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Reaktiviertes Wasserwerk soll Versorgung sichern

Die Eschbachtalsperre.Um jährlich 630.000 Euro wird sich voraussichtlich „die Ergebnisabführung der EWR GmbH an die Stadtwerke Remscheid GmbH und in der Folge entsprechend das Ausschüttungspotential der Stadtwerke Remscheid GmbH an die Stadt verringern“. Dieser Einstieg der Verwaltung in eine Beschlussvorlage zur gestrigen Sitzung des Ausschusses für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung klingt wie eine schlechte Nachricht, ist aber das genaue Gegenteil: Das Geld benötigten die Stadtwerke, um die Zukunft der Trinkwasserversorgung für die Remscheider Bevölkerung sicherzustellen. Und folglich verschlossen sich die Ausschussmitglieder gestern diesem Vorhaben nicht. Das dürfte sich am 17. Juni in den Sitzungen der Bezirksvertretungen Süd und Lennep ebenso wiederholen wie in der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause am 18. Juni. Zitat aus der Beschlussvorlage für den Rat der Stadt: „Die Vertreter der Stadt Remscheid in den Organen der Stadtwerke Remscheid GmbH und der EWR GmbH werden aufgefordert, alle notwendigen Maßnahmen sowie Rechtshandlungen einzuleiten bzw. umzusetzen und vorzunehmen, um die Inbetriebnahme des Wasserwerkes Eschbachtal als zusätzliche dauerhafte Trinkwasserversorgungsreserve unter Einbeziehung der Eschbach- und Neyetalsperre zu realisieren.“

In der Dezembersitzung des Stadtwerke-Aufsichtsrates war der notwendige Handlungsbedarf thematisiert und anerkannt worden (siehe die von den Stadtwerken beschriebenen drohenden Versorgungsprobleme auf Seite 2 dieses Artikels) Auf dieser Grundlage haben die Stadtwerke fünf Szenarien ausgearbeitet und sich letztlich für die technologisch Ertüchtigung und Inbetriebnahme des Wasserwerkes Eschbachtal entschieden. Denn die biete mehr Unabhängigkeit von Dritten und mehr Versorgungssicherheit im Falle eines großflächigen Stromausfalls. Dafür spreche auch die vorhandene (Gebäude und Transportleitungen). Bei Einsatz der so genannten Ultrafiltration zur Wasseraufbereitung erwarten die Stadtwerke „ ein hohes Maß an mengenmäßiger Flexibilität und hohem Automatisierungsgrad bei gleichzeitig hoher Trinkwasserqualität“ von bis zu 2,8 Millionen Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr aus der Eschbachtalsperre.

Voraussetzung dafür ist, dass das Wasserrecht für die Eschbachtalsperre neu beantragt und von der Bezirksregierung in Düsseldorf genehmigt wird. Denn nur so kann die Eschbachtalsperre als Trinkwassertalsperre langfristig ein geschütztes Einzugsgebiet erhalten. Die Neyetalsperre wird soweit wie möglich, wie in den vergangenen Jahrzehnten bis zur damaligen Außerbetriebnahme des Wasserwerkes praktiziert, in die neue Trinkwassergewinnung eingebettet werden. So ließe sich im Bedarfsfall bis zu 40 Prozent des aktuell durchschnittlichen Trinkwasserbedarfs in Remscheid abdecken. Eine beruhigende Aussicht, falls es eines Tages zu einem Teilausfall der Großen Dhünn-Talsperre durch Reduzierung des Remscheider Kontingents kommen würde.

Der Plan erfordert bei der EWR Investition in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro (Kalkulationsstand Anfang 2018). Ob langfristig eine Erhöhung des Trinkwasserpreises notwendig oder möglich ist, lasse sich jetzt noch nicht sagen. Nach dem Erhalt des Wasserrechtes ist für Ausschreibung und Vergabe der Gewerke sowie für Bau und Inbetriebnahme ein Zeitfenster von 2 bis 2,5 Jahren vorsehen. Die Inbetriebnahme des Wasserwerks Eschbachtal wäre dann im Sommer bis Ende 2023.

Das zugrunde liegende Szenario der Stadtwerke:
 

  • „Aufgrund spürbarer klimatischer Veränderungen kommt es auch zu deutlichen Veränderungen von Niederschlagsmengen. Seit 2007 verzeichnen wir unterdurchschnittliche jährliche Niederschlagsmengen. Dabei sind die Sommer zunehmend trockener und Trockenperioden ohne oder mit geringen Niederschlägen nehmen aktuell zu. Das führt auch wiederholt dazu, dass, wie zuletzt 2018 und 2019, die Böden derart austrocknen, dass einsetzende Niederschläge im Herbst nicht kurzfristig zur Wiederauffüllung der Talsperren nutzbar werden, sondern sich erst einmal ein Effekt des Wasseraufsaugens in den Böden darstellt. Daher verkürzt sich der Zeitraum des Wiederauffüllens der Talsperren und damit eine Reduzierung der Wassermenge, welche den Talsperren zuläuft.
  • In den letzten Jahren hat sich der Entnahmedruck auf die Große Dhünn-Talsperre erhöht. Alle beteiligten Partner nutzen aufgrund der Kostensituation ihre Kontingente soweit wie möglich aus. Remscheid bleibt zwar stets unter der Möglichkeit der Kontingentausnutzung, da wir über mehr Kontingente verfügen als wir benötigen, aber die Veränderungen des jeweiligen Wetters führen auch zu höheren Spitzenlasten und zu einem vorläufigen Ende der über Jahre stetig zu beobachtenden Verbrauchsabnahme. Die zunehmende Hitze bzw. die Zunahme an Trockenperioden führen aber auch zu höheren Verdunstungsmengen.
  • Aufgrund zunehmender Temperaturen und höherer Sonneneinstrahlung verschlechtern sich die Rohwasserparameter in den Talsperren. Damit erhöht sich der Aufwand der Trinkwasseraufbereitung und das Risiko des Ausfalls einzelner Trinkwasserreservoirs im Bergischen Land, wenn z. B. massenhaft toxische Algen auftreten. (…)
  • Wenn in Konsequenz weniger Wasser in den Talsperren zur Verfügung steht, wirken qualitativ negative Effekte umso stärker und das Risiko von Einschränkungen bei der Trinkwassergewinnung nimmt zu. Wenn aufgrund dessen einzelne Talsperren im Bergischen Raum ausfallen, konzentriert sich der Bedarf auf weniger Talsperren und Wasserwerke.
  • Da sich unser Trinkwasserbezug in Remscheid im Wesentlichen auf die Gewinnung von Trinkwasser aus der Großen Dhünn-Talsperre fokussiert, befinden wir uns in einer starken Abhängigkeit von der dortigen Entwicklung der Wassermengen und -qualitäten. Sollten wir aufgrund wahrscheinlich werdender Engpässe relativ spontan auf die Belieferung von Dritten zugreifen müssen, haben wir keine Garantien bezüglich Verfügbarkeiten und Preisen.
  • An unserer Eschbachtalsperre verfügen wir nur noch über ein Staurecht und eine Wasserschutzgebietsverordnung. Die drohen wir jederzeit zu verlieren, da aus aktueller Sicht der Aufsichtsbehörden eine dauerhafte Aufrechterhaltung nur auf Basis einer stetigen und begründeten Entnahme erfolgen kann. Sollten wir das Trinkwasserreservoir auch in der Zukunft nicht mehr aktiv nutzen wollen oder können, werden wir die Verordnung verlieren und damit den Status einer Trinkwassertalsperre. Wir verlieren damit auch ein funktionierendes und nutzbares Trinkwasserreservoir und auch die Basis, die Kosten der Talsperre im Sinne einer Betriebsnotwendigkeit in den Trinkwasserpreis einkalkulieren zu können.“

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