Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Digitaltechnik für die Schulen bitte ohne Aktionismus

Zwei Anträge, ein Ziel: Der Schulunterricht muss digitaler werden. Darin waren sich gestern die Mitglieder des Schulausschusses einig und legten der Verwaltung den Antrag von SPD, Grünen und FDP sowie den der CDU in gemeinsamer einstimmiger Abstimmung als Prüfauftrag vor.
 „Unterricht in den eigenen vier Wänden, bedingt durch Corona, zeigt uns im Moment, wie sehr sich Schule in den kommenden Jahren verändern wird. In diesem Zuge müssen wir alles unternehmen, um bestmögliche Bildungsgerechtigkeit herzustellen. Eltern sollten sich keine Gedanken darüber machen müssen, ob sie sich das Endgerät für den sich ändernden Unterricht leisten können. Es sollte – wie viele Schulbücher jetzt – eine Selbstverständlichkeit darstellen. Wir sind davon überzeugt, dass selbst unsere jüngsten Schülerinnen und Schüler in diese Überlegungen einbezogen werden sollten, denn es gibt immer mehr altersgerechte Lernplattformen mit sinnvollen Materialien. Arbeitet die Schule damit, aber die Eltern benötigen ihre Endgeräte im Homeoffice selbst und können sie den Kindern nicht (oder erst abends) zur Verfügung stellen, kann von einer sinnvollen Digitalisierung im Bereich Schule keine Rede sein“, heißt es in der Antragsbegründung der CDU.
„Digitales Lernen und digitaler Schulbetrieb sollen künftig durch eine zunehmende Vielfalt von digitalen Medien ermöglicht und unterstützt werden“, formulierten SPD, Grüne und FDP. Die Digitalisierung müsse bereits in der Grundschule altersgerecht angebahnt werden. Und an den weiterführenden Schulen müssten alle Schülerinnen und Schüler Zugang zu einem Tablet mit Tastatur und Stift haben.

Die Kosten für die Anschaffung dieser Geräte, die schon zu Beginn des Schuljahres 20/21 einsatzbereit sein sollten, so der Schulausschuss, hat die Verwaltung nun detailliert abzuklären. Keine leichte Aufgabe, zumal der für das technische Schulequipment zuständige Mitarbeiter – Markus Eschweiler vom Fachdienst Schule & Bildung – erst einmal in Urlaub geht und deshalb auch an der nächsten Sitzung am 17. Juni nicht teilnehmen kann. Gut also, dass er schon zur gestrigen Sitzung das Ergebnis einer ersten Umfrage unter den Remscheider Schulen vorlegen konnte, die aufzeigt, was da finanziell und organisatorisch auf die Verwaltung und die Lehrerschaft zukommt.

Geplant ist, alle schulischen Serversysteme so umzustellen, dass sie mit dem Betriebssystem Windows 10 arbeiten können (das schließt den Einsatz älterer PC, Laptops, Notebooks und Tablets aus). Und Schulstandorte sollen WLAN-AccessPoints (alsbald) und einen Breitbandanschluss (im Laufe des nächsten Jahres) erhalten. Berechnet für eine synchrone Gigabit-Leitung liegen die Kosten, die mit dem Breitbandanschluss auf die Stadt zukommen, bei ca. 800 bis 1.000 EUR /Euro pro Monat /und Standort, macht pro Jahr insgesamt ca. 393.600 bis 492.000 Euro, wie Markus Eschweiler gestern berichtete.

Für die bundesweite Digitalisierung von Schulen hat die Bundesregierung ein Sofortausstattungsprogramm beschlossen und 500 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Remscheid dürfte allerdings bestenfalls mit 500.000 Euro rechnen können. Das ist besser als nichts, aber viel zu wenig. Denn Markus Eschweiler geht davon aus, dass es vier Millionen Euro kosten würde, um 5.000 Schülerinnen und Schüler mit je einem Leihgerät auszustatten (und das wäre gerade mal etwas mehr als ein Drittel der gesamten Schülerschaft in Remscheid). In dieser Millionen-Summe sind die Kosten für Office-Software, Virenschutz, Lernsoftware, Verträge (WLAN, SIM-Card, etc.) noch gar nicht enthalten. Die Supportkosten für die 5000 Leihgeräte sind mit 250.000 Euro (50 Euro pro Gerät) recht niedrig veranschlagt. Was die spätere Wartung kosten wird, hängt von den Verträgen mit externen EDV-Firmen ab, um die sich die Stadt Remscheid wird bemühen müssen.

Bei der Anschaffung der Geräte komme es darauf an, eine „Insellösung für Remscheid“ zu vermeiden, betonte die Politik gestern. Da könne eine Vorgabe des Landes ebenso hilfreich sein wie ein Blick über die Stadtgrenzen in andere Kommunen. Engagiert und Kompetent machte sich in der Sitzung Alexander Schmidt (CDU, Lehrer) für die Anschaffung von Tablets stark, da diese die größten Einsatzmöglichkeiten böten.

Abgefragt hatte Eschweiler in den vergangenen Wochen auch die Ausstattung der Schülerinnen und Schüler zu Hause. Ungefähres Ergebnis:

  • ca. 4.000 Schüler/innen verfügen über kein schulfähiges Endgerät (mit dem sie aber während der Corona-bedingten Einschränkungen arbeiten müssen),
  • ca. 4.200 Schüler/innen können sich zu Hause mit Familienangehörigen ein schulfähiges Endgerät teilen, so dass sich eine eingeschränkte schulische Nutzung ergibt, und
  • ca. 2.800 Schüler/innen verfügen zu Hause über keinen geeigneten Netzzugang (LAN oder WLAN) oder Mobilfunkzugänge (Hotspots) und  sind somit in der schulischen Nutzung eingeschränkt.

Es gelte, soziale Ungerechtigkeit durch fehlende Endgeräte zu vermeiden, betonten während der gestrigen Diskussion mehrere Politiker/innen. Deshalb möge die Verwaltung alsbald den Entwurf eines neuen Medienentwicklungsplanes vorlegen. Den sieht Markus Eschweiler allerdings frühestens Anfang 2021. Vorausgehen müsse dem eine Fragebogenaktion an den Schulen, um deren exakten Bedarf herauszufinden.

Waterbölles: Das spricht für  k e i n e n  unbedachten Schnellschuss. Und das ist auch gut so! Gewiss, an Homeschooling geht kein Weg mehr vorbei. Aber bitte ohne Aktionismus.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Bettina Stamm am :

Warum denkt man nicht, auch aus Kostengründen, über den Einsatz freier Software (Open Source) nach?

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!