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Endoskopische Therapieverfahren gegen Darmkrebs

Pressemitteilung des Sana-Klinikums

Die Felix-Burda-Stiftung hatte im März den Darmkrebsmonat unter das Motto „Präventionsphobie“ gestellt. Nicht ohne Grund, denn viele Menschen scheuen den Weg zur Darmkrebsvorsorge, obwohl die Zahlen eine deutliche Sprache sprechen: Allein in Deutschland sterben fast 25.000 Menschen jährlich an der Krankheit, rund eine halbe Million sind betroffen und jedes Jahr kommen zirka 33.000 Männer und 27.000 Frauen neu hinzu. Das müsste nicht so sein, denn nach Einschätzung von Experten könnten rund 90 Prozent aller Darmkrebserkrankungen vermieden oder zumindest frühzeitig geheilt werden.

„In den meisten Fällen entwickelt sich Darmkrebs aus zunächst gutartigen Wucherungen der Darmwand, den Darmpolypen oder im Arztjargon Adenomen“, erklärt Dr. Christine Stanull, Chefärztin der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Stoffwechsel- und Infektionskrankheiten im Sana-Klinikum Remscheid. „Schon die Adenome lassen sich mit Darmspiegelungen, die in der Regel von niedergelassenen Fachärzten in der Region vorgenommen werden, gut erkennen und entfernen. Damit ist die Gefahr einer Darmkrebserkrankung zunächst gebannt.“

Für die Behandlung von Darmkrebs gibt es – je nach Stadium – verschiedene Therapiemöglichkeiten, angefangen beim minimal-invasiven endoskopischen Eingriff bis hin zur großen Operation. Seit diesem Jahr werden am Sana-Klinikum in Remscheid zwei noch recht junge Methoden zur endoskopischen Therapie eingesetzt. „Beide haben den Vorteil, dass sie eine größere Operation vermeiden können und unsere Patienten deutlich schneller wieder mobil sind“, sagt Dr. Stanull. Ein stationärer Aufenthalt ist dennoch bei beiden Therapiemethoden vonnöten. Die „endoskopische Vollwandresektion“ kann bei Gewebeveränderungen und Darmkrebs im Frühstadium mit maximal 25 Millimetern Durchmesser eingesetzt werden. „Die Methode wird zwar schon in einigen Kliniken eingesetzt, ist aber noch nicht sehr weit verbreitet“, erklärt Vuvan Awunti Mundi, der als Leitender Oberarzt die interventionelle Endoskopie im Sana-Klinikum gemeinsam mit der Chefärztin weiter entwickelt. „Mit dem Endoskop ziehen wir das krankhafte Gewebe mit der Darmwand ein, trennen es heraus und verschließen vorher mit einem Metallclip die Wunde an der Stelle.“ Bereits im Februar wurden im Sana-Klinikum Remscheid erste Patienten erfolgreich mit dieser Methode behandelt. Im August konnte dann auch erstmals auf diese Weise ein besonders komplizierter Eingriff im oberen Gastrointestinaltrakt (Speiseröhre, Magen, Dünndarm) erfolgreich durchgeführt werden. „Darauf können wir besonders stolz sein, denn derartige endoskopische Eingriffe sind äußerst selten in Deutschland“, erklärt Dr. Christine Stanull.

Für größere Gewebeveränderungen, bevorzugt über zwei Zentimetern Durchmesser, wird eine weitere endoskopische Operationsmethode angewendet: die sogenannte „endoskopische Submukosadissektion“ (Submukosa = Bindegewebe zwischen Schleimhaut und Muskelschicht). Sie ist aufwändiger und dauert länger als die Vollwandresektion, kann aber außer im Dickdarm auch im oberen Magen-Darm-Trakt, also dem Magen und Zwölffingerdarm, zum Einsatz kommen. „Wir tragen das betroffene veränderte Gewebe komplett ab und können im Zweifel damit auch hinterher feststellen, ob es ich um bösartige Veränderungen gehandelt hat“, so Mundi weiter. „Der Vorteil: Egal wie der Befund ausfällt, das auffällige Gewebe ist bereits entfernt und der Patient auf dem Weg der Genesung.“ Wenn keine der in der Gastroenterologie einsetzbaren Therapiemöglichkeiten greift, besteht eine enge Kooperation mit der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und minimalinvasive Chirurgie von Chefarzt Privatdozent Dr. Dietrich Rupp.

„Für die Einführung der modernen endoskopischen Operationsmethoden waren intensive Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter notwendig“, sagt Svenja Ehlers, Geschäftsführerin im Sana-Klinikum Remscheid. „Mit der hohen medizinischen Expertise und dem Engagement der leitenden Ärztinnen und Ärzte in der Gastroenterologie und der Allgemein- und Viszeralchirurgie werden im Sana-Klinikum die Behandlungsangebote für Patientinnen und Patienten mit Darmkrebs weiter ausgebaut.“

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