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Soforthilfen zur Anschaffung von Schul-PC nötig

Wenn die eine Hand nicht weiß, was die andere tut, kann dies zu einer ungerechten Behandlung von Schülerinnen und Schülern aus finanzschwachen Familien führen. Das hat die Remscheider SPD herausgefunden und Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz gebeten, bei der Landesregierung NRW dagegen zu intervenieren. Navholgend der Offene Brief der SPD an den OB im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Mast-Weisz,
wie den Aussagen des Schulverwaltungsamtes der Stadt Remscheid entnommen werden konnte, ist der erste Schritt hin zu den Corona Soforthilfen für Schülerinnen und Schülern aus finanzschwachen Elternhäusern erreicht. Der Stadt Remscheid stehen laut Förderrichtlinien vom 21. Juni (https://bass.schul-welt.de/19254.htm) ca. 1,1 Millionen Euro zur Förderung der digitalen Sofortausstattung zur Verfügung. Genutzt werden darf dieser Betrag zur Anschaffung von mobilen Endgeräten bis zu einem Höchstbetrag von 500 € pro Gerät. Von diesem Betrag ließen sich folglich in Remscheid bis zu 2200 Endgeräte für die Ausleihe anschaffen.

Arndt Liesenfeld

Ungeklärt bleibt aber weiterhin, ab wann diese Geräte den Schülerinnen und Schülern tatsächlich zur Verfügung stehen werden, da Herr Liesenfeld vom Schulverwaltungsamt in der Presse (siehe Waterbölles-Video rechts) und gegenüber der Kommunalpolitik deutlich gemacht hat, dass eine solche Beschaffung europaweit ausgeschrieben werden müsste. Dieser Prozess zöge folglich eine Verzögerung von bis zu einem Jahr nach sich.

Diese Verzögerung ist anlässlich einer weiteren Verordnung des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes NRW inakzeptabel, denn „Leistungen, die coronabedingt beim sogenannten Unterricht auf Distanz erbracht worden sind, sollen künftig ebenso wie Präsenzunterricht benotet werden.“ (https://rp-online.de/panorama/coronavirus/corona-tests-an-schulen-nrw-wie-es-nach-den-ferien-aussehen-koennte_aid-52232327 (letzter Zugriff: 21.7.2020)

Faktisches Zurückbleiben von Schülerinnen und Schülern beim Lernfortschritt wird somit auch im kommenden Halbjahr nicht nur in Kauf genommen, sondern durch diese Verordnung auch noch in Noten manifestiert. Kurzum, die sozio-ökonomische Schlechterstellung von Kindern wirkt sich nochmal negativ auf deren Bildungschancen aus, weil sie keine ausreichende digitale Ausstattung mit einem schulfähigen Endgerät und einem Zugang zum Internet haben. Wir bitten Sie deshalb um Ihre Unterstützung bei der Frage nach einer beschleunigten Beschaffung der Leihgeräte für Schülerinnen und Schüler. Bitte wirken Sie auf die Landesregierung ein, die Vergabeverfahren so zu beschleunigen, dass Kinder in der nächsten Phase des Lernens auf Distanz nicht wieder ohne Gerät dastehen.

Bitte übermitteln und unterstützen Sie unsere Kritik an der Förderrichtlinie, weil wieder einmal Sachausgaben für die Wartung und den Betrieb der anzuschaffenden mobilen Endgeräte sowie Personalausgaben nicht förderfähig sind. Eine finanzschwache Kommune wie Remscheid ist aber auf genau dieses Personal angewiesen, damit die Geräte auch tatsächlich dauerhaft nutzbar sind.

Gleichzeitig bitten wir Sie die Frage zu erörtern, wie bei Personalmangel und zeitintensiven Ausschreibungsverfahren die Mittel bis zum 31. Dezember abgerufen werden sollen, damit sie nicht als unverbrauchte Mittel an die Bezirksregierung zurückgehen.

Des  Weiteren regen wir an, dass Sie eine Service-Nummer beim Schulverwaltungsamt einrichten, unter welcher sich Familien melden können, wenn sie den Bedarf an einem Endgerät haben, mit dem Ziel dann einzelne Geräte bereitzustellen.

Mit herzlichen Grüßen
gez. Erden Ankay-Nachtwein, schulpolitische Sprecherin, und Sven Wolf (Fraktionsvorsitzender und MdL)

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Kommentare

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Stefan Holzhauer am :

Tatsächlich liegt das Problem doch viel tiefer als nur die Anschaffung von Endgeräten. Die nutzen den Schülern nämlich exakt gar nichts, wenn die Infrastruktur zum entfernten Lernen nicht zur Verfügung steht. Sämtliche Bundes und Landesregierungen der vergangenen 20 Jahre haben das Problem "Digitalisierung der Schulen" tief und fest verschlafen, vermutlich in erster Linie, weil das Geld gekostet hätte, und weil man in Schulen kein Geld investieren wollte und will, das zeigen unter anderem die traurigen Zustände der Bausubstanz oder die mangelnde Ausstattung mit Lernmitteln deutlich. Die Kommunen selbst sind pleite und wollten und wollen ebenfalls kein Geld ausgeben. Selbst wenn jetzt "Endgeräte" zur Verfügung gestellt werden, fehlen immer noch moderne, wirklich funktionierende Lernplattformen der Schulen, der Kommunen oder des Landes. Datenschutzrechtlich mehr als bedenkliche Applikationen wie Zoom oder WhatsApp dürften gar nicht genutzt werden, man nutzt sie allerdings aus Unwissenheit, oder weil öffentliche Angebote fehlen, trotzdem. Zusätzlich zu den Endgeräten müssten diese Möglichkeiten überhaupt erst einmal geschaffen werden und über die derzeitigen halbherzigen Bastellösungen hinaus gehen. Die Kommunen müssten den Schulen Serverinfrastruktur samt Personal zur Verfügung stellen, um Lernplattformen bereithalten zu können, auf die die "Endgeräte" dann zugreifen können. Ich wiederhole mich: 20 Jahre tief und fest schlafen holt man nicht durch das Anschaffen von ein paar Laptops nach.

Lothar Kaiser am :

Durchaus nachvollziehbar, Herr Holzhauer. Aber doch ein wenig der Vergleich von Äpfeln und Birnen. Denn die ungerechte, da ungleiche Behandlung der Schüler ohne Laptop bleibt.

Stefan Holzhauer am :

Hallo Herr Kaiser, das ist keineswegs der Vergleich von Äpfeln mit Birnen, sondern ein grundsätzliches, vorgelagertes Problem. Denn auch den Schülern, die von Haus aus ein "Endgerät" bereits haben, können dieses mangels Infrastruktur nicht nutzen. Das ist also ein Streit um des Kaisers Bart. Sicherlich muss Chancengleichheit hergestellt werden, aber wenn es an den Voraussetzungen fehlt, nutzen die "Endgeräte" den Schülern aus finanziell schwachem Umfeld genauso wenig wie bereits vorhandene Geräte besser gestellten Schülern. Solange Digitalisierung in den Schulen von Landesschulbehörden wie Verantwortlichen vor Ort aktiv verhindert statt unterstützt wird, bleibt das alles ein unfassbares Gemurkse zum Schaden der Schüler/iInnen. Anekdote an Rande: Ein IT-Kollege soll Schulen digitalisieren. Das scheitert schon am für Digitalisierung zuständigen Oberstudienrat kurz vor der Pensionierung, der den IT-ler auffordert, doch bitte "deutsche Begriffe zu verwenden, statt dieser schrecklichen Anglismen", bevor er bereit ist, sich mit dem Thema weiter zu befassen (den Aussagen des Kollegen nach ist das eben leider kein anekdotischer Einzelfall). An der Stelle wundert einen der traurige Zustand der IT an Schulen dann nicht mehr im Geringsten. Und ehrlich gesagt verschlägt es mir die Sprache, dass man solchen bornierten Figuren diese Verantwortung unkontrolliert überträgt.

Stefan Holzhauer am :

Nachtrag dazu: Und was nutzen die "Endgeräte" für Kinder aus finanziell schwachen Familien, wenn die dann zuhause keinen Internetzugang haben? Wer ernsthaft glaubt, das komplexe Problem sei durch das Anschaffen von ein paar billig-Notebooks gelöst, der befindet sich fernab jeglicher Realität.

Peter Schmied am :

Viele der Universitäten und Fachhochschulen des Landes NRW bündeln ihre Nachfragemenge an IT-Endgeräten und schreiben alle paar Jahre EU-weit aus. Es handelt sich sowohl um komplexere Geräte als auch um Standardrechner und Tablets. Ohne Vergabeexperte zu sein, vielleicht gibt es die Möglichkeit für Kommunen sich mit ihren Mengen an die gelaufene Ausschreibung anzuhängen und sich an den nächsten Vergaben direkt zu beteiligen? Das Land NRW als Fördergeber müsste dies natürlich entsprechend zulassen.

Carsten Lahme am :

"...Genutzt werden darf dieser Betrag zur Anschaffung von mobilen Endgeräten bis zu einem Höchstbetrag von 500 € pro Gerät ..." Nicht nur, daß für die Politiker und verantwortlichen Verwaltungsangestellten scheinbar "Digitalisierung" aus dem einzigen Messwert "Computer vorhanden (ja/nein)" besteht, auch die Vorstellung der Preise für Endgeräte, welche dem realisitschen Schulalltag standhalten ist weit weg von der Realität. Allerdings ist das Thema auch nicht "neu". Man möge lächeln, aber bereits 1985/86 musste ich meinen Heimcomputer -damals weit weg von "portablem Endgerät" mit in die Schule zum "Computerunterricht" bringen. "Digitalisierung" und entsprechende Fächer gab es also schon damals (und ich rede von "Hauptschule"). Wir treten also faktisch seit nunmehr 34 Jahren auf der Stelle.

Heinz Wäscher am :

Wie gut finden sich eigentlich die Angehörigen des Lehrkörpers jeder Remscheider Schule im sog. Neuland Internetz zurecht bzw. verfügen über ausreichend Kenntnisse über die Anwendung relevanter Programme und Software?

Karsten Neldner am :

Zielten die Anträge der Remscheider Politik im Schulausschuss nicht darauf alle SuS mit Endgeräten zu versorgen? Nach dem Schulgesetz NRW besteht grundsätzlich Lernmittelfreiheit. Die Eltern müssen lediglich einen geringen Eigenanteil bezahlen. Selbst dieser Eigenanteil wird m.E. unrechtmäßig von vielen Schulen überschritten.

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