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Naturerlebnis-Tipp "Schafgarbe"

Die Schafgarbe gehört, wie Löwenzahn und Gänseblümchen, in die große Familie der Körbchenblütler. Einige ihrer deutschen Namen lauten Frauendank, Achilleskraut oder auch Blutstillkraut und verweisen auf die Wirkung der Pflanze.

Die Schafgarbe in Blüte
Die Schafgarbe in Blüte (Foto: Stefanie Barzen / Natur-Schule Grund)

Die anspruchslose Pflanze wächst an Wegrändern, auf Wiesen und Weiden. Sie hat zarte, stark gefiederte Laubblätter und blüht wohlriechend weiß oder zart rosa in sogenannten Doldenrispen. Auch gibt es Gartenformen in kräftigem Rot.
Ihr deutscher Name, Schafgarbe, bezieht sich auf Schafe, die ihre Laubblätter zum Fressen gern haben, Blütenstängel und Blüten aber stehen lassen. Der Namensteil „garbe“ stammt vom althochdeutschen „garwe“, was so viel bedeutet wie „Gesundmacher“. Ihr lateinischer Name, Achillea millefolium,
bezieht sich im ersten Wort auf den griechischen Helden Achilles, der seine Wunden mit Hilfe der Schafgarbe heilen konnte. „Millefolium“, tausendblättrig, bezieht sich auf ihre fiedrigen Blätter.

Die Schafgarbe, Heilpflanze des Jahres 2004, besitzt ähnliche Inhaltsstoffe und Heilwirkungen wie die mit ihr verwandte Kamille, die ebenfalls ein Körbchenblütler ist.
Schafgarbe enthält Gerb- und Bitterstoffe, Flavonoide, Schleimstoffe, Kampfer, Achillein, Cumarine, Schleimstoffe, Mineralien wie Kalium und Kupfer, Vitamine, Matricin als Vorstufe des Chamazulen (vergleiche Kamille!) und antibiotisch wirksame Inhaltsstoffe.
Verwendete Pflanzenteile sind hauptsächlich Blätter und Blüten als Tee, Pulver oder Tinktur. Sie fördert den Gallenfluss, wirkt appetitanregend, krampflösend, adstringierend, antibakteriell, durchblutungsfördernd, schmerzstillend. Äußerlich wirkt Schafgarbe blutstillend, entzündungshemmend, keimhemmend und fördert die Heilung von Wunden. Ihre stark blutstillende Wirkung hilft bei Nasenbluten ebenso wie bei inneren und äußeren Blutungen.
Schafgarbe galt in Kriegszeiten als erstes Mittel der Wundversorgung. Sie ist eine anerkannte Pflanze der Frauenheilkunde und wird hier eingesetzt bei schwachen, unregelmäßigen und auch bei zu starken Menstruationen und gegen Menstruationsschmerzen. Auch Hildegard von Bingen (1098 – 1179) spricht von der „feinen Wirkung auf Wunden“.
Empfindliche Menschen können bei Hautkontakt mit Schafgarbe eine Kontaktallergie, eine sogenannte Wiesendermatitis, entwickeln.

Schafgarbe ist essbar. Ihr Geschmack wird als scharf, herb, muskatnussartig beschrieben. Junge Blätter und Blüten bzw. Blütenknospen können Gemüse und Salat beigegeben werden. Sie bilden auch eine würzige Zugabe zu Kräutersalzen und Kräuterbutter und können zur Aromatisierung von Essig, Tee, alkoholischen Getränken oder auch von Tabakmischungen verwendet werden.
Die Blüten ergeben eine hübsche, essbare Dekoration. Einfach mal ausprobieren!

Bis zum nächsten Naturerlebnis-Tipp aus der Natur-Schule Grund
Ihre / Eure Stefanie Barzen

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