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Schwimmen zu lernen würde einer Muslimin nicht schaden

Waterbölles-Kommentar

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Sabine Ernst, die Leiterin der Alexander-Von-Humbodt-Realschule (AvH) und Schuldezernent Dr. Christian Henkelmann steht womöglich eine gerichtliche Auseinandersetzung bevor. Weil die Schulleitung es abgelehnt hat, eine elfjährige muslimische Schülerin vom Schwimmunterricht zu befreien, wie die Eltern es „aus religiösen Gründen“ beantragt hatten, bemühen die Eltern jetzt die Justiz. Da steht dann der Bildungsauftrag der Schule gegen das individuelle Recht auf Religionsfreiheit.

Dass muslimischen Mädchen auf Antrag der Eltern die Teilnahme am Schwimmunterricht erspart bleibt, ist auch in Remscheid kein Einzelfall, wie am Dienstag im Schulausschuss deutlich wurde. Und die Zahl der Anträge auf Befreiung steigt. Fast jeder Leiter, jede Leiterin einer Grundschule hat da schon ihre eigenen Erfahrungen gemacht. In Einzelgesprächen mit den Eltern, wie es ein Erlass der Düsseldorfer Bezirksregierung an die Schulbehörden vorschreibt. Entscheidend für die Entscheidung des für die Grundschulen zuständigen Schulamtes sollen die von den Eltern vorgebrachten Argumente sein. Und dazu zählte in der Vergangenheit zumeist der Hinweis auf die muslimische Religion. Man müsse die Anliegen der Eltern ernst nehmen, betonte ein Grundschulrektor. In den Fällen, in denen die Eltern sich hartnäckig zeigten, führte das dazu, dann aus dem Schwimmunterricht reguläre Sportunterricht wurde (wobei man mir, bitte schön, den religiösen Unterschied erst noch klar machen muss).

In den weiterführenden Schulen, die über die Anträge der Eltern in eigener Verantwortung entscheiden können, sieht man das etwas grundsätzlicher, wie die Entscheidung der AvH zum Schwimmunterricht zeigt. Ein sensibles Thema, mit dem man besonnen umgehen soll?! Gewiss. Aber es ist durchaus „politisch korrekt“, muslimischen Eltern zu sagen, dass „Migranten Integrationspflichten haben“. Klare Worte des Schuldezernenten, der sich damit im Schulausschuss hinter die Schulleitung stellte, wie das zuvor schon die Bezirksregierung getan hatte. „Eine schleichende Islamisierung darf es nicht geben. Wer hier in Remscheid anatolische Verhältnisse einführen will, der soll seine Koffer packen. In der deutschen Bildungslandschaft gelten die Werte der Aufklärung“, zitiert ihn heute der RGA.

Dabei denkt Dr. Henkelmann auch an die muslimischen Mädchen. Sie würden durch derartige Anträge ihrer Eltern diskriminiert und gegenüber ihren Schulkameraden zu Außenseitern gemacht. Mit Integration habe das nichts mehr zu tun. Und im Übrigen verbiete der Koran Mädchen das Schwimmen überhaupt nicht. Sie müssten sich nur „schamhaft bedecken“. In diesem Zusammenhang zitiert der RGA Henkelmann mit den Worten: „Die Jungfräulichkeit fliegt nicht gleich weg, wenn der Blick eines Mitschülers den Po des Mädchens streift“.

In einem Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf (Az: 18 K 74/05) liest sich das etwas ernsthafter: Die gegen den Schwimmunterricht vorgebrachten Gründe seien nicht nachvollziehbar. Die Klage der muslimischen Eltern eines zufälligerweise ebenfalls elf Jahre alten Mädchens wurde damals abgelehnt.  Sollte demnächst der Remscheider Fall die Gerichte beschäftigen, hoffen Sabine Ernst und Dr. Christian Henkelmann auf ein ähnlich klares Urteil. Zu Recht.

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Kommentare

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Carsten Fickenzer am :

Glückwunsch und Respekt, Herr Dr. Henkelmann, für diese wenn auch emotionale, aber in der Sache richtigen Aussage. Hier soll Kindern im Schulsport das Schwimmen, eine lebenswichtige Fähigkeit, nähergebracht werden. Ich würde das Thema daher noch nicht einmal mit der Aufklärung der Kinder stützen. Es geht hier um eine körperliche Fähigkeit, die Kinder gemeinsam erlernen sollen. Da dies in Deutschland seit vielen Jahren (gewachsene Kultur des Landes, in denen die Migranten leben) im Rahmen des Schulunterrichtes geschieht, sehe ich persönlich auch keinen Grund, einzelne Personen hiervon auszunehmen. Jedenfalls nicht aus religiösem Mißverständnis. Warum ist es für muslimische Mitbürger nicht möglich, sich anzupassen, statt Veränderung oder Sonderbehandlung zu fordern. Dies ist innerhalb kürzester Zeit die zweite Forderung Menschen muslimischen Glaubens, die in diese Richtung geht. Zuerst soll ein öffentliches Bad für einen Frauenbadetag geschlossen werden, und nun sollen auch noch Kinder unter der Religion leiden. Dies kann nichts mehr mit Integration zu tun haben. Wenn man von den "Einheimischen" Toleranz in vielen Dingen fordert, kann man doch auch erwarten, das sich Zuwanderer zumindest an bestehende Gesetze halten. Dazu gehört die Schulpflicht und somit auch das Schulschwimmen. Und bevor nun jemand mit der Religionsfreiheit in Deutschland kommt ..... keiner kann mir erzählen, daß sich kleine muslimische Mädchen glücklich fühlen, wenn sie durch ihre Eltern aus einer bestehenden Gruppe genommen werden, zumal sie es durch ihre Religion schon eh schwer genug haben. Diese Eltern machen es ihren Kindern nur noch schwerer für ihre Zukunft.

Mesut Çakmak & Esselamun Aleyküm am :

Herr Fickenzer, wo um Gotteswillen haben sie das denn her? Zitat von Ihnen: „Zuerst soll ein öffentliches Bad für einen Frauenbadetag geschlossen werden, und nun sollen auch noch Kinder unter der Religion leiden.“ - Richtig ist: „Für die Rader Stadtwerke ein gutes Geschäft - war das derzeit geschlossene Bad in den samstäglichen Abendstunden sonst doch eher schlecht besucht. Dennoch werden die Remscheider Stadtwerke nicht in die Bresche springen, und es wird keinen "Frauenschwimmtag" geben im Lenneper H2O. Trotz jenes Schreibens, das den städtischen Ausschuss für Migrationsfragen jüngst erreichte und dessen Inhalt das Gremium in seiner Februar-Sitzung diskutieren soll (der RGA berichtete).“ Artikel vom 15.1.2008 im RGA von Axel Richter. Herr Fickenzer, ich find`s sehr nett, dass Sie sich für unsere Kinder Sorgen machen. Aber machen Sie sich keine Kopfzerbrechen: Unsere Kinder leiden nicht unter der Religion, im Gegenteil unsere islamischen Verbände haben sehr gute Angebote (auch Schwimmangebote) für unsere Kinder und Familien. Vom welchen Gesetzen sprechen Sie? Das Bundesverwaltungsgericht entschied im Jahre 1993, dass eine muslimische Schülerin Anspruch auf Befreiung vom Sportunterricht hat. Ich empfehle ihnen auch ein Schreiben vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (Download unter http://www.interkultureller-rat.de /Themen /Clearingprojekt /NRWs.pdf). (Leerzeilen vor / bei Verwandung des Links bitte entfernen.Waterbölles.) Mein letztes Wort aus dem Koran: Ihr Menschen! Wir haben euch von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und haben euch zu Völkern und Stämmen werden lassen, damit ihr euch kennenlernt. Der Beste vor Gott ist der Rechtschaffenste unter euch. (Sure 49/13 Al-Hugurat).

Michael Dickel am :

Sehr geehrter Herr Cakmak, ich bin wirklich bestürzt, da man aus Ihren Zeilen sehr schnell erkennen kann, wie es mit der Integration in Remscheid wirklich bestellt ist. Sie sprechen in Ihrem Text ständig von "unseren" Kindern - sprechen auch für diese, indem Sie erklären: unsere Kinder leiden nicht unter der Religion. Sie trennen also ganz klar "ihre" Kinder von den anderen Remscheider Kindern ohne islamischen Glauben. Dieses Denken zeigt die wahre Gesinnung.

Dr. Christian Henkelmann am :

Mir lag es fern, jemanden wegen seines islamischen Glaubens diskriminieren zu wollen. Ich kenne und schätze die Türkei nach 27maliger Bereisung von Istanbul bis Iskenderun. Ich bewundere Kemal Atatürk, den Begründer der modernen Türkei, dass er den türkischen Frauen lange vor der Schweiz das Wahlrecht eingeräumt hat und richtigerweise ein Kopftuchverbot an den Universitäten eingeführt hat, um die Frauen "kopffrei" zu machen und den Staat laizistisch. Ich habe nur die Problematik zugespitzt, um eine öffentliche Diskussion dieses Themas herbeizuführen und ein Bewusstwerden der Unhaltbarkeit und Absurdität solcher Einstellungen und Verhaltensweisen zu bewirken, die zu einer Spaltung unseres Schullebens/öffentlichen Lebens führen und durch die muslimische Kinder in eine unerträgliche Außenseiterposition gedrängt werden. Mir geht es um die Integration muslimischer Mädchen und Jungen in unser Schul- und Bildungssystem - und dazu gehört auch der Sport- und Schwimmunterricht. Ich hatte bereits 1975 eine Diskussion mit dem damaligen Großajatollah Beheshti von der Hamburger Moschee, der mir bestätigte, dass der Koran kein Sport- oder Schwimmverbot für Frauen vorsieht und auch keine Vorschriften über Badekleidung macht. Die Frage der Schamhaftigkeit und Züchtigkeit ist doch eine Frage des Kopfes, des Denkens, der Erziehung, der inneren Einstellung, nicht primär der (Ver-)Kleidung, sprich: Verhüllung. Angesichts der Bedeutung des staatlichen Erziehungs- und Bildungsauftrages in Deutschland halte ich die Teilnahme eines muslimischen Kindes am Sport- und Schwimmunterricht für nicht unzumutbar. Mädchen sollen in Deutschland zu selbstständig denkenden und handelnden, mit Männern gleich berechtigten Frauen erzogen werden, die weder hinter Männern zurückstehen noch sich von Männern bevormunden lassen müssen. Warum soll eine türkischstämmige Deutsche nicht mal Oberbürgermeisterin von Remscheid, Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen oder Bundeskanzlerin werden? Das wäre doch toll. Nur eins kann ich voraus sagen: Das wird keine Frau, die auf ihrem Kopftuch beharrt, weil sich angeblich ihr Glauben darin verkörpert und die das deutsche Schul- und Bildungssystem nicht erfolgreich durchlaufen hat. Am Projekt "START-Stipendiaten" (Schülerstipendium bis zum Abitur ) nehmen derzeit acht hochbegabte Migrantenkinder teil, darunter sechs Muslime (davon vier Mädchen, eine Türkin!). Die Jugendlichen und ihre Eltern müssen mit mehrtägigen Seminare im In- und Ausland einverstanden sein (ohne dass männliche familiäre Begleiter mitreisen). Das gehört zum Selbständigwerden dazu. Löst das einen religiösen Gewissenskonflikt aus? An ihren Schulen sind diese Migrantenkinder Vorbilder. Ein Beispiel für gelungene Integration geben übrigens die Spanier: Da spanische Migranten-Familien in den frühen Jahren der Bundesrepublik meist arm und ungelernt waren und sie die deutsche Sprache nicht beherrschten, hatten ihre Kinder mit den typischen Gastarbeiterproblemen zu kämpfen. Heute sind sie in der "Mitte der Gesellschaft" angekommen und besetzen ähnliche Berufspositionen wie Deutsche. Diesen Aufschwung können starke Selbstorganisation der spanischen Einwanderer und gezielte Bejahung der vollen Integration in das einheimische Schulsystem erklären. Es fällt auf, dass die beruflichen und schulischen Erfolge der Spanier nicht mit einem Verlust ihrer kulturellen Identität einhergehen! Ich respektiere jede Weltanschauung, setze aber den Bildungs- und Erziehungsauftrag einer deutschen Schule - auch im Sinne einer zu lernenden Integration - für die Entwicklung einer jungen Persönlichkeit höher an. Eine Parallelgesellschaft lehne ich ab und werde mich weiterhin für vollständige Integration einsetzen. Und die muss im deutschen Kindergarten und in der Schule, das bedeutet: im Kopf der Eltern anfangen. Alles ist eine Frage des Kopfes! Sagte auch Ayatollah Beheshti.

Mesut Çakmak am :

Ich bin zutiefst empört und finde die Anfeindungen skandalös, die Herr Dr. Christian Henkelmann (CDU) gegen die Muslime führt. Provokanter kann eine Diskussion kaum eingeleitet werden. Wir Muslime sind ein Teil dieser Gesellschaft. Wir werden unsere Koffer nicht packen. Das Bundesverwaltungsgericht entschied im Jahre 1993, dass eine muslimische Schülerin Anspruch auf Befreiung vom Sportunterricht hat, solange der Unterricht nicht nach Geschlechtern getrennt durchgeführt wird. Im Leitsatz zu der Entscheidung des BVerwG heißt es:„Führt ein vom Staat aufgrund seines Bildungs- und Erziehungsauftrags aus Art. 7 Abs. 2 GG im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht angebotener koedukativ erteilter Sportunterricht für eine zwölfjährige Schülerin islamischen Glaubens im Hinblick auf die Bekleidungsvorschriften des Korans, die sie als für sie verbindlich ansieht, zu einem Gewissenskonflikt, so folgt für sie aus Art. 4 Abs. 1 und 2 GG ein Anspruch auf Befreiung vom Sportunterricht, solange dieser nicht nach Geschlechtern getrennt angeboten wird. Zunächst ist die Schulverwaltung aber verpflichtet, alle ihr zu Gebote stehenden, zumutbaren organisatorischen Möglichkeiten auszuschöpfen, einen nach Geschlechtern getrennten Sportunterricht einzurichten und anzubieten; dann aber, und nur dann, wenn die staatliche Schulverwaltung dieser Verpflichtung nicht nachkommt oder nicht nachkommen kann, ist der Konflikt in der Weise zu lösen, dass ein Anspruch auf Befreiung vom koedukativ erteilten Sportunterricht besteht. Dieser Grundsatz gilt auch für den Schwimmunterricht. Da die Teilnahme am kodukativ erteilten, der allgemeinen Schulpflicht unterliegenden Schwimmunterricht grundrechtlich geschützte Rechtspositionen des Kindes und/oder seiner Eltern verletzen würde, muss der staatliche Erziehungsauftrag aus Art. 7 Abs. 1 GG hinter das Elternrecht aus Art. 6 Abs. 2 S. 1 GG und das dieses Recht besonders prägende Recht der Glaubens- und Religionsausübungsfreiheit des Art. 4 Abs. 1 und 2 GG) zurücktreten und folglich die Schülerin vom Unterricht befreit werden.

Michael Dickel am :

Wenn mich nicht alles täuscht, hat Herr Dr. Henkelmann gesagt, wer anatolische Verhältnisse möchte, solle die Koffer packen. Dies kann doch nicht der Grund für Ihre Empörung sein, denn damit würden Sie ja indirekt sagen, dass Sie diese Verhältnisse möchten. Sie zitieren ein höchstrichterliches Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes, um diesen "Skandal" zu entlarven. Ich frage Sie daher nur: Gibt es diesen Rechtsstaat in Anatolien? Niemand hat mit einer Silbe anatolische Bürger beleidigt - schon gar nicht Dr. Henkelmann. Ich persönlich empfinde es als absolut mutig und überaus nachvollziehbar, seine Heimat zu verlassen, um woanders für sich und seine Familie ein neues Glück zu finden. Dabei lässt man sicher auch Einiges zurück, was man sehr vermisst. Das ist jedoch der Preis, den man dafür bezahlt - so geht es auch deutschen Familien, die in aller Welt "ihr" Glück suchen.

Mesut Cakmak am :

Über Ihre Antwort kann ich nur lachen. Eigentlich ist es zu schade, für Ihre Fragen Zeit zu investieren. Um es nochmal klarzustellen, keiner will in Deutschland anatolische Verhältnisse einführen. Wie soll das auch möglich sein? Wir Muslime in Deutschland wollen nur Religionsfreiheit (die es auch gibt). Das ist doch nicht zu viel verlangt oder? Die Religionsfreiheit ist eines der elementaren Grund- und Menschenrechte, die vor allem in der Freiheit eines Einzelnen bzw. einer Gruppe von Menschen besteht, seine Glaubensüberzeugung oder weltanschauliches Bekenntnis frei zu bilden, dafür zu werben, einer Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft anzugehören und seine Religion oder Weltanschauung ungestört auszuüben sowie dieser gemäß zu handeln. Hierzu gehört auch die Freiheit, kultische Handlungen frei auszuüben (Kultusfreiheit). Die Religionsfreiheit ist in Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UNO festgehalten.

Bedirhan Mugilan am :

Sehr geehrter Herr Henkelmann, als ich Ihre Äußerungen las, war ich von Ihnen und speziell von der CDU in Remscheid zutiefst enttäuscht. Ich glaube, damit wollen Sie "undemokratische" Verhältnisse in Deutschland schaffen, wo anders gläubige Menschen kein Platz haben sollen. Ich nach nicht nachvollziehen, was Sie durch Diffamierung der Muslime erreichen wollen. Eines können Sie auf jeden Fall erreichen: Spaltung der Gesellschaft und Förderung der Fremdenfeindlichkeit.

Hans Gerd Göbert am :

Wäre es möglich, dass Herrn Dr. Henkelmann die Pferde durchgegangen sind, weil er sich so langsam in seiner Ehre als Christ verletzt fühlt und als Deutscher, der unsere Gesetze und Vorschriften kennt? Die Sorgen des Migrationsausschusses, dass dadurch vielleicht 40 Jahre intensive Arbeit gefährdet sind, verstehe ich nicht ganz. Man sollte doch vielleicht einmal eine Liste der Erfolge öffentlich präsentieren. Wo doch z.B. die Bemühungen auf dem Rosenhügel kurz vor dem Scherben-haufen stehen sollen, und zwar nicht wegen der dortigen deutschen Minderheit. Man sollte auch in Zukunft sachlich und fair, aber bitte knall-hart miteinander diskutieren. Stets nur denen die kleinen Finger zu reichen, die immer die ganz Hand nehmen, bringt keinen mehr weiter. Wenn man heute im RGA den Leserbrief von Herrn Nevzat liest, der Herrn Henkelmann sagt - Sie haben kein Recht, Menschen, die aus Anatolien kommen, zu beleidigen und diskriminieren - kann ich nur feststellen: Diese Damen und Herren haben in vierzig Jahren nicht viel verstanden. Die Nummer mit der verletzten Ehre, den Beleidigungen, etc. hat inzwischen einen Bart und wird jetzt auch von der einheimischen Bevölkerung für sich in Anspruch genommen. Haben das unsere Langzeitgäste etwa noch nicht bemerkt? Also, bitte zusammensetzen und diskutieren, ohne bei jedem zweiten Satz die Ehre aus der Tasche zu holen. Sonst könnten sich künftig beide Seiten auf sehr dünnem Eis bewegen. Wir haben doch nur dieses eine Land und diese eine Erde, die wir nur gemeinsam erhalten oder gemeinsam zerstören können. Wenn so etwas jemand schreibt, der bisher jeden Migranten und Ausländer vehement gegen unberechtigte verbale Angriffe verteidigt hat - dann ist es verdammt weit gekommen.

Bedirhan Mugilan am :

Letzte Bundestagswahl, letzte Regionalwahl z.B. in Remscheid und leztens die Wahlen in Hessen haben gezeigt, dass Polarisierung der Gesellschaft bei den Themen Kopftuch, Islam, Migration keine zusätzliche Stimmen einbringen, sondern das Gegenteil bewirkt. Polarisierungen schaden dem gesellschaftlichen Miteinander und dem gesellschaftlichen Frieden. Es gibt ein chinesisches Sprichwort: "Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmuehlen." Mauern bauen - das ist Fundamentalismus, Windmuehlen bauen - das ist Dialog. Ich hoffe das die CDU gegenüber Deutsch-Ausländer keine Mauern baut. Manche meinen Assimilation, wenn sie Integration sagen.

Hans Gerd Göbert am :

Nachdem ich bereits gestern für eine Beendigung der Debatte plädiert hatte, darf ich mich doch noch einmal einklinken, weil danach noch etliche andere Kommentare kamen. Geradezu rührend finde ich es, dass Herr Mugilan nun auch noch einen dicken Keil zwischen Muslime und, wie er sich ausdrückt, "irgenwelche Türken" treibt, die mit dem Islam nichts am Hut haben. Das wirft bei mir viele Fragen auf. Ich bitte Herrn Mugilan inständig um deren öffentliche Beantwortung. Denn er fordert ja dazu auf, dass die Mitglieder einer Mehrheitsgesellschaft(ich zähle mich nicht dazu, sondern zu einer, in Deutschland lebenden Gesellschaft) bei wichtigen Entscheidungen über Muslime mal die Muslime fragen sollten und nicht irgendwelche Türken, die nach seiner Aussage nichts mit dem Islam am Hut haben (die werden sich darüber bestimmt freuen). Wie soll ich denn wissen, wenn ich mich bei jemandem nach den gemeinsamen Problemen erkundigen will, ob es ein muslimischer Türke, ein Türke mit deutschem Pass, irgendein Türke, eine Alevit, ein muslimischer oder gar christlicher Kurde, ein wirklicher, auch im Alltag lebender Muslim oder gar auf der euröpäischen Seite der Türkei lebender Bulgare ist, um nur einige Spielarten zu nennen. Denen möchte ich nämlich in meiner grenzenlosen Neugier noch folgende Fragen stellen. Es wäre daher das Einfachste, wenn Sie sie hier in diesem Forum beantworten: 1. Warum dürfen Christen in der Türkei nicht ebenso frei ihrer Religion und Kultur nachgehen, wie Sie es zu Recht für die Muslime in Deutschland wünschen? Warum werden diese Menschen ausgegrenzt, verfolgt wie im Mittelalter und zuletzt sogar feige ermordet? 2. Sollen wir nun wirklich glauben, dass das Kopftuch plötzlich keinen religiösen Hintergrund haben soll, sondern dem Schutz des weiblichen Hauptes dient? Vor was denn? Vor zu viel Sonnenstrahlung, Feinstaub in der Luft oder sonst was? Diesen Zweck würde auch eine Baseballkappe erfüllen.Ich bin ohnehin nicht gegen das Tragen von Kopftüchern, weil früher hier die alten Frauen auch Kopftücher trugen, wie jetzt noch die deutschen Heimkehrerinnen aus Rußland, Kasachstan, etc.. 3. Warum tragen immer mehr junge Muslima in Remscheid Kopftuch, dazu aber todchice, knallenge, sehr erotisch und aufreizend wirkende Kleider und dazu noch ungesunde, manchmal sogar gefährliche Stöckelschuhe? Eine solch gelungene Kleidung, dass ich schon mitbekommen habe, wie junge Männer anerkennend hinterher gepfiffen haben. Soll das eine Alternative zu der blödsinnigen und ungesunden bauchfreien Mode deutscher Mädchen sein? Wie Sie sehen, sexuelle Reize können in der richtigen Verpackung auch im Verborgenen blühen.

Michael Dickel am :

Zuerst hatte ich gedacht, Herr Dr. Henkelmann hätte sich das Essay von Rainer Paris "Bescheuertheit" verinnerlicht, seine Lehren gezogen und einfach frei gesagt, was er genau in dem Moment denkt. Doch nach seinen Ausführungen nun bleibt mir nur ganz einfach die ehrlich gemeinte Frage: Womit hat Remscheid diesen hervorragenden Dezernenten verdient? Respekt - wieder einmal zeigt Herr Dr. Henkelmann seine überragende Fähigkeit, durch Argumente und Information ein insbesondere in Remscheid hochbrisantes Thema auf eine gute Plattform zu stellen. Es wird spannend sein zu beobachten, ob und welche Gegenreden auf dieses Schreiben erwidert werden.

Lothar Kaiser am :

Ein Blick über den Tellerrand erweitert den Horizont: Vor einem halben Jahr beschloss die Schulkonferenz der Fabry-Realschule in Hilden, dass auf dem Schulhof nur noch Deutsch gesprochen werden darf. Anfang gab es Proteste von Eltern und Schülern mit Migrationshintergrund. Jetzt berichtete der Schulleiter zufrieden, alle Schüler würden die Regel inzwischen gut heißen. Das gegenseitige Vertrauen habe zugenommen, „weil sich nun alle besser verstehen“. Besonders positiv empfänden die Mädchen die Verpflichtung Deutsch zu sprechen.

wieland Gühne am :

Tja, so ist das in Remscheid. Im Febr. 2006 hatten W.i.R. das Thema "Deutsch sprechen auf Schulhöfen" angestoßen. Damals hatte es uns Berlin mit Erfolg vorgemacht. Jetzt wird es in Hilden auch durchgeführt. Und in Remscheid? Gut das wir darüber geredet haben. Lesen Sie unter http://www.wir-remscheid.de /Startseiten /s20060305.php den gesamten Ablauf der Remscheider Ereignisse zum Thema. (Bei Verwendung des Links Leerzeilen vor dem /entfernen!Waterbölles)

Mesut Çakmak am :

Niemand, auch nicht der Schulsenator oder ein Schulleiter, sollte eine Sprache verbieten. Das gibt's doch nur in von Diktatoren regierten Ländern. Manchmal frage ich mich wo wir hier leben. Armes Deutschland kann ich da nur sagen. Uns ist bewusst, dass das Erlernen und Praktizieren der deutschen Sprache sehr wichtig ist, und natürlich ist es Konsens, dass im Unterricht deutsch gesprochen werden muss. Aber das Verbot einer anderen Sprache ist ein Verstoß gegen Artikel 3 des Grundgesetzes und gegen die europäische Menschenrechtscharta, wonach niemand wegen seiner Sprache benachteiligt oder bevorzugt werden darf. Man muss auch bedenken, mit Verboten wird man das Gegenteil erreichen. Außerdem ist das ein absurder Vorschlag. Wer will das kontrollieren? Das zeigt auch, dass die deutsche Gesellschaft wenig von Muttersprachen hält. Die Reaktionen waren – wie man in der türkischen Presse nachlesen kann – deutlich: Diejenigen, die das Verbot betrifft, fühlen sich keineswegs ermutigt, nun besser die deutsche Sprache zu erlernen, sie fühlen sich vielmehr diskriminiert.

Michael Dickel am :

Das hat nun schon System. Mit wenigen Worten werden die genauen Vorgänge völlig verfälscht. Niemandem wird irgendeine Sprache verboten. Die Schulkonferenz hat einstimmig beschlossen, dass an der Schule Deutsch gesprochen wird, da es dort Schüler aus über 30 Nationen gibt. Die gemeinsame Sprache bringt erfreulicherweise nun mehr Sicherheit, da sich die Kinder und Jugendlichen aufgrund der Sprache nun besser verstehen. In einer fernen Zukunft werden wir alle hoffentlich einen Universaltranslator besitzen, der es uns erlaubt, überall auf der Welt in der eigenen Sprache verstanden zu werden. So lange müssen wir uns eben daran gewöhnen, dass ein Franzose kein Deutsch und Englisch eher ungern spricht und hört.(Nun rechne ich aber fest mit dem Protest französicher Waterbölles-Leser) Kein Problem für einen Touristen, wenn ich aber in Paris leben möchte, werde ich wohl nicht umhin kommen Französisch sprechen zu lernen. Übrigens erlauben Sie mir den Hinweis, dass man die Reaktionen der türkischen Presse nur nachlesen kann, wenn man die türkische Sprache beherrscht. Ich kann mir den Tenor aber ungefähr vorstellen. Doch mir erscheint dieser dann genau wie bei Ihnen nur verletzter Nationalstolz. Niemand will die türkische Sprache verbieten - es geht lediglich darum, dass man sich an einer deutschen Schule geeinigt hat, aufgrund der Vielzahl der gesprochenen Sprachen auf Deutsch als gemeinsamen Nenner zu verständigen um damit allen Schüler und Lehrern die Möglichkeit zu geben, sich besser zu verstehen und Vorurteile abzubauen. Es wäre daher auch nicht förderlich, wenn Sie ab sofort Ihre Einträge auf türkisch verfassen würden. Aber verbieten kann man es Ihnen natürlich nicht.

Talha Alp am :

Es geht nicht um die Frage, ob eine Muslima schwimmen lernen darf oder nicht. Natürlich darf Sie das! Die Problematik für uns Muslime besteht darin, dass die Teilnahme am koedukativen Schwimmunterricht nicht mit unseren religiös moralischen Werten vereinbar ist. Wir haben das Recht auf eine individuelle religiöse Ausprägung und Ausübung, auch wenn wir in einer mehrheitlich christlich-abendländisch geprägten Gesellschaft leben. Sie, Herr Dr. Henkelmann, haben nicht das Recht, uns unsere religiöse Freiheit zu nehmen, denn auch die deutsche Rechtssprechung ist sich in dieser Sache einig. Früher war es der ungebidete Ausländer, der die Gesetze nicht kannte. Heute entsteht eine neue, dynamische Generation, die die Sprache perfekt beherrscht, die Gesetze kennt und weiss, sie geltend zu machen. Herr Dr. Henkelmann, wir sind ein Teil dieser Gesellschaft! Wir bewegen uns im Rahmen der deutschen Rechtssprechung. Wir sind eingebürgert. Sie müssen uns akzeptieren, daran führt kein Weg mehr vorbei. Es kann nicht behauptet werden, dass man "integriert" ist, wenn man sich die Lebensformen der christlich-abendländischen Kulturen aneignet. Integration basiert auf Verständigung und ist ein wechselseitiger Prozess! Ich bin keine Verfechter von irgendwelchen Parallelgesellschaften. Aber es gibt Sachen, die Wir als Muslime nicht einfach so hinnehmen können. Dazu zählt eben auch die Freizügigkeit in dieser Gesellschaft...

Michael Dickel am :

Genau deshalb hat Herr Dr. Henkelmann recht. Wenn Sie nicht mit der Freizügigkeit unserer Gesellschaft klar kommen, können Sie selbstverständlich dorthin umsiedeln, wo Ihren fundamentalistisch religiösen Ansichten besser entsprochen wird. Sie können Ihre Kinder nach Ihren Moralvorstellungen erziehen - mit erreichen des 18. Lebensjahres steht es diesen dann aber frei, auch im Bikini ein öffentliches Bad zu besuchen. Ob Ihnen das persönlich nun gefällt oder nicht. So ist es in Deutschland nun einmal und ich möchte es auch nicht anders für meine Familie und mich haben.

Talha Alp am :

Wenn Sie das für sich und Ihre Familie haben wollen, müssten Sie auch damit einverstanden sein, wenn ein Familienmitglied sich entscheidet, Muslima zu werden und aus überzeugung das Kopftuch trägt. Soll es dann auch seinen "Koffer packen"? In der Bundesrepublik sind 110.000 gebürtige Deutsche Muslime! Zwischen 2005 und 2006 stiegen die Zahlen der jährlichen Konvertiten auf etwa 4.000. Je mehr der Islam unter Druck gestellt, isoliert bzw. ignoriert wird, desto mehr Menschen entscheiden sich für den Islam.

Hans Gerd Göbert am :

Sehr geehrter Herr Cakmak, merken Sie und ihre ebenfalls intelektuell hochbegabten Mitstreiter eigentlich nicht, dass Sie sich mit Ihren Argumenten im Kreise drehen und langsam vor eine Wand laufen? Dass Sie in diesem Forum derzeit ausschließlich mit Personen debattieren, die sich bisher vehement für die Belange von Muslimen eingesetzt haben, daran aber offenbar die Lust verlieren. Alleine Ihre Aussage über unser armes Deutschland und den Vergleich mit einer Diktatur zeigt deutlich, dass Sie der fairen Diskussion inzwischen nicht mehr gewachsen sind. Was wird denn erst in den Menschen vorgehen, die sich dazu nicht öffentlich äußern oder das gar nicht erst lesen, geschweige denn lesen können? Sie und Ihre Mitstreiter sollten also schnellstens ein Gespräch mit allen Interessierten suchen und dabei ein mögliches Beleidigtsein oder die Ehre beider Seiten einmal zu Hause lassen. Weil dann nämlich nur noch Klartext geredet würde. Ech wör dobie. Et fröht sech nur, wie lang noch? (Anmerkung: Das ist eine Sprache, nämlich Remscheider Platt und hier seit Jahrhunderten üblich) Dennoch ist es normal, ob Gesetz oder nicht, dass an einer Schule eine Heimatsprache gesprochen wird und Fremdsprachen gelehrt werden. Die Folgen des Turmbaus zu Babel dürften Ihnen auch noch bestens geläufig sein. Übrigens, wenn Sie jetzt wieder beleidigt sind, kann ich nur sagen, ich auch! Freue mich aber trotzdem auf Ihre fundamental (nicht fundamentalistisch!) begründeten Gegenargumente, die Sie jetzt bestimmt aus der Tasche ziehen werden. Vielleicht sollten Sie aber intern einmal fragen, warum wir in Remscheid noch niemals solch ein unwürdiges Spektakel mit Buddhisten, Hindus oder andersgläubigen Menschen aus Schwarzafrika hatten, die hier auch seit Jahrzehnten leben, sich nicht von den Deutschen unterdrückt fühlen und es oft sogar zu etwa gebracht haben. Nun will ich es aber dabei belassen, denn ich möchte dem Migrationsausschuss, der davon mehr versteht, nicht seine wertvolle Arbeit abnehmen.

Fraktion der W.I.R. am :

Klare Worte führen in Remscheid immer wieder zu Irritationen. Da macht der Dezernent für Bildung, Sport und Kultur, Herr Dr. Christian Henkelmann aus seiner Meinung keinen Hehl und schon werden 40 Jahre Integrationsbemühungen in Remscheid in Frage gestellt. Nicht nur das, es wird sogar der Untergang des Abendlandes vorhergesagt. Wenn es wirklich so ist, dass ein offenes Wort zwischen Migranten und Deutschen nicht mehr gesprochen werden darf, dann sind die 40 Jahre Integrationsarbeit wirklich fruchtlos gewesen. Unserer Ansicht nach kommt bei dem verbalen Schlagabtausch die wirklich Betroffene wieder einmal zu kurz. Wie geht es einem 11-jährigen Mädchen, dass von seinen Eltern auf Grund ihrer Religionsauslegung beim Schulsport aus dem Klassenverband gerissen wird? Im Klartext, auf Veranlassung der Eltern ausgegrenzt wird. Wo ist der Aufschrei der Integrationswilligen, die den Koran anscheinend toleranter auslegen? Sehr geehrter Dr. Henkelmann, W.i.R. möchten Sie ermutigen, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. W.i.R. vertauen Ihrem Fingerspitzengefühl und Ihrer Kompetenz dieses sensible Thema in der öffentlichen Diskussion durch den erbalen „Sturm“ in einen ruhigen „Hafen“ führen. Integration muss man leben, auch beim Schulschwimmen. Waltraud Bodenstedt und Wieland Gühne

Talha Alp am :

Das nennen Sie Fingerspitzengefühl? Na dann... Ich glaube auch, die Integrationsbemühungen von 40 Jahren waren anscheinend umsonst, denn wer sich mit dieser Thematik ernsthaft auseinandersetzt hätte, würde sicherlich erkennen, dass Begriffe wie Religiösität, Schamgefühl, Ehre etc. einen großen Stellenwert in unserem Leben haben. Sie mögen daraus den Schuss ziehen, dass wir im "Heute" nicht angekommen sind oder mittelalterliche Wertvorstellungen vertreten. Schauen Sie sich die deutsche Gesellschaft von "Heute" an. Eine förmliche "Spaßgesellschaft".Eine Gesellschaft, die in allen Situationen permanent mit sexuellen Reizen überflutet wird. Wir leben in einer Gesellschaft, in der die religiösen Wurzeln immer mehr verloren gehen. Ist das alles wonach wir streben? Ich bin integriert und sehe mich auch als ein Teil dieser Gesellschaft, möchte jedoch nicht durch Assimilation in dieser Masse untergehen. So langsam muss man doch verstehen, dass die Integration keine Einbahnstasse ist und auf Gegenseitigkeit beruht. Wenn es klare Vorschriften unserer Religion gibt, darf man diese nicht zum Gegenstand einer Integrationsdebatte machen. Diese Vorschriften an westlichen(!) Maßstäben von Gleichberechtigung zu messen ist unzulässig.

Lothar Kaiser am :

Ich glaube, langsam beginnt sich der Austausch von (unverrückbaren?) Standpunkten im Kreise zu drehen. Aufgefallen ist mir dabei, dass sich keine einzige Muslima zu Wort gemeldet hat. Oder ist Talha auch ein weiblicher Vorname? Jedenfalls würde mich interessieren, was in Remscheid lebende muslimische Frauen (!!) unter den von Talha Alp angesprochenen "westlichen Maßstäben von Gleichberechtigung" verstehen.

Mesut Çakmak am :

Soweit ich weiß, geht’s dem 11-jährigen Mädchen Kind sehr gut (keine Sorge). Die totale Assimilation kann und sollte nicht Ziel der Integration sein. Die Integrationsdebatte beschreibt bislang allein, was die Migranten zu lernen, zu respektieren und zu befolgen haben. Damit wird die Integration keine Erfolg haben, da bin ich mir 100% sicher.

Benjamin Becker, Junge Liberale am :

Beide Seiten haben hier nicht verstanden, was Integration eigentlich bedeutet. Lesen Sie einfach mal nach - zu finden beispielsweise bei Wikipedia: Momentan lese ich leider nur plumpe Bemerkungen und ideologische Worthülsen. Freiheit und Religiösität sind keine Gegensätze, sondern vereinbar. Dies müssen beide Seiten verstehen. Freiheit gebietet auch das Recht der freien Religionsausübung. Religion wiederum darf nicht dazu missbraucht werden, gesellschafts- und staatspolitische Handlungsweisen durch religiöse Verbrämung zu religiösen Handeln werden zu lassen. Das bedeutet, dass die Religion nicht uneingeschränkt Freibriefe verteilen, die Freiheit (im gesellschaftsmoralischen Sinne) im Gegenzug auch nicht auf Kosten der Religionsausübung uneingeschränkt gefordert werden darf. Es kann aber nicht immer nur auf die bestehende Rechtslage verwiesen werden, denn das Rechtsverständnis ist oftmals unabhängig vom gesellschaftlich-kulturellen Verständnis. D.h. also, dass sowohl die Deutschen als auch die muslimischen Mitbürger ihre Vorstellungen auf gesellschaftlicher Ebene näher bringen müssen - und mit Verlaub - ohne plakative Argumentationseinbahnstraßen. Die Deutschen müssen lernen für bestimmte religiöse Handlungen Verständnis zu haben, aber auch die Muslime müssen lernen, dass Religion nicht dazu genutzt werden darf, um sich vor allem und jedem abzuschotten. Ein letzter Satz sei hier noch gesagt: Integration ist nicht nur ein Wort, Integration ist lebbar! Benjamin Becker, Vorsitzender der Jungen Liberalen Remscheid

Bedirhan Mugilan am :

90% dieser Aussage ist richtig und als Muslim (auch im Altag lebender Muslim) kann ich nur mein Unterschrift darunter setzen. Fehler, die bei der Integration gemacht werden: 1. Die Mehrheitsgesellschaft sollte kein Recht zu entscheiden haben, wie sich eine Muslima zu kleiden hat und wie nicht. 2. Die Mehrheitsgesellschaft sollte nicht beginnen, den Koran zu kommentieren. Die Mehrheitsgesellschaft sollte sich gefälligst um ihre eigene Religion kümmern. 3. Bei wichtigen Entscheidungen über die Muslime sollte die Mehrheitsgesellschaft sich die Mühe machen die Muslime mal zu fragen. Ansprechpartner sollten die Muslime sein, die auch Islam im Alltag leben, nicht irgendwelche Türken, die gar nichts mit Islam am Hut haben. Zum Schluss: Die Mehrheitsgesellschaft sollte endlich anfangen zu akzeptieren, dass die Migranten mit ihren unterschiedlichen Kulturen und Religionen zwangsläufig ein Teil dieser Gesellschaft geworden sind. Die Mehrheitsgesellschaft hat immer für die Migranten einen Namen erfunden. Am Anfang waren es die Gastarbeiter. Dann die Ausländer. Dann.... Migrant. Dann. Deutsch-Türke.... (also immer noch kein Deutscher). Dann 2. Generation Deutsch-Türke (immer noch kein Deutscher). Dann 3. Generation Deutsch-Türke und immer so weiter und weiter...

Talha Alp am :

Herr Becker, danke für den Beitrag. Sie haben den Unterschied zwischen Integration und Assimilation verdeutlicht und uns klar gemacht, dass es auf gegenseitige Verständigung ankommt. Wir als Deutsche mit Migrantenhintergrund haben "Integrationspflicht", so wie es Herr Dr. Henkelmann gefordert hat. Wir zeigen die Bereitschaft, uns in die Mehrheitsgesellschaft einzugliedern, und sind um eine gute Zusammenarbeit bemüht. Wir stellen uns nicht quer, sagen lediglich, was wir nicht einfach so akzeptieren können (siehe Freizügigkeit in der Gesellschaft). Der Islam fordert eine Gleichstellung und Schutz der Frau. Kleidervorschriften sind zum Schutz der Geschlechter gedacht. Eine Kopftuch tragende Muslima ist genauso emmanzipiert wie eine Christin ohne Schleier. Das Kopftuch schränkt nicht ein, es bietet den Schutz(!) der Frau.

Hans Gerd Göbert am :

Ganz ehrlich, nachdem ich all diese Schriftwechsel mehrfach gelesen habe, hätte ich die Bitte, es irgendwie bald zu beenden. Es macht so keinen Sinn mehr und bestätigt meine Eindrucke der letzten Jahre voll und ganz. Von mir aus dürfen die türkischen Migranten bei Einhaltung unserer Gesetze hier so lange bleiben, wie sie möchten. Man sollte ihnen solche ausgefallenen Sonderwünsche aber generell ablehnen. Es ödet inzwischen genau so an wie die Debatte um die doppelte Staatsbürgerschaft. Dazu hätte ich allerdings doch noch die Frage, ob man eigentlich auch zwei Religionen angehören kann, also zum Beispiel Muslem und Christ gleichzeitig sein könnte? Das hätte doch was, oder nicht? Und wäre auch gar nicht diktatorisch, sondern sehr demokratisch . Ansonsten beobachte ich künftig mit großem Interesse, welche Karriereerfolge die Mehrzahl der Migranten zu verzeichnen haben wird - also über Gemüseläden und 1-Euro-Geschäfte hinaus, ohne deren ausgezeichneten individuellen Geschäftserfolg damit infrage zu stellen oder sie gleich wieder zu beleidigen. Warum ist eigentlich bis jetzt nicht einer der muslimischen Diskussionsteilnehmer auf mehrere Vorschläge eingegangen, das Thema einmal in offener Runde zu diskutieren? Noch eins ist mir in bei Begegnungen mit Muslimen aufgefallen: Es sind nur ganz wenige darunter, die Spaß vertragen können. Was jetzt aber eine reine Feststellung, keine Beleidigung sein soll. Ende der Durchsage!

Michael Dickel am :

Sehr schönes Wikipedia-Zitat - und eine ideologische Worthülse gleichzeitig. Sie beschreibt die Quadratur des Kreises. Denn die Lehre aus diesem Zitat würde ja sein, dass eine Integration dann nicht gelingt, wenn eine der Voraussetzungen nicht erfüllt ist. Sollte also in der kulturellen Identität z.B. die Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht vorgesehen sein, kann es folgerichtig auch keine Integration geben. Ich denke schon - ob platt oder nicht - genau um diese einfache Thematik geht es hier. Der Glauben und die kulturelle Identität im Islam werden höherwertig eingeschätzt als der lang andauernde Prozess zur Aufklärung und Gleichberechtigung in Deutschland. Ehrlich gesagt habe ich die Haltung des Vorsitzenden der Jungen Liberalen zu dem Thema Schwimmunterricht einer muslimischen Schülerin nicht wirklich verstanden - außer die Worthülse: Wir müssen füreinander Verständnis haben.

Talha Alp am :

"[...] Außer die Worthülse: Wir müssen füreinander Verständnis haben." - Reicht es nicht aus, Herr Dickel? Wenn wir Verständnis füreinander hätten, hätte Herr Dr. Henkelmann uns Muslime nicht auf diese Art und Weise angegriffen.

Benjamin Becker, Junge Liberale am :

Herr Dickel, die Forderung nach Verständnis auf beiden Seiten ist nicht eine bloße Worthülse. Verständnis bedeutet Verstehen, und es bedeutet auch gleichermaßen Verständigung! Intergration erfordert Verständigung und ebenso Verständnis - auf beiden Seiten!! Und was ich persönlich zum Thema Schwimmunterricht einer muslimischen Schülerin halte? Darüber zerbreche ich mir nicht den Kopf - soll sie doch vom Schwimmunterricht befreit werden und stattdessen an einem Ersatzunterricht teilnehmen. Wissen Sie, ich mache mir größere Sorgen um die Bildung aller hier lebenden Kinder, ich mache mir Sorgen um die Rechtsstaatlichkeit in unserem Land (Vorratsdatenspeicherung), ich mache mir Sorgen um die Generartionengerechtigkeit (Sozialsysteme), und ich mache mir Sorgen um die Finanzen dieser Stadt. Dies sind Themen, die uns alle betreffen, ob Christ oder Muslim, ob Deutscher oder Pole, ob Mann oder Frau, ob Erwachsener oder Kind. Im übrigen ist eine optimale Bildungspolitik - natürlich unter dem Grundsatz "Fördern und Fordern" - mitunter die beste Integrationspolitik! Benjamin Becker, Vorsitzender der Jungen Liberalen Remscheid

Talha Alp am :

Eine sehr schöne Erläuterung! Danke für die Neutralität, mit der Sie diese Sache betrachten. Hätte auch Herrn Dr. Henkelmann nicht geschadet!

Fritz Beinersdorf am :

Man muß Ihnen danken, dass Sie in dieser Diskussion eine klare Haltung eingenommen und die dümmlichen Plattitüden einiger Diskutanten entlarvt haben.

Alexander Mballe am :

Nicht aufgeben, Herr Dr. Henkelmann! Ich lebe seit 20 Jahren in Deutschland, habe schwarze Haut und immer noch einen starken Akzent. Der Anfang war schwer, habe mit vielen Leuten zu tun gehabt, die mich aufgrund meiner Hautfarbe nicht mochten oder skeptisch waren. Habe aber genug liebenswürdige Menschen kennengelernt, Deutsche, Türken Polen u.a. Für mich war in dieser Anfangsphase sich den hiesigen Normen anzupassen eine Selbstverständlichkeit. Die Entwicklung in Westeuropa macht mir zunehmend Sorgen, es findet eine offensive Unterwanderung der westlichen Kultur durch den Islam statt. Die Forderungen werden immer absurder, das Beleidigtsein immer unverständlicher. Hinzu kommt der demoskopische Aspekt. Bücher wie Günther Lachmanns "Tödliche Toleranz" oder "Hurra! Wir kapitulieren" von H.M. Broder haben meinen mulmigen Eindruck bestätigt. Sie haben eine Selbstverständlichkeit ausgesprochen, Herr Dr. Henkelmann! Ministerpräsident Koch hat eine Tatsache angesprochen. Es wird aber mit BREITER Unterstützung der Mainstreammedien unverzüglich die "Nazikeule" geschwenkt, um umgehend alles totzumachen, was nicht mit der Utopie "Multi-Kulti", "Wir haben uns alle ganz doll lieb", und der "Islam ist Frieden"-Theorie zu tun hat. Wenn die letzten Träumer, die in einer noch guten Gegend wohnen und nur den netten türkischen Gemüsehändler um die Ecke kennen, irgendwann auch aufwachen, wird es zu spät sein.

Meryem Sert am :

Herr Becker, Sie sind einsame Spitzenklasse. Ich gratuliere Ihnen ganz herzlich zu Ihrem Kommentar. Wir sitzen alle im gleichen Boot.

Volker Rotter am :

Sehr geehrter Herr Becker, auch ich bin in der FDP, und wir sind beide sicher vom Willen beherrscht, die Freiheit zu verteidigen. Gut, jetzt befreien wir eine Muslimin vom Schwimmunterricht - und dann? Wo ist das Ende der Partikularinteressen? Wir wären logischerweise genötigt, dauernd Sonderwünsche zu erfüllen. Warum nicht die muslimischen Kinder aus dem Matheunterricht rausnehmen, da wird mit Kreuzen gearbeitet usw. Wie sieht es in den Kantinen aus, gibt es noch Schweinefleisch? Und dann sind Sie doch genötigt, sich den Kopf zu zerbrechen, spätestens wenn die Muslime, wie ja schon geschehen, die Pressefreiheit angreifen, die Versammlungsfreiheit mißbrauchen etc. Mir ist übrigens völlig unverständlich, wie Seelenheil oder Religiosität mit Schwimmunterricht zusammenhängt. Als Anhänger von Kant und Voltaire fällt mir da nur Spott ein. Verständnis kann ich für eine solche archaische und feindliche Position nicht aufbringen, bedaure. Volker Rotter, Berlin

Talha Alp am :

Sehr geehrter Herr Rotter, ich finde Ihren Argumentationsstrang nicht nachvollziehbar. Auf der einen Seite bekräftigen Sie Ihre Haltung, die Freiheit bzw. die freheitlich demokratische Ordnung in dieser Gesellschaft wahren zu wollen, in den darauffolgenden Sätzen fragen Sie nach dem "Ende der Partikularinteressen". Partikularinteressen - auch wenn es sich noch so negativ anhören mag - sind ein Teil des friedlichen Zusammenlebens in dieser Gesellschaft. Jede Interessensgemeinschaft, egal wie klein, hat in einer Demokratie das Recht bzw. den Anspruch auf Ausgleich der Einzelinteressen. Partikularinteressen verteidigen zu dürfen nenne ich Freiheit! Dieser Ausgleich ist ein Grundstein der demokratischen Gesellschaftsordnung. Die Politik trägt die Verantwortung! So lange Wir Muslime ein Teil dieser Gesellschaft sind, können Sie unsere Interessen nicht ausser Acht lassen. Sie können nicht das Ende von Partikularinteressen fordern. Wo bleibt da die Freiheit von der Sie gesprochen haben? Ihre letzten Worte zeigen schon ganz klar, dass Sie eine subjektiver Herangehensweise pflegen. Meinen Sie, so können Sie der Integration Beitragen? Weiter mit der ständigen Ignoranz!

Benjamin Becker, Junge Liberale am :

Nun lassen wir doch die Kirche einmal im Dorf: Es ist nicht gleich der Untergang des Abendlandes, was hier zur Diskussion steht ist, ob eine muslimische Schülerin am Schwimmunterricht teilnehmen muss oder ob in anbetracht aller Umstände und unter Darlegung aller stichhaltigen Gründe eine Befreiung ausgesprochen werden kann. Selbstverständlich muss dann im Gegenzug eine entsprechende "Ersatz-Bildungsveranstaltung" belegt werden. Dies sieht selbst das neue Schulgesetz in NRW so vor. Und im übrigen vertreten wir alle Partikularinteressen, ob als Parteimitglied, als Arbeitnehmer, als Konsument, als Bürger, als Christ, als Student, als Familienmitglied, als Sohn, als Autofahrer usw. Demokratie besteht aus Partikularinteressen und findet sich dann in seiner Konsequenz als Gemeinwohl wieder, was erst durch eine Schnittmenge an Übereinstimmungen mehrerer Einzelinteressen an Entwicklung erfährt. Hierzu gehören selbstverständlich die Interessen aller hier lebenden Menschen! Dürfen Muslime nicht ihre Meinung äußern? Und ich bin hier nicht auf Kuschelkurs aus, sondern ich respektiere lediglich die Meinung anderer. Ob ich sie verstehe und akzeptiere ist eine andere Sache. Man muss sich aber alle Argumente und Gegenargumente anhören und zu einer Lösung kommen. Und dies geschieht hier nicht. Und ich möchte ausdrücklich hervorheben, dass sowohl die muslimische als auch die Gegenseite sich mit Sturheit begegnen. Beide Seiten fühlen sich zu Unrecht angegriffen. Benjamin Becker, Vorsitzender der Jungen Liberalen Remscheid

Talha Alp am :

An dieser Stelle möchte ich mich bei der JuLi bedanken. Die Denkansätze zeigen eine gewisse Toleranz, die meiner Auffassung nach zu einer Verständigung aller Bürgerinnen und Bürger in Remscheid führen kann. Auch die Stadtverwaltung sollte sich bemühen, einen Ausgleich zwischen den verschiedenen Interessen der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt zu finden. Die muslimischen Bürgerinnen und Bürger müssen als Kooperationspartner angesehen werden. Ich finde, dass die Presse auch eine große Verantwortung zu tragen hat und als "Bindeglied" zwischen den Interessensvertretern dienen muss. Leider habe ich bis jetzt nur einseitige Berichte in der regionalen Presse lesen können.

Volker Rotter am :

Herr Becker, mir wäre eine Welt auch lieber, in der Toleranz herrscht. Leider ist die Toleranz bei unseren moslemischen Freunden eine Einbahnstraße. Wie gesagt, schauen Sie sich den Zustand der Menschenrechte und der Religionsfreiheit in moslemischen Ländern an. Schauen Sie, wie die moslemische Gemeinschaft hier reagiert - Selbstkritik ist eine nicht vorkommende Tugend. Herr Becker, begreifen Sie die Frage nach Schwimmunterricht als einen Kampfplatz um die Meinungshoheit in Deutschland. Es geht nicht um Religionsausübung (wie gesagt, seit wann hat Schwimmen mit Seelenheil zu tun?), sondern es geht um eine schleichende Umformung unserer Gesellschaft, hin zu mehr Unfreiheit, hin zu mehr Aberglauben und atavistischen Reflexen. Schauen Sie sich die Argumentation von Talah Alp an: "Aber es gibt Sachen, die Wir als Muslime nicht einfach so hinnehmen können. Dazu zählt eben auch die Freizügigkeit in dieser Gesellschaft... " Wie bitte? Er kann es nicht hinnehmen. Das heißt wie haben uns anzupassen? Na, aber hallo, da müssten die liberalen Glocken bei Ihnen aber läuten!! Dies ist eine Drohung von einem Klerikalen. Stellen Sie sich vor, ein Pfaffe würde so etwas absondern - wie wäre Ihre Reaktion? Weiter schreibt derselbe Herr: "Das Kopftuch schränkt nicht ein, es bietet den Schutz(!) der Frau. " Schutz vor was denn bitte? Ich weiß es: Vor den Moslems. Die sehen in "unzüchtig gekleideten" Frauen Freiwild. Hier wird das Opfer zum Täter. Also Herr Becker, bitte seien Sie kämpferischer, die Freiheit muss jeden Tag auf's Neue verteidigt werden.

Michael Dickel am :

Ich bin bestürzt über so viel Ignoranz. Das hat auch nichts mit Liberalität zu tun. Es ist Ihnen einfach nur nicht wichtig genug, und Sie sagen ja selber, was Sie wirklich interessiert. Meine Kinder sind jetzt 14 und 16, aber auch mit 11 habe ich deren persönliche Meinung selbstverständlich respektiert. Bisher hat hier aber noch niemand geäußert, welche ehrliche, persönliche Haltung das Mädchen zur Befreiung vom Schwimmunterricht gehabt hätte. Und ich gebe zu: Ja, ich gehe davon aus, dass die Befreiung von den Eltern beantragt wurde, ohne den Willen des Kindes zu berücksichtigen. Und genau deshalb schrillen alle Alarmglocken. Es geht um mehr - es geht um die Erziehung der Kinder in das Wertesystem, dass sich in Deutschland auch und gerade aufgrund der Vergangenheit entwickelt hat. Es geht um Gleichberechtigung, die es auch vor 50 jahren so noch nicht gab und die Sie doch nicht wirklich einfach so der Glaubensauslegung eines Teils der islamischen Bevölkerung überlassen wollen.

Joachim Wundrak am :

Wir werden zunehmend und sehr intensiv über den Islam und seine Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz und unserem Verständnis von Menschenrechten und Menschenwürde sprechen müssen. Und wir erwarten klare Antworten. Immer mehr Menschen beginnen zu vestehen, dass sie mit Parolen wie "Islam heisst Frieden" und "Der Islam ist die Lösung" über die wahre Natur einer nach meiner Wahrnehmung totalitären Ideologie hinweggetäuscht werden. Selbstverstaendlich treten wir für das hohe Gut der Religionsfreiheit ein, ein jeder mag glauben, was er will, und persöenlich mit seinem Gott ins Reine kommen können. Jedoch muss die Ausübung der Religion dort Grenzen finden, wo grundlegende Werte unserer Verfassung und der Menschenrechte verletzt werden. Dabei geht es weniger um das Thema Schwimmunterricht für Maedchen als z.B. um die grundsätzliche Frage der Gleichberechtigung von Frauen. In dieser Hinsicht bedeutet Integration eben auch mehr als das Erlernen der deutschen Sprache. In einer aufgeklärten Gesellschaft und einem demokratischen Rechtsstaat werden wir Ihnen die kritische Auseinandersetzung mit den Grundlagen des Islam wie auch mit seinen realexistierenden Problemen nicht ersparen können. Die Meinungsfreiheit wird hier zu Recht als ein sehr hohes Gut empfunden. Dieses aushalten zu können ohne auf jede Frage und Kritik zutiefst beleidigt zu reagieren oder gar mit Gewalt zu drohen, gehört eben auch zur erwartbaren Integrationsleistung. Toleranz kann nun mal keine Einbahnstrasse sein, ein friedliches und gedeihliches Zusammenleben mit einer totalitären Ideologie ist schlechterdings unmöglich. Diese Erfahrungen haben die Deutschen leider schon zweifach hinter sich.

Ratsfraktion der Grünen am :

Das Gericht hat entschieden: Das elfjährige Mädchen, dessen Eltern geklagt hatten, muss am Schwimmunterricht teilnehmen. Das ist ein wichtiges Urteil, was den Schulen Rechtssicherheit gibt. Dennoch gibt es auch Unbehagen. Dr. Henkelmann entpuppt sich als Wiederholungstäter in Sachen Stammtischparolen. Konnte man die Äußerungen im Januar noch als emotionale Rückkehr ins ideologische Mittelalter werten, so werfen in ihren Augen die neuerlichen Äußerungen des Kulturdezernenten ein schlechtes Licht auf die Stadt Remscheid. Es ist wichtig und richtig, diese Debatte mit religiösen Fundamentalisten aller Glaubensrichtungen zu führen. Es muss gestritten werden. Keine Frage. Aber der Diskurs gehört in unsere Gesellschaft. Mit Kofferpack-Hyothesen ist da keinem gedient. Im Gegenteil: Wie will Dr. Henkelmann mit den christlichen Sektenmitgliedern verfahren, die ähnliche Probleme, aber einen deutschen Pass haben. Sollen die in die USA auswandern? (Jutta Velte, bildungspoltische Sprecherin)

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