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„Sammlung Gerd Arntz“ um einen kleinen Schatz erweitert

Freuten sich über die Neuerwerbung: Gernot Tödt, Jörg Koch to Krax und Dr. Urs Diederichs. Foto: Lothar KaiserDer Förderkreis Deutsches Werkzeugmuseum hat mit Hilfe der Stiftung der Stadtsparkasse Remscheid (9.000 Euro) und der Moog-Stiftung (1.000 Euro) den von Gerd Arntz in den 30-er Jahren geschaffenen Bilderatlas „Wirtschaft und Gesellschaft“ erworben. Gernot Tödt, der Vorsitzende des Förderkreises, und  Jörg Koch to Krax, Bereichsleiter bei der Sparkasse, übergaben das seltene Exemplar diese Woche im „Arntz-Kabinett“ des Historischen Zentrums offiziell an Museumsleiter Dr. Urs Diederichs und seinen Stellvertreter Ulrich Horz. Beide werteten den aus 100 einzelnen bildstatistischen Tafeln bestehende Atlas, der 1932 am Bibliographischen Institut in Leipzig in wenigen Exemplaren gedruckt worden war, als eine wertvolle Bereicherung der in der ersten Etage von „Haus Cleff“ untergebrachten „Sammlung Gerd Arntz“.

Der 1900 in Remscheid geborene Sohn eines protestantischen Eisenfabrikanten hatte sich 1919 an der Düsseldorfer Kunstschule eingeschrieben und engagierte sich fortan in seinen Werken für die Arbeiterbewegung. Zum Sozialist war Gerd Arntz durch die Erfahrungen des Arbeiteralltags, Streiks im väterlichen Betrieb und die unübersehbaren Klassenunterschiede zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern geworden, wie das Internet-Lexikon Wikipedia feststellt. Durch die kritische Darstellung gesellschaftlicher Zusammenhänge, speziell des Kapitalismus, wurde der Künstler schnell das schwarze, besser rote Schaf der zur Remscheider Oberschicht gehörenden Familie.

Idealistisch glaubte er an eine klassenlose Gesellschaft in Deutschland. Diesem Ziel sollten als Teil demokratischer Volksaufklärung auch möglichst einfache grafische Darstellungen dienen. Daran arbeitete Arntz zwischen 1929 und 1934 als Leiter der grafischen Abteilung des Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseums in Wien. Gemeinsam mit dem Direktor des Museums, dem Soziologe und Philosoph Oto Neurath, entwickelte er die „Wiener Methode der Bildstatistik“. deren Bildsymbole als Vorläufer der inzwischen international gebräuchlichen Piktogramme gelten.

Im Rahmen einer Sonderausstellung war der Atlas schon einmal im Deutschen Werkzeugmuseum gezeigt worden, damals hatte Urs Diederich Gerd Arntz jedoch nicht überreden können, sein Werk endgültig in Remscheid zu belassen. Nunmehr entschied sich der bei Den Haag lebender Sohn des Künstlers, Peter Arntz, die gut erhaltene Sammelmappe an die beiden Stiftungen zu verkaufen und so dem Museum zu übereignen. Allerdings nicht ohne eine bedeutsame kostenlose Zugabe: sechs Kartons voller Bücher und Schriftstücke aus dem Nachlass seines 1988 verstorbenen Vaters, darunter ein Kinderbuch mit Bildstatistiken - „eine wahre Wunderkiste“, freute sich Urs Diederichs.

Die Neuerwerbungen möchte er gerne in einem noch freien, an das „Arntz-Kabinett“ angrenzenden Raum Doktoranten und Diplomanden für Studienzwecke zur Verfügung stellen. Diedrichs: „Das ist ein spannendes Forschungsfeld!“ Eine ständige Ausstellung einzelner Tafeln hinter Glas ist nicht vorgesehen, um ein Verblassen der farbigen Piktogramme zu vermeiden. Nicht ausgeschlossen, dass sich eines Tages eine Wechselausstellung mit Arbeiten von Gerd Arntz ergibt für andere Museen in Deutschland. Auf jeden Fall aber sollen die Tafeln aus dem bildstatistischen Elementarwerk „Wirtschaft und Gesellschaft“ im nächsten Jahr zur Eröffnung der neuen Kundenhalle in der Sparkasse Remscheid zu sehen sein.

Sollten Sie gerne ein Werk von Gerd Arntz in Ihrer Wohnung aufhängen wollen: Es gibt deutsche Galerien, die Grafiken von ihm im Angebot haben. Schauen Sie mal bei Artnet vorbei. Auch im Buch-Antiquariat ist der Remscheider vertreten.

Siehe auch im Waterbölles "Gerd Arntz und sein für unseren Alltag bedeutsames Werk" von Dr. Urs Diederichs.

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