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Bilanz des Jugendrates: "Man nimmt was mit fürs Leben!"

Der scheidende Jugendrat zog heute Bilanz. Foto: Lothar KaiserRechts auf dieser Seite, unter dem Stadtwappen,  gibt es ein Feld für Suchanfragen im Waterbölles. Da habe ich nach Rückkehr von der Pressekonferenz im Rathaus, auf der der scheidende Jugendrat der Stadt heute Nachmittag eine Bilanz seiner zweijährigen Amtszeit zog, mal „Jugendrat“ eingegeben – und hatte 31 Treffer. Die einzelnen Berichte untermauern die heutige Aussage des Vorsitzenden Mathias Heidtmann, die 15 Mitglieder – nur zwei davon waren Nachrücker für ausgeschiedene – hätten in dem Gremium mehr gesehen als nur ein „Festkomitee“. Das bestätigten Sozialdezernent Burkhard Mast-Weisz und Dietrich Wingender von der Kinder- und Jugendförderung der Stadt Remscheid, der direkte Ansprechpartner des Jugendrates in der Stadtverwaltung. Der Jugendrat habe intensiv gearbeitet, „wenig spektakulär, aber wirkungsvoll“. (Der 2004 eingerichtete Jugendrat hat sich „in kurzer Zeit als politisches Gremium entwickelt, das in die Diskussion und die Planung kinder- und jugendrelevanter Fragen einbezogen wird“, zitierte der Waterbölles im April 2007 aus dem damaligen Entwurf des Kinder- und Jugendförderplans der Stadt Remscheid.)

Zwischen dem 20. und 24. März 2006 hatten sich 53 Schülerinnen und Schüler, 24 Mädchen und 29 Jungen, im Alter von 14 bis 17 Jahren für den zweiten Jugendrat der Stadt Remscheid beworben. 65 Prozent der wahlberechtigten 5.886 gaben in dieser Zeit ihre Stimme ab – eine beachtliche Wahlbeteiligung. Und am 2. Mai 2006 war Mathias Heidtmann in der konstituierenden Sitzung im Rathaus zum Vorsitzenden gewählt worden. Fünf Monate später, am 7. Oktober 2006, schrieb er im Waterbölles, schon in der Schülervertretung (SV) habe es ihm Spaß gemacht, zu planen und zu organisieren. Sein Ziel im Jugendrat sei es, den Remscheidern zu zeigen, dass die Jugend von heute nicht so schlecht ist, wie sie oft dargestellt werde. Ebenfalls zu Wort kamen damals die Mitglieder Markus Hallmann und Mahir Seydo. Zusammen mit der stellvertretenden Jugendratsvorsitzenden Catarina Marques Teles erinnerten sie heute daran, von ihren Vorgängern den Vorschlag übernommen zu haben, im Lennepe Bachtal eine Skater-Anlage zu errichten. Die politischen Gremien davon zu überzeugen war gewiss nicht leicht. („Die Delegierten im Jugendrat machen Erfahrungen aus erster Hand mit demokratischem Handeln, sie lernen demokratische Entscheidungsformen und Regeln kennen und bringen sich aktiv und konstruktiv ein.“ s.o.)

Drei Beispiele für die Arbeit des Jugendrates aus dem vergangenen Jahr:

  • Als am 19. Juni 2007 in "der Welle e.V.“ in Lennep über Flat-Rate-Partys und Alkoholmissbrauch von Kindern und Jugendlichen diskutiert wurde, lag druckfrisch ein Positionspapier des Jugendrates mit neun konkreten politischen Forderungen vor, darunter ein Verbot von Werbung für alkoholhaltige Getränke und Lebensmittel. Weil Werbung vielfach suggeriere, dass das Leben nur mit Alkohol lebenswert ist und man nur "in" ist, wenn man trinkt.
  • Am 12. Oktober 2007 veranstaltete der Jugendrat in Zusammenarbeit mit der Sportjugend und der Kinder- und Jugendförderung der Stadt eine Talentshow in der „Kraftstation“ in den Kategorien Dance, R'n'B und Hip-Hop/Gesang.
  • Ende 2007 beschäftigte sich der Jugendrat mit den Aufgabenfeldern Jugend, Soziales und Migration und schlug ergänzende Schwerpunkte vor.

Vorschläge des scheidenden Jugendrates, die der neue gut aufgreifen und weiterentwickeln könnte:

  • Zeitzeugen einladen in die Schulen zum Geschichtsunterricht
  • Gemeinsame Freizeitgestaltung von Jugendlichen und Senioren (z.B. in einer Foto- und einer Theatergruppe)
  • Aktivierung der Schülervertretungen (ein erstes Treffen soll am 28. Januar im Rathaus stattfinden)
  • Wiederbelebung des Jugendaustausches mit den Partnerstädten von Remscheid (Mitglieder des Jugendrates der Stadt Wansbeck werden im März in Remscheid zu Besuch erwartet)
  • Der neue „Arbeitskreis bergischer Jugendräte“ als Ideenbörse (zwei Mitglieder des alten Jugendrates werden dort Mitglied bleiben – als Garant für Kontinuität).

Drei Mitglieder des „alten“ Jugendrates kandidieren im März wieder für den neuen. (Bis zum 17.Januar können Bewerbungen in den Sekretariaten aller weiterführenden Schulen in Remscheid abgegeben werden.) Mahir Seydo  und Catarina Marques Teles wollen es noch einmal wissen: „Weil die Arbeit Spaß macht!“ Mathias Heidtmann bestätigt das: „Keine Sitzung, in der nicht auch gelacht wurde!“ Ihm habe die Arbeit im Jugendrat viel gebracht: „Ich bin sicherer geworden im Auftreten, selbstbewusster!“ Und Mahir Seydo hebt hervor: „Die Anerkennung von Schulkameraden und Freunden war mir wichtig!“

„Nicht ausgeschlossen, dass so manches Mitglied des Jugendrates später in Remscheider Ortsverbänden der Parteien mitarbeitet“, mutmaßte der Waterbölles im Oktober 2006. Mathias Heidtmann und Markus Hallmann sagten heute, sie könnten sich die Mitgliedschaft in einer Partei „gut vorstellen“. Im Jugendrat lernten sie nicht nur selbständiges Arbeiten (die Einhaltung von Terminen), sondern auch Geduld zu haben. „In der Politik braucht halt manches seine Zeit“, sagt Catarina Marques Teles.

Das gilt offenbar auch für die Internetseite des Jugendrates. Im März 2007 hieß es dazu im Waterbölles: „Wer derzeit die Internetadresse http://www.jugendrat-remscheid.de anklickt, sieht so gut wie nichts“. Und heute? „Hier folgt demnächst …“ steht es auf der Seite. - Für die Remscheider Jugendlichen jedoch habe der Jugendrat viel erreicht, lobte heute Sozialdezernent Mast-Weisz. Und: „Die Mitglieder haben sich keinen Knoten ins Gehirn gemacht, sondern geredet, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Das war erfrischend!“

Um noch einmal aus dem Entwurf des Kinder- und Jugendförderplans der Stadt Remscheid von April 2007 zu zitieren: „Die politische und soziale Bildung von Kindern und Jugendlichen ist eine zentrale Aufgabe einer Gesellschaft, deren Zukunft immer mehr von der Gestaltungsfähigkeit ihrer Bürgerinnen und Bürger abhängt. Je komplexer die politischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge werden, um so dringender wird es, die nachwachsende Generation mit den Fähigkeiten auszustatten, die sie braucht, um selbstbestimmt, verantwortungsbewusst und demokratisch handeln und nachhaltige Entscheidungen treffen zu können. Elternhaus und andere Erziehungs- und Sozialisationsinstanzen leisten diese Aufgabe immer weniger.“ – „Ja, sagt Mathias Heidtmann. „Viele Jugendliche haben leider kein Interesse an Politik. Aber woher sollen sie es auch haben? Aus dem Politikunterricht in ihren Schulen gewiss nicht. Da liegt einiges im Argen!“

Dietrich Wingender, der Geschäftsführer des Jugendrates, wünscht sich (trotz alledem) möglichst viele Kandidatinnen und Kandidaten bei der bevorstehenden Wahl. Scheu sei da fehl am Platze. „Die besten Experten in Jugendfragen sind nun mal die Jugendlichen. Und für alles andere haben sie Ansprechpartner im Rathaus. Niemand wird alleine gelassen!“ Und auch Mathias Heidtmann macht Mut für eine Kandidatur: „Man nimmt was mit fürs Leben!“

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Kommentare

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Chronist am :

In einem Brief an Mathias Heidtmann, den Vorsitzenden des noch amtierenden Jugendrates, hat der SPD-Bundestagsabgeordnete Jürgen Kucharczyk die Arbeit des Gremiums gewürdigt: „Was Ihr in den vergangenen zwei Jahren geleistet habt, ist beeindruckend und sollte Motor für weiteres Engagement sein. (…) Der Jugendrat ist ein gutes politisches Modell für Jugendbeteiligung auf kommunaler Ebene. (…) Durch das 15fache kreative Engagement, durch Ausdauer, Beharrlichkeit und durch den jugendlichen und ungezwungenen Teamgeist wird der Jugendrat zu dem, was er ist: Zu einer verlässlichen politischen Größe, die sich einmischt und dem routinierten Alltag im Rathaus eine gehörige Prise jungen Schwung und Beweglichkeit beimischt. (…) Bleibt dran! Gestaltet weiter! Es gibt auch außerhalb des Jugendparlamentes genug Themen und Herausforderungen, die speziell aus der Sicht von jungen Menschen angepackt und angenommen werden wollen.“

Julian Kleuser am :

Lieber Mathias, liebe Mitglieder des Jugendrates, im Namen der Jungen Union Remscheid möchte ich Dir und Deinem Vorstand persönlich für das Engagement für Remscheids Jugend danken. Es ist wichtig, dass die Stadt Remscheid Leute wie Euch hat, die neue Ideen in die Politik bringen. Die Politik auf Themenfelder stoßen, die für sie sonst eher lästig oder unangenehm sind. Es ist von großer Bedeutung, dass viele junge Menschen sich um die Belange von Remscheid und ihren Einwohnern kümmern, so haben wir unsere Zukunft unserer Stadt selber in der Hand! Ich weiß, dass gerade in der Anfangszeit die Arbeit nicht einfach ist. Viele komplizierte und bürokratische Wege, an die sich jeder junge Mensch gewöhnen muss. Dies habt Ihr in einer Art und Weise geschafft, an der sich so manch ein Kommunalpolitiker etwas abschauen kann. Für Eure Arbeit danke ich Euch herzlich und hoffe, dass Ihr Eure gewonnen Erfahrungen weiterhin mit in das politische Geschehen von Remscheid und für Remscheids Jugendliche einsetzt.

G. Dietrich-Wingender am :

Der Jugendrat ist jetzt im Internet auch unter http://www.myspace.com/ Jugendrat_Remscheid vertreten. (G. Dietrich-Wingender, Geschäftsführung Jugendrat, Stadt Remscheid) (Anm. des Waterbölles: Sollten Sie die URL-Adresse verwenden wollen, entfernen Sie bitte die Leerzeilen zwischen com/ und Jugendrat_. Die mussten eingefügt werden, weil die Adresse sonst diese Spalte aufgebläht hätte.

Chronist am :

Auf Initiative des Jugendrates und der Schülervertretung des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums findet am Montag, 28. Januar, um 16 Uhr im großen Sitzungssaal des Remscheider Rathauses, Theodor-Heuss-Platz 1, erstmalig eine schulübergreifende öffentliche Sitzung der Schülervertretungen (SV) und des Jugendrates statt. Die Schülervertretung des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums und der Jugendrat Remscheid versuchen so eine bessere Kommunikation zwischen Schulen untereinander sowie zwischen Schulen und Jugendrat zu erreichen. Es ist geplant, dieses Treffen halbjährlich stattfinden zu lassen. Oberbürgermeisterin Beate Wilding wird die Sitzung eröffnen.

Chronist am :

Mathias Heidtmann, im Frühjahr noch Vorsitzender des Jugendrates (im Foto zweiter von rechts) ist heute als Sachkundiger Bürger im Jugendhilfeausschuss verpflichtet worden. Die CDU hatte ihn benannt.

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