuellen Erfahrungen einen neuen Dialog mit den Schulen vor zur Fortschreibung des Medienentwicklungsplans und „darin die künftige Strategie für die ‚Digitale Schule‘ in Remscheid zu formulieren und politisch zu beschließen“.

Ob in den vergangenen Wochen durch das Homeschooling auch alle Kinder aus so genannten bildungsfernen Schichten erreicht worden wäre, wollten die Linken weiter wissen. Antwort: „Eine hundertprozentige Erreichbarkeit kann nicht sichergestellt werden, da nicht jede Familie über die notwendigen digitalen technischen Voraussetzungen verfügt. Die aktuelle Erreichbarkeit kann nur über Telefonlisten, E-Mail oder Messenger-Dienste versucht werden. (…) Aus den Schulen wurde berichtet, dass der Kontakt über die klassische Telefon- bzw. E-Mail-Listen gehalten wurde.“ Teilweise seien die Aufgaben von den Schulen in Papierform an die Eltern verteilt und die erledigten Aufgaben auf dem gleichen Weg zurückgekommen. Andere Fragen der Linken blieben unbeantwortet mit Verweis auf die Corona-Krise.

Von den Fraktionen und Gruppe von SPD, BÜNDNIS‘90/DIE GRÜNEN und FDP kam zur gestrigen Sitzung der Antrag, die Verwaltung möge den Bedarf an technischen Endgeräten sowie Internetanschlüssen ermitteln „für Schülerinnen und Schüler, deren Familien eine uneingeschränkte Nutzbarkeit nicht bereitstellen können.“ Sodann sollen ausreichend schulfähige Endgeräte beschafft werden, „damit alle Schülerinnen und Schüler mit Bedarf ein Endgerät und einen Drucker für je ein Schuljahr ausleihen können“, zum Beispiel beim Schulverwaltungsamt. Auch möge die Stadtverwaltung ein Spendenkonto einrichten, „auf dem Geld für das Beschaffen von Gutscheinen für mobile Daten gesammelt werden kann“.

 Dass es sich hierbei um Prüfaufträge handelte, betonten die Antragsteller auf Nachfrage der CDU gestern Abend. So stand schließlich einem einstimmigen Beschluss nichts mehr im Wege. Zuvor hatte  Fritz Beinersdorf, Fraktionsvorsitzender der Linken, den Antrag von SPD, Grünen und FDP unterstützt und „weitgehend gleiche Bildungschancen auch in der Pandemiekrise“ betont. Für den Zugang zum digitalen Lernen sei die Bereitstellung adäquater Hardware unumgänglich („Aber bitte keine Leihgaben; aus Gründen des Datenschutzes und weil die Kinder sich mit dem digitalen Medium identifizieren können müssen!“). Und Beinersdorf ging noch einen Schritt weiter: „Auch wenn der Schulbetrieb eingeschränkt wieder stattfindet, wird es für etliche Zeit noch beim Homeschooling bleiben. Digitales Lernen wird also weiter von Bedeutung sein –auch  über die Corona-Krise hinaus. Schule wird zunehmend durch digitales Lernen geprägt sein. Dies bedeutet aber auch, dass allen Kindern während der gesamten Schulzeit die Nutzung digitaler Medien ermöglicht werden muss. Auch Kinder aus einkommensschwachen Familien haben das Recht auf bestmögliche moderne Lernbedingungen –während ihrer gesamten Schulzeit und nicht nur in der Corona-Krise!“

Von einem „digitalen Aufholbedarf“ hatte Sven Wolf (SPD) gesprochen, und David Schichel von den Grünen hatte gefordert, „die Chancengleichheit in der Bildung langfristig sicherzustellen.“ Das bedeute einen Laptop für jeden Schüler, konkretisierte das Wolf. Waltraud Bodenstedt (W.i.R.) folgerte zurecht: „Dann brauchen wir eine Bedarfs- und Kostenermittlung!“ In den nächsten  Monaten werde an Digitalunterricht festgehalten werden müssen, vermutete Volker Leitzbach (SPD). Kinder ohne Laptop würden dann wohl „auf der Strecke bleiben“. Matthias Heidtmann (CDU, Lehrer) gab zu bedenken, dass „ein Laptop ohne Zubehör, etwas die Verbindung zur Schule („Cloud“) sinnlos sei.

Die genauen Kosten für die Ausstattung aller bedürftigen Kinder mit Endgeräten hat nun die Verwaltung zu ermitteln. Ob sie den Prüfauftrag bezogen auf die Corona-Krise versteht oder auf die langfristige Umstellung in den Schulen auf digitalen Unterricht, bleibt abzuwarten.

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SPD Remscheid am :

Das 500 Millionen Euro Sofortausstattungsprogramm für Schulen kann losgehen. Bund und Länder haben heute die dafür notwendige Zusatzvereinbarung zum Digitalpakt Schule auf den Weg gebracht. „Digitaler Unterricht zu Hause wird den Präsenzunterricht noch länger ergänzen müssen. Der Bund unterstützt jetzt die Schülerinnen und Schüler, die bisher kein digitales Endgerät haben“, so der SPD-Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende Sven Wolf, „Schülerinnen und Schüler, bei denen Online-Unterricht aus Mangel an Geräten bislang keine Option war, sollen mit Tablets oder Laptops ausgestattet werden.“ Erden Ankay-Nachtwein: schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion: „Es darf nicht der Geldbeutel der Eltern darüber entscheiden, ob Schülerinnen und Schüler am digitalen Fernunterricht teilhaben können. Das ist eine entscheidende soziale Frage. Für dieses Programm hat die SPD hart gekämpft und es ist gut, dass es jetzt an den Start geht. Für das Bundesland NRW stehen rund 105 Millionen Euro zur Verfügung. Mit dem gemeinsamen Prüfantrag der Ampel im letzten Hauptausschuss wurde bereits für Remscheid der richtige Weg eingeschlagen.“ Schülerinnen und Schüler, die ein Tablet oder Notebook brauchen, erhalten dies durch die Schulen. Die Geräte gehen nicht in den Besitz der Kinder und Jugendlichen über, sondern werden als Leihgeräte zur Verfügung gestellt. Und wenn kein Internetanschluss vorhanden ist? Auch dafür soll es eine Lösung geben. „Wir wissen, dass das alles nur wirklich helfen kann, wenn im Haushalt auch ein notwendiger Internetanschluss vorhanden ist. Der Bund sucht hierfür zurzeit mit den Mobilfunkanbietern nach guten Lösungen. Ich erwarte, dass das Bildungsministerium dies vorantreibt.“, so Sven Wolf und appelliert an alle Beteiligten: „Es ist wichtig, dass die Hilfen jetzt schnell dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Kein Kind darf wegen des Fernunterrichts zurückgelassen werden.“ Die Laptops, Notebooks und Tablets - explizit ausgenommen sind Smartphones - werden je nach Landesregelung von den Ländern oder den Schulträgern beschafft.

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