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Gummersbach meldete sich erst, als alles vorbei war

von Karin Friederich**

Zum Thema „Überlastung“ der Gesundheitsämter möchte ich Ihnen gerne mal etwas persönlich Erlebtes berichten:

Am Mittwoch, 18.11., wurde eine Mitarbeiterin in der Firma meines Lebensgefährten positiv auf Corona getestet (Wohnort Radevormwald, Gesundheitsamt Gummersbach zuständig). Mein Lebensgefährte begab sich als Geschäftsführer dieser Firma in Remscheid am nächsten Tag, Donnerstag, 19.11., freiwillig in Quarantäne. Mittlerweile kündigten sich auch Symptome an. Er meldete sich selbständig beim Gesundheitsamt Remscheid, wo er auch als Kontaktperson 1. Grades aufgenommen wurde. Am Montag, 23.11., wurde im Gesundheitsamt Remscheid ein PCR–Test gemacht. Dort wurden auch meine Kontaktdaten als mögliche Infizierte aufgenommen. Er wurde bis Dienstag, 1.12., in Quarantäne gesetzt.

In der Nacht zwischen Montag, 23.11., und Dienstag, 24.11, bekam er eine SMS, wonach ihn das Labor informierte, dass er leider positiv getestet worden sei. Die Quarantäne lief ja schon. Es wurde tgl. telefonisch kontrolliert (Gesundheitsamt Remscheid), wie denn sein Gesundheitszustand sei.

Da ich somit als Kontaktperson 1. Grades folgte, telefonierte ich freiwillig am Dienstagmorgen, 24.11., ebenfalls mit dem Gesundheitsamt Remscheid und meldete mich als Kontaktperson. Dabei wurde für mich eine Quarantäne bis 3.12. angeordnet und eine schriftliche Ordnungsverfügung (für den Arbeitgeber wichtig) zugesagt.

Ich entschied mich dann, bei meiner Hausärztin am Mittwoch, 25.11., einen PCR-Test machen zu lassen. Am Donnerstag, 26.11., hatte ich bereits das Ergebnis: gottseidank negativ! Ich hatte mich nicht angesteckt!

Da ich bis Freitag, 27.11., noch keine Ordnungsverfügung erhalten hatte, rief ich noch einmal das Gesundheitsamt Remscheid an. Leider war ich dort nicht als Kontaktperson geführt; ich war also schlichtweg vergessen worden. Bei diesem Anruf wurde ich „nacherfasst“.  Na ja, es war ja nichts passiert, zum einen war ich ja in Quarantäne, und zum anderen negativ getestet. Von diesem Tage wurde ich täglich telefonisch vom Gesundheitsamt Remscheid über meinen Gesundheitszustand befragt (dies empfand ich als sehr positiv).

Als ich am Sonntag, 29.11., wiederum angerufen wurde, fragte ich nochmal nach meiner Ordnungsverfügung. Diese war wohl schon abgeschickt worden für die Quarantäne-Zeit vom Datum 27.11, bis 3.12.  Merke: 27.11. statt 24.11. Falsch! Am Montag, 30.11., konnte ich dann mit den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes Remscheid das Versehen aufklären. Nach mehreren Telefonaten erhielt ich schließlich am Mittwoch, 1.12., also kurz vor Quarantäne Ende, die Ordnungsverfügung.

Mein Quarantäne-Ende war der 3.12. Soweit so gut. Aber das Interessante kommt ja erst. Nachdem wir beide also wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung standen, nach Infektion bzw. Quarantänen, kam am Montag, 7.12., ein Anruf vom Gesundheitsamt Remscheid bei meinem Lebensgefährten, dass er als Kontaktperson der in Radevormwald wohnhaften infizierten Mitarbeiterin genannt worden sei und sich demzufolge in Quarantäne gegeben müsse. Nach telefonischer Aufklärung des Sachverhalts, konnte man sich im Gesundheitsamt Remscheid nicht erklären, warum die Meldung durch das Gesundheitsamt Gummersbach erst am Morgen des 7.12. nach Remscheid erfolgt war. Man verzichtete natürlich auf die Anordnung einer erneuten Quarantäne meines Lebensgefährten.

Aber es geht ja noch weiter. Am heutigen Tag, Dienstag,8.12., meldete sich das Gesundheitsamt Gummersbach bei meinem Lebensgefährten. Er sei ja Kontaktperson 1. Grades, deshalb wolle man jetzt seine Daten aufnehmen. Und trotz erneuerter Aufklärung des Sachverhalts bestand das Gesundheitsamt Gummersbach auf der Aufnahme der Daten.  U.a. wurde auch ich als Kontaktperson nunmehr wieder zweiten Grades aufgenommen.

Um es kurz zusammenzufassen: Erst nach ca. drei Wochen wurde mein Lebensgefährte vom ersten zuständigen Gesundheitsamt Gummersbach informiert. Also nach Kontakt mit einer Infizierten, nach Ansteckung, nach Feststellung der Ansteckung, nach Quarantäneanordnung, nach Kontaktpersonen-Nachverfolgung, nach Quarantänesetzung der Kontaktperson, nach Gesundung und nach Quarantänebeendigung des Infizierten und der Kontaktperson. Hätten wir selber nicht die Initiative ergriffen, hätte zumindest mein Lebenspartner hunderte Leute mit dem gefährlichen Virus anstecken können. Und: Doppelte und dreifache Arbeit des Gesundheitsamtes Gummersbach, viel zu spät dadurch völlig unnütz, unkoordiniert und gefährlich für die Mitbevölkerung!
Ich bin jetzt gespannt darauf, ob ich ebenfalls einen Anruf des Gesundheitsamtes Gummersbach erhalte und wie die Geschichte dann weitergeht…

Remscheid, 8. Dezember 2020  
** Pseudonym. Verfasserin ist dem Waterbölles bekannt.

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