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Hilfe für ängstliche Rehkitze kommt aus der Luft

Auf Bitte der CDU-Fraktion ging die Stadtverwaltung der Frage nach, wie Rehkitze davor geschützt werden können, von landwirtschaftlichen Maschinen beim Mähen verletzt oder gar getötet zu werden. Rückfragen bei der Stadt Radevormwald ergaben folgenden Ablauf der so genannten Feldbefliegung mittels einer Drohne: Ein Landwirt, der sein Feld abmähen will, ruft einen Tag vorher bei der Stadtverwaltung an. Diese organsiert dann die Drohnenpiloten sowie den Treffpunkt vor Ort und den Zeitpunkt der Befliegung. Der Landwirt organisiert alle beteiligten Helfer. Die Aktion beginnt gegen 4 Uhr, „da durch den jahreszeitbedingten frühen Sonnenaufgang und den damit verbundenen Anstieg der Außentemperaturen ansonsten der optische Kontrast zwischen Außentemperatur und Körpertemperatur des Kitzes zu gering wäre, was das Aufspüren der Tiere sehr erschweren würde“, so die Verwaltung in ihrer Vorlage zur jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung (bezogen auf die hochsommerliche Zeit der Getreideernte). „Zeigt die Wärmebildkamera ein Kitz an, so nähern sich die Helfer und legen das Tier mit Handschuhen in einen Karton und nehmen es in Obhut, bis die Mäharbeiten abgeschlossen sind. Danach wird es wieder behutsam ausgesetzt, sodass das Muttertier das Kitz wieder auffinden kann.“

Vom Bergische Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt (BVLA), zuständig für Remscheid, Solingen und Wuppertal ,  kamen auf Anfrage der Stadt Remscheid folgende Hinweise: Im bergischen Städtedreieck begehen Jäger und vereinzelt auch Landwirte in den Monaten Mai – Juni vor den Mäharbeiten die erntereife Felder. Beispielsweise würden am Vorabend Pflöcke mit Flatterbändern und Säcken bzw. Plastiktüten im Feld installiert, um die Ricken dazu zu bewegen, mit ihren Kitzen das Feld zu verlassen. Auch würden die Felder vor der Ernte von Hundeführer abgesucht. Drohnen kämen nur in Einzelfällen zum Einsatz. Die Information der Jagdpächter durch die Landwirte fände in der Regel sehr kurzfristig statt. Zum einen seien Ernte- /Mäharbeiten stark vom Wetter abhängig, zum anderen seien einige Landwirte von Lohnunternehmern abhängig, die letztendlich die Termine für Mäharbeiten beeinflussen. Zudem wollten bei strittigen Wetterlagen zu bestimmten Zeiten viele Landwirte zeitgleich ernten, was zu logistischen Problemen führe.

Durch den Einsatz von Drohnen könnten häufig Kitze gerettet werden, so das BVLA. Befürwortet wird der Vorschlag, Jägerschaft und der Landwirte für Drohneneinsätze zu sensibilisieren. Die Idee , die Organisation der Drohneneinsätze mit städtischer Unterstützung analog zu Radevormwald zu koordinieren, habe bei allen Befragten Anklang gefunden, berichtet die Verwaltung.In Radevormwald sind die Drohne wie auch die Infrarot-Kamera sind im jeweiligen Eigentum der beiden Privatleute. Pro Einsatz erhält jeder Drohnenpilot eine Entlohnung in Höhe von 150 €. Von den ca. 20 beteiligten Landwirte in Radevormwald zahlt jeder 50 Euro. Jeder Jäger steuert jeweils ca. 25 € bei. Diverse Institutionen wie z.B. Stadtsparkasse Radevormwald, Volksbank und Fa. GIRA beteiligen sich durch Spendengelder. Die Gesamtkosten für die Saison 2020 belaufen sich in Radevormwald auf ca. 5000 €. Die Saison dauert bis Ende Juni. Dann sind die Kitze groß genug, um selbst vor herannahenden Mähdrescher flüchten zu können.

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Jens-Peter Nettekoven (MdL, CDU) am :

Vor den Weihnachtsferien hat der Haushalts- und Finanzausschuss dem Antrag von der NRW-Koalition CDU und FDP zugestimmt, mit dem Rehkitze besser geschützt werden sollen. Es gibt bereits zahlreiche Tipps und Tricks, um ein besseres Wildtiermanagement voranzutreiben. Und doch greifen diese Maßnahmen oftmals zu kurz. Trotzdem kommt es regelmäßig zu Unfällen bei Mäharbeiten, da die Rehkitze und andere Wildtiere übersehen werden. Gezielte Technik wie der Einsatz von Drohnen, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet sind, können eingesetzt werden, um dieser Gefahr entgegenzutreten. Mit diesen können die Flächen nach den Rehen abgesucht werden, bevor sie gemäht werden. Aufgrund der hohen Anschaffungskosten der Technik stellt der Haushalt des Landtags nun 200.000 Euro bereit, damit wichtige und richtige Maßnahmen getroffen werden, um dem Sterben der Rehkitze und Wildtiere Einhalt zu gebieten. Auch die Kreisjägerschaft Remscheid e.V. im Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen kann die Förderung ab dem heutigen Zeitpunkt beantragen.“

Dr. Gerlinde von Dehn, Tierschutzbeauftragte des Landes NRW am :

Autonome Rasenmäher sind mittlerweile in zahlreichen Gärten vorzufinden, die Umsätze im Marktsegment „Mähroboter“ wachsen rasant. Sie sorgen fast lautlos für einen gleichmäßig kurzen Rasen und eine gepflegte Rasenkante. Vielen Gartenbesitzern ist jedoch nicht bewusst, dass die Mähroboter für Igel und andere kleine (Wild-)Tiere (z.B. Kröten, Eidechsen, Vögeln und auch Insekten) zum tödlichen Verhängnis werden können. Die Tierschutzbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Gerlinde von Dehn, ruft zur Umsicht und dem verantwortungsvollen Einsatz von Mährobotern auf: „Bitte achten Sie darauf, Mähroboter nicht nachts oder in der Dämmerung einzusetzen und kontrollieren Sie, ob sich kleine Wildtiere auf der zu mähenden Rasenfläche befinden könnten, bevor Sie den Mähroboter einschalten.“ Igel flüchten bei Gefahr nicht, sondern rollen sich zusammen, sodass die Mähroboter teils schwere Verletzungen verursachen; durch die scharfen Klingen werden Schnauzen, Füße, Stacheln, Hautschichten oder Gliedmaßen zerschnitten oder gar abgetrennt. Fatal ist, dass ein Großteil der verletzten Tiere vermutlich gar nicht entdeckt wird, da sich Igel mit Verletzungen ins Dickicht schleppen und dort an den Folgen der Verletzungen leidvoll sterben. Nur wenige Roboter reagieren durch Sensoren so sensibel, dass sie bei einem Hindernis stoppen. Eine Oxford-Studie der Igelforscherin Sophie L. Rasmussen (et al.) zeigt sogar auf, dass keiner der getesteten 18 Mähroboter durch Sensoren junge Igel erkennen kann, die unter 200 Gramm wiegen. Genaue Zahlen zu verletzten/getöteten Igeln oder anderen Tieren durch Mähroboter liegen nicht vor. Gerade nachts oder in der Dämmerung sind ganze Igelfamilien unterwegs. Die meisten Igeljungen kommen in der Zeit von Juni bis Ende August zur Welt und erste Ausflüge mit dem Muttertier werden in der Dunkelheit unternommen. (Pressemitteilung)

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