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„Tien Penning“ für ein frisches Kaninchenfell

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Liebe Lennepfreunde,
schon mehrfach haben Originale vorgestellt, die z.T. auch schon im 19. Jahrhundert in der Kreisstadt Lennep von sich reden machten, wie das schnapsversessene "Bübchen“ oder "Bennad Funnemann" und der "Apen-Matthei". Aber auch im 20. Jahrhundert gab es in Lennep Sonderlinge und eigenartige Gestalten. Mir ist z.B. noch ein abgerissen wirkender Bettler mit Bollerwagen in Erinnerung, der in Solingen drei Häuser besessen haben soll. Und der in den 1950er Jahren bekannte „Kämme Karl“, der auf dem Wochenmarkt gegenüber dem Obst- und Feinkostgeschäft von Johnen Kräuterbonbons und eben auch Kämme verkaufte, die angeblich nicht zerbrachen, es aber bei der Vorführung trotzdem taten. Unzerbrechliche Nylonkämme waren damals ganz modern.

Die heutige Anekdote betrifft einen Fellhändler, der angeblich Antek Lose hieß. Dieser soll an der alten Kölner Straße gewohnt haben, bis er aus Altersgründen in das Lenneper Katharinenstift übersiedelte. Auf dem Bahngelände gegenüber vom Kreishaus hatte er wohl im Parterre eines Hauses einen Fellankauf. In der so genannten „schlechten Zeit“ nach dem zweiten Weltkrieg wurden in Lennep neben Hühnern oft auch Kaninchen zur Eigenversorgung gehalten. So wie die Kinder mit Bleirohren aus zerstörten Häuser zum Schrotthändler gingen, brachten sie ihm auch die Felle der geschlachteten Kaninchen, um sich ein wenig Geld zu verdienen. Antek Lose nahm die Felle, , hielt sie sich unter der Nase und beschnüffelte sie lange. Er sagte dann jedes Mal: „Tien Penning“, und damit war der Kauf abgeschlossen.

Der Geruch der frischen Schlachtfelle, man kann auch sagen der Gestank, war erheblich und setzte sich im Hause des Fellhändlers und natürlich auch auf ihm selbst fest. Man kann sich vorstellen, dass er von den Nonnen des Katharinenstifts erst einige Male „eingeweicht“ werden musste, bevor er dorthin tatsächlich umziehen konnte.

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