Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Lenneps 'Reizwörter' kannte der Bezirksvorsteher alle

Bürgerempfang gestern in der Klosterkirche. Foto: Lothar KaiserDie Mitglieder der Bezirksvertretung Lennep halten nichts von Preiserhöhungen: Wie im vorigen Jahr gab es auch beim neunten Bürgerempfang im Minoritenssaal der Klosterkirche die Schnittchen gratis und die Getränke zum Preis von einem Euro. Damals kam das Geld der Festbeleuchtung in Lennep zugute, für die die Stadt kein Geld mehr hatte, diesmal der Evangelischen Kirchengemeinde für die Sanierung des Kirchturms. „Damit der die Weihnachtsbeleuchtung auch künftig aushält“, wie Bezirksvorsteher Dr. Heinz-Dieter Rohrweck feststellte. Denn „was nützen Gelder für Wartung und Strom, wenn der Turm, an dem ein Teil der Beleuchtung hängt, marode ist und die Beleuchtung als Standort mit gefährdet ist?“  Bei den Vertreter von Vereinen, Institutionen, Behörden und Ämtern bedankte er sich für eiune konstruktive Zusammenarbeit im vergangenen Jahr, nachdem der Gospelchor der Kirchengemeinde den Abend musikalisch eröffnet hatte – „das sichtbare und hörbare Signal für die diesjährige Spendenaktion“.

Dr. Heinz-Dieter Rohrweck (CDU). Foto: Lothar KaiserHäufiger Gast in der Klosterkirche ist das Improvisationstheater „Die Springmäuse“. Dabei verstehen es die Akteure dann, aus den Zurufen von Zuschauern spontan kleine Sketche zu machen. Rohrweck: „Bisweilen erinnern mich die Bezirksvertretungssitzungen in Lennep genau an dieses Theater. Die Verwaltung bringt die Reizwörter, und wir stellen daraus in Kürze ein  bühnenreifes Programm zusammen.“ Freitagabend in der Kosterkirche hätte das Publikum ihm sicherlich eine ganze Reihe von  Reizwörter zurufen können, aber der Bezirksvorsteher listete sie „in einer gewissen Vorahnung“ gleich selbst auf: Bahnhof Lennep, Oktoberfest, Bürgerbüro und Röntgenmuseum.

Beim Bürgerempfang 2005 habe er die Modernisierungsoffensive der Deutschen Bahn (MOF) zu MOV umgewandelt gleich „Multiples Organversagen“, und die Entwicklung der folgenden Monate habe ihm zunächst recht geben:“ Die Verwaltungsvorlage zum Bahnhofsumbau für die Sitzung des Hauptausschusses am 6. Dezember sah noch keinen konkreten Beginn der Baumaßnahme vor, stattdessen aber wegen davonlaufender Kosten Abstriche an der Maßnahme; ein Vordach für einen Treppenaufgang sollte entfallen.“ Aber dann in der Sitzung hätten Interimsbaudezernent Dr. Henkelmann und Stadtdirektor Müller das Weihnachtsgeschenk für Lennep überbracht: „Alles bleibt  wie geplant. Danke schön. Man muss auch mal Glück haben. Fangt bitte im Mai 2008 an, damit wir im Herbst 2009 fertig sind – ich würde gerne noch vor der nächsten Kommunalwahl den Bahnhof einweihen.“

Reizwort Nr. 2: Oktoberfest Lennep 2007. Dr. Rohrweck wurde deutlich: „Niemand sah Probleme – weder aus der Verwaltung noch aus der Politik. Die Bedenken eines Anliegers wurden sowohl von der Verwaltung als auch von der Politik zur Kenntnis genommen und in der Entscheidung berücksichtigt. Doch als der Anlieger seine Bedenken nicht 1:1 umgesetzt sah – wurde, und das hat keine Tradition in Lennep und soll auch keine bekommen, nachgetreten. Plötzlich sah sich der Petent in der BV lächerlich gemacht. ‚Man hat mich öffentlich düpiert’, war in der Presse nachzulesen. Sowohl der Politik als auch der Verwaltung wurde öffentlich der Vorwurf gemacht, dieser Punkt sei nicht ernsthaft in der BV behandelt worden. Das sagt jemand, der in der Sitzung gar nicht anwesend war. … Das ist kein Stil, wie man miteinander umgeht. … Ich unterstütze voll und ganz, dass, wenn jemand berechtige Zweifel an der ordnungsgemäßen Durchführung einer Maßnahme hat, er seine Einsprüche und Bedenken äußern können soll - muss das aber vier Wochen vor Fassanstich sein? Ich spreche das bewusst heute Abend an, weil wir bereits für dieses Jahr an gleicher Stelle das Fest genehmigt haben – bereits vor zwei Monaten. Damit müssten alle Bedenkenträger bis heute Zeit genug gehabt haben, ihr Anliegen vorzutragen. Ich appelliere an alle Verantwortlichen: seid ehrlich und fair im Umgang miteinander und stellt eure persönlichen Interessen hinten an, wenn es um die Interessen Lenneps geht.“

Reizwort Nr. 3: Bürgerbüro. Für den Lenneper Bezirksvorsteher steht fest: „Jeder Stadtteil musste sein Opfer bringen. Dem Bürger sind in diesem Zusammenhang sicherlich längere Wege zuzumuten.“ Ihm gehe er hier allerdings weniger um das Bürgerbüro als vielmehr um eine Anlaufstelle für den Bürger mitten in der Altstadt. „Wir können niemanden zwingen, einen Topladen auf dem Markt aufzumachen oder seine Brötchen in der Altstadt zu kaufen, wenn er sie woanders auch bekommt. Mit dem Büro war es uns gelungen, viele Bürger in die Innenstadt zu locken in der Hoffnung, dort auch noch den einen oder anderen Einkauf zu erledigen. Jetzt haben wir dort einen weiteren Leerstand, und ich hoffe nicht, dass dadurch weitere Geschäfte das Handtuch werfen.“ Heinz-Dieter Rohrweck erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass sich in Lüttringhausen viele tausend Bürger mit Unterschriften gegen eine Schließung der Bücherei ausgesprochen haben. Dagegen habe er in Lennep mit Ausnahme des Verkehrs- und Fördervereins nicht eine kritische Stimme gehört.

Reizwort Nr. 4:Museum X. Auf der Suche nach „X“ im Internet sei er schon nach 1,2 Sekunden  auf drei Billionen 60 Milliarden Einträge gestoßen – „womit die Einzigartigkeit schon bedenklich in Frage gestellt wird“. Und unter „MuseumX“ habe er ein Museum im ehemaligen Schauspielhaus von Mönchengladbach gefunden.  Im Übrigen brauche das Deutsche Röntgen-Museum gatr keinen Namenszusatz: „Die Museumsdatenbank „kunst und kultur.de“ bescheinigt unserem Museum im Internet internationale Bedeutung! Da habe ich mich in meiner Ansicht bestärkt gefühlt, dass das Museums gar keine Profilierungsnot hat. Es verschönert sich von innen heraus. Und das ist es, was meines Erachtens ein Museum bekannt macht – der Inhalt muss stimmen, die innere Konzeption, die didaktische Aufbereitung.“

Zu einem Bürgerempfang gehört aber nicht nur ein Rück-, sondern auch ein Ausblick. „Hat die BV eigene Ideen zur Steigerung der Qualität Lenneps? Hat sie überhaupt noch Möglichkeiten?“, fragte Lenneps Bezirksvorsteher und hatte auch gleich ein paar Ideen parat: „Wir denken z.B. über die Wiederherstellung der schönen alten Wegebeziehung zum Hasenberg, zum Stadtwald, nach. Da gab es mal ein Firma Barmag mit Tausenden von Mitarbeitern. Diese äußerte vor 25 Jahren den Wunsch, aus innerbetrieblichen Gründen die Leverkuser Straße in ihrem Firmengebiet einzuziehen. Einem so potenten Steuerzahler wurde der Bitte entsprochen. Aber die Barmag gleicht heute einem zersiedelten Gewerbehof. Da könnte die Straße doch wieder geöffnet werden!“

Bewährt habe sich die Verkehrsführung in der Altstadt. Nun solle auch die Geradausfahrt in die Kölner Straße ermöglicht werden. Rohrweck: „Es gibt kaum Fußgänger, die die Kölner Straße an der Einfahrt überqueren – und dDie wenigen sollten durch eine verlängerte Kettenabsperrung an der direkten Querung im Kreuzungsbereich gehindert werden. Jetzt die Verwaltung: Sie interpretiert eine solche Absperrung als Herausforderung zum Schaukeln für Kinder oder als Fitnessparcours für Erwachsene. Das Kabarett Springmaus lässt grüßen!“ 

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Chronist am :

Heute machte der Lenneper Bezirksvorsteher Dr. Heinz-Dieter Rohrweck seine Ankündigung wahr und überreichte dem evangelischen Gemeindereferenten Rolf Haumann während einer BV-Sitzung, was beim Bürgerempfang in der Klosterkirche an Geld für die Sanierung der Stadtkirche Lennep zusammen gekommen war: 490 Euro. Haumann bedankte sich artig und sprach die Hoffnung auf weitere Unterstützung aus. Die Gemeinde benötige für den Kirchenbau rund 250.000 Euro. Meinte darob Rohjrweck in gewohnt burschikoser Art: „Dann müssen wir wohl noch einige hundert Empfänge veranstalten“. Und das kann dauern …

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!