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OB wünscht sich konkrete Vorschläge zur Kölner Straße

Gut, das der Waterbölles eine Suchfunktion hat (oben rechts). Da habe ich mal „Boulevard“ eingegeben, wohl wissend, dass sich Klaus Kreutzer vom Lenneper Verkehrts- und Förderverein für die Kölner Straße in Lennep viele Jahre herbeigesehnt hatte zu Gunsten von Anwohnern, Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleistern. Und natürlich bin ich fündig geworden: „Test-Verkehr erst, wenn Lenneper Boulevard in Sicht kommt“, titelte der Waterbölles am  März 2008. Damals hatte es die Bezirksvertretung Lennep mit den Stimmen von CDU, FDP und W.I.R. abgelehnt, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen und testweise durch abknickende Vorfahrtsregelungen den Durchgangsverkehr von der oberen Kölner Straße über die Robert-Schumacher-Straße (kleine Westtangente) zur Lüttringhauser Straße zu führen (und umgekehrt). Auch der ergänzende Vorschlag, durch zusätzliche Hinweisschilder auf die „Lenneper Einkaufsmeile“ hinzuweisen, fand keine Mehrheit. Lediglich die SPD und die Grünen befürworteten den Testbetrieb, um Erkenntnisse zu gewinnen für den frühestens im Jahre 2015 mit Hilfe von Landeszuschüssen machbaren Ausbau der Kölner Straße zu Lenneps „Boulevard“. Das Nein der CDU begründete Hilmar Somborn damals damit, der Test könne ruhig erst zwei Jahre vor einer dann absehbaren Bewilligung der Landeszuschüsse für den „Boulevard“ anlaufen.

Händler der Kölner Straße bekommen Entwicklungschancen“, hieß es dann am 18. September im Zusammenhang mit dem neuen Einzelhandelskonzept der Stadt. Zitat aus der damaligen Stellungnahme der BV Lennep: „„Der derzeitige Einzelhandelsbesatz entlang des Ergänzungsbereichs Kölner Straße zwischen dem Kreuzungsbereich Am Johannisberg/ Rotdornallee im Norden und der Einmündung Hermannstraße im Süden soll in seiner derzeitigen Funktion gesichert werden. Für den Bestandsbetrieb soll jedoch ein gewisses Entwicklungspotential im Rahmen eines erweiterten Bestandsschutzes ermöglicht werden. Zur Funktionssicherung des Ergänzungsstandorts Kölner Straße - einer gewachsenen Geschäftslage - ist zu empfehlen, Einzelhandelsentwicklungen mit zentrenrelevantem oder Zentren- und nahversorgungsrelevantem Hauptsortiment bis zur Grenze der Großflächigkeit positiv zu bewerten. Demnach ergibt sich insbesondere für die kleinteiligen Einzelhandelsbetriebe entlang der Kölner Straße ein nennenswertes Entwicklungspotential.“

Der dritte Fund („Kölner Straße soll gleich nach DOC kommen“) datiert vom 7. Dezember 2017. Zitat: „Bereits im April 2015 hatte Bezirksbürgermeister Markus Kötter ein Konzept zur städtebaulichen Entwicklung der Kölner Straße gefordert, anknüpfend an die noch ältere ‚Boulevard‘-Forderung von Klaus Kreutzer. Er war vom damaligen Stadtplaner Robin Denstorff damit abgebügelt worden, dass sich der richtige Zeitpunkt für ein Integriertes Handlungskonzept erst ergäbe, „wenn die Verwaltungsgerichtsverfahren gegen das DOC abgeschlossen sind und das DOC gebaut werden kann“. In der Dezember-Sitzung der BV Lennep war davon zwar nicht mehr die Rede, dafür wurde der Platz 2 der Kölner Straße auf der Lenneper Prioritätenliste der Verwaltung („nach dem DOC“) bestätigt: Die Straße brauche langfristig eine Kompletterneuerung. Dass könne für die Planer und die Politik kein Sprint werden, so Bezirksbürgermeister Markus Kötter damals. „Das wird wohl noch einige Jahre dauern!“

Den BV-Mitgliedern lag damals eine Tischvorlage vor. Zu den darin vorgeschlagenen Sofortmaßnahmen gehörten „überflüssiger Einbauten, Schilderpfosten und Absperrungen (z.B. an der ehemaligen Schule Glocke), durch die die Gehwegreinigung erschwert wird“. Aber auch die Neugestaltung bzw. Instandsetzung der Bushaltestelle am Kreishaus und die Sanierung des Kioskes.

Beides ist zwar inzwischen in der konkreten Planung. Aber wir haben nun einmal Kommunalwahlkampf, und das merkte man dem Antrag, den die CDU gestern dem Haupt- und Finanzausschuss vorlegte, denn auch in weiten Strecken an. Zitat: „Die Stadtverwaltung wird beauftragt, alle nötigen Maßnahmen zur Revitalisierung der Kölner Straße jetzt umzusetzen und nicht auf die Zeit nach der Realisierung des Designer Outlet Centers (DOC) zu verschieben. (…) Die Bezirksvertretung 3 – Lennep hat dafür längst Planungsmittel in Höhe von 50.000 Euro bereitgestellt. Geschehen ist aber – nichts! (…) Wir sollten … die Revitalisierung der Kölner Straße … nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben.“

Die Verwaltung sollte ferner beauftragt werden, die Straße durch bestimmte Maßnahmen deutlich unattraktiver für sogenannte „Auto-Poser“ und „Raser“ zu machen.  Diese „bestimmten Maßnahmen“ seien alles andere als ein konkreter Arbeitsauftrag an die Verwaltung, kritisierte David Schichel von den Grünen. „Da muss noch mehr Fleisch dran!“ Markus Kötter wehrte sich: „Wir wissen doch alle, was gemeint ist!“ Aber Schichel blieb bei seiner Meinung: „So ist der Antrag lediglich ein Schnellschuss für die Zeitung!“

Das ließ ein längeres Hin und Her befürchten. Doch als David Schichel vorschlug, Fußgängern und Radfahrern auf der Kölner Straße mehr Raum einzuräumen („anstelle eines Mittelstreifens“), hatte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz die Idee, alle Fraktionen und Gruppen zu konkreten Vorschlägen zur Zukunft der Kölner Straße aufzurufen. Die könnten dann bis zur nächsten Sitzung der BV Lennep (23.9.) und des Rates der Stadt (24.09.) in eine Vorlage der Verwaltung eingebaut und weiter beraten werden. Zwei kurze Wortmeldungen gab es noch. Kötter plädierte für „Planungen, die der heutigen Zeit angepasst sind“, und Schichel warnte davor, „Bedürfnisse in der Bürgerschaft zu wecken, die unerfüllbar sind“. Dann aber war der Tagesordnungspunkt vertagt.

Ach ja, da waren ja noch die Poser und Rader. Um die will sich Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke (CDU) zusammen mit der Polizei und dem Kommunalen Ordnungsdienst kümmern. Getrennt voneinander. Denn beide Gruppen von Autofahrern hätten ohnehin nicht viele Gemeinsamkeiten. Die Polizei soll sich der Poser-Szene annehmen, die Stadt (KOD und Verkehrsabteilung) der Raser (durch Kontrollen und u.U. auch durch eine veränderte Verkehrsplanung, die die Kölner Straße ruhiger macht).

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Kommentare

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Klaus Kreutzer am :

Auch ich habe einmal auf meinem PC die Suchfunktion "Boulevard" aktiviert. Es fanden sich 748 Dateien, beginnend im Jahre 1980. Bemerkenswert die Drucksache III/413 vom 16.04.1997. Es wurde am 23.6.1997 vom Rat der Stadt Remscheid beschlossen: Umbau der Kölner Straße zum Boulevard. Eine Frist zum Baubeginn wurde nicht beschlossen. Deshalb ist auch niemandem ein Vorwurf zu machen. In meinem Kalender ist der Juni 2022 markiert. Dann machen wir ein Straßenfest "25 Jahre kein Boulevard" und verteilen Rollatoren an die, die den Beschluss damals gefasst haben (Satire aus). In dieser Zeit finden sich in den Dateien Namen der Baudezernenten und Stadtplaner Dr. Pernice, Kennepohl, Burkhardt, Densdorf, Sonnenschein und Heinze.

David Schichel am :

Der Hinweis, keine unerfüllbaren Bedürfnisse zu wecken, kam von Herrn Kucharczyk, wenn ich recht erinnere. Ich bin an der Kölner Str. aufgewachsen und im Kern ganz bei der CDU, denn diese Straße hat so viel mehr Potential! Ich störe mich nur an der, Verzeihung, extrem dünnen Suppe dieses Antrags. Ein Ratsmitglied, dass dafür die Hand hebt, kann sich eigentlich selbst nicht ernstnehmen.

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