Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Um 1867: Nach den Gleislegern kamen die Häuslebauer

Dass die Lenneper Neustadt nicht nur dem sozialen Wohnungsbau diente, dies sieht man an historischen Aufnahmen der Sauerbronnstraße und Ringelstraße in Lennep. Hier konkurrierten die Lenneper Architekten u.a. mit "Neubauten im Altbergischen Styl" und die Firma Wender & Dürholt setzte ihre teuren und bis Moskau und New York patentierten Lenneper Fenster ein. Aber auch hier riss der Zweite Weltkrieg so manches große Loch. Die übrig gebliebenen Häuser sind heute meist gut restauriert. Repros: Lenneparchiv Schmidt.

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Liebe Freunde des Bergischen Landes, liebe Lenneper,
Außer zwei kleinen Häusern in der verlängerten Friedrichstraße war der Lindenberg in Lennep, die heutige „Neustadt“, das Areal zwischen Leverkuser und Kölner Straße zur sog. Trecknase, Mitte des 19. Jahrhunderts noch unbebaut.. Der Ausbau des Straßennetzes auf dem Lindenberg – der Ortsname ist heute weitgehend vergessen – erfolgte erst nach dem Bau der Eisenbahn 1867. Es entstanden die Ernst- (später Eugenstraße), die Albertstraße, die Mittelstraße (später: Am Johannisberg bzw. Rotdornallee) sowie die Leverkuser Straße, weiterhin die Hermann-, Sauerbronn-, Ringel- und Ringstraße. An öffentlichen Gebäuden wurde das Kreishaus 1889 eingeweiht, die Winterschule 1888, (später Hilfsschule Leverkuser Straße), das Eisenbahnbetriebsamt in der  Leverkuser Straße, das Reichsbankgebäude, das Säuglings- und Schwesternheim der Frau Kommerzienrat Hermann Hardt, geb. Fuhrmann, in der unteren Sauerbronnstraße, sowie die evangelischen Schulen System I und System III an der Kölner Straße.

Links im Bild: Friedrichstraße und Hermannstraße in Lennep. Rechts: Ecke Hermannstraße und Sauerbronnstraße. Mancher historische Bau existiert noch heute, allerdings in sehr veränderter Form. . Repros: Lenneparchiv Schmidt.In der Ernststraße (später Eugenstraße) entstand damals zudem die Eisengießerei von Ernst Temsfeld und an der Leverkuser Straße die Maschinenfabrik von Friedrich Haas (zuvor Ecke Hackenberger / Schwelmer Straße) sowie die Barmer Maschinenfabrik BARMAG.
An der Ringstraße errichteten Heinrich Wolff eine Gießerei und Karl Offermann eine Feilenfabrik, und an der Südstraße, heute Franz-Vogt-Straße, entstand die Gesenkschmiede Gebr. Brüninghaus.

Links im Bild: Historische Aufnahme von typischen Bauten des Lenneper Gemeinnützigen Bauvereins in der Lenneper Neustadt.  Rechts: Die Lenneper „Schule System 1“  an der Kölner Straße 71 (Schule Glocke) auf einer colorierten Ansichtskarte. Repros: Lenneparchiv Schmidt.Auf den Bau von Betrieben folgte der städtische und private Wohnungsbau. In Gemeinschaft mit der Stadt Lennep wurde im Jahre 1886 die Gemeinnützige Bauverein AG ins Leben gerufen. Ganze Straßenzüge wurden mit immer weiter verbesserten Wohnungen errichtet. Auf Wunsch wurden jedoch auch Häuser an Mieter verkauft, um aus dem Erlös wieder neue Wohnungen zu schaffen. Durch die Geldentwertung im Jahre 1923 war der Verein allerdings gezwungen, 45 Zwei- und Dreifamilienhäuser mit 120 Wohnungen an die Stadt abzugeben, um sie der heimischen Bevölkerung zu erhalten. Der Verein hat aber den Neubau von Wohnungen danach weiter tatkräftig weiter gefördert.

Die Lenneper „Neustadt“ erlitt im Zweiten Weltkrieg durch das alliierte Bombardement große Schäden und veränderte sich danach deutlich Manche Mietskasernen sind im Prinzip allerdings so geblieben wie zu der Zeit, als sie erbaut wurden, andererseits wurde so manches seinerzeit modern gestaltetes Anwesen oder Straßeneckchen pittoresk erhalten und laufend verschönert. Bei den historischen Gebäuden fragt sich der Betrachter heute manchmal, welchen Zwecken sie früher wohl gedient haben mögen.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!