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Es geht auch ohne Luftfilteranlagen in den Klassen

Dem Rat der Stadt liegt zur heutigern Sitzung eine Mitteilung der Verwaltung vor, die als Antwort auf Anfragen von CDU und Grünen auf den Infektionsschutz in Klassenräumen und Sporthallen eingeht. Darin heißt es: „Die Stadt Remscheid hat als Schulträger einen sicheren Schulbetrieb zu gewährleisten. Schon im Februar 2020 hat die Stadt einen Krisenstab zum Ereignis Corona Virus einberufen. Seit der ersten Sitzung des Krisenstabes ist das Thema Schule allgegenwärtig. Die Stadt hat sich von Anbeginn der Pandemie um die Einhaltung der Empfehlungen des RKI, der Regierung des Bundes und des Landes NRW gehalten. Neben der Schaffung von Möglichkeiten zur Einhaltung der AHA-Regeln wurde im Laufe der Zeit auch die Wichtigkeit der Lüftung von Räumen identifiziert. (…) Zum richtigen Lüften siehe  siehe https://www.youtube.com/watch?v=DoYUXmd9Mnc. (...)

Im Rahmen des Sonderprogramms für mobile Lüftungsanlagen an Schulen und Sporthallen stellt das Land NRW 50 Millionen Euro bereit. (…) Gefördert werden unter besonderen Rahmenbedingungen … … Luftreinigungsgeräte, die mit hocheffizienten Luftfiltern ausgestattet sind (…) zur Verringerung der Aerosolkonzentration für Klassen- und Fachräume einschließlich der Lehrerzimmer sowie Sporthallen, die nicht ausreichend durch gezieltes Fensteröffnen oder durch eine Raumlufttechnische Anlage gelüftet werden können. (…) Nicht zuwendungsfähig sind mobile Luftreinigungsgeräte mit UVC-Technik. (…)  

Derzeit sind dem FD 1.28 keine Situationen bekannt, wo Luftreinigungsgeräte in Remscheider Schulen aufgrund der Gegebenheiten zwingend eingesetzt werden sollten. (...) Der FD 1.28 hat sich bisher immer an die Empfehlungen der Innenraumlufthygienekommission des Umweltbundesamtes gehalten, welches Raumluftfilter in Schulklassen nur in begründeten Ausnahmefällen empfiehlt.  (…) Dennoch hat sich der Fachdienst Luftreinigungsgeräte vorführen lassen und dabei die Vor- und Nachteile mit den Vertreibern der Luftfiltergeräte diskutiert: Generell kann gesagt werden, dass Stäube aus der Luft gefiltert werden. Ebenso werden Gerüche auf den eingebauten Aktivkohlefiltern gebunden. Die Geräte sind auch in der Lage Viren abzuscheiden. Allerdings sind hier genaue Betrachtungen der Raumsituation nötig. Durch das Vorhandensein von Stühlen, Tischen, Schultaschen und Beinen im Bereich der Ansaugöffnung des Luftfiltergerätes ist es nicht möglich, die gesamte Raumluft eines Klassenzimmers durch das Gerät zu leiten. Um einen möglichst hohen Luftdurchsatz und eine entsprechende Reinigungsleistung zu erhalten, muss das Gerät auf hoher Leistungsstufe laufen. Dies führt zu Lärmemissionen, die die für einen Unterrichtsbetrieb maximal zulässigen Wert um ca. 65 Prozent überschreitet. Außerdem wird Energie verbraucht, was bei gleichzeitigem Betrieb mehrerer Geräte an einer Unterverteilung zu Problemen in der Stromversorgung führen kann. Da die Geräte nur effizient bei geschlossenen Fenstern betrieben werden können, konzentriert sich der Kohlendioxidgehalt im Klassenraum auf, was zu Kopfschmerzen führen kann. Es wird Sonderabfall produziert, da die Filter ordnungsgemäß entsorgt werden müssen. Außerdem werden Stolperfallen in die Klassenräume eingebaut. Alle diese Faktoren stehen dem Nachhaltigkeitsgedanken entgegen.

Beginnend im Frühsommer 2020 wurden alle Fensteranlagen in allen Schulgebäuden auf Funktion überprüft. Defekte Fenster wurden sukzessive repariert und Fensterschlüssel zur Verfügung gestellt. Lediglich die Fenster der Hauptschule Hackenberg ließen sich konstruktionsbedingt nicht weit genug öffnen um eine regelkonforme Stoßlüftung durchführen zu können. Das Gebäudemanagement und der Fachdienst Schule und Bildung haben die Schulleitung der GHS Hackenberg aufgesucht, die Situation vor Ort erklärt und gemeinsam eine Lösung zur Beschulung der Kinder (Reduzierung der Schülerzahl gemäß der AHA L Regeln) mit wechselndem Präsensunterricht und Homeschooling auf den Weg gebracht.

Parallel wurde ein versiertes Ingenieurbüro mit der Überprüfung des Status Quo und der Erarbeitung eines Lösungsvorschlags beauftragt. Dieser Lösungsvorschlag wurde einem hiesigen Fensterbauer zur Verfügung gestellt um eine bauliche Lösung für die betroffenen Räume zu erarbeiten. Diese Lösung liegt vor und soll umgesetzt werden. Hierzu sollen die Fördermittel zur Reparatur von Fenstern in Anspruch genommen werden. Die Kosten liegen bei ca. 65.000 Euro.

Es wurde außerdem eine Liste über die Belüftungsmöglichkeiten aller Turn- und Sporthallen erstellt. Hier wird in nach vier Kategorien unterschieden, welche Maßnahmen zur Lüftung für einen geordneten Betrieb der jeweiligen Halle umgesetzt werden müssen. Es wurden zehn Hallen identifiziert, in denen keine Corona konforme Lüftung möglich ist. Diese Hallen wurden in Absprache mit dem Schulträger und dem Sportamt gesperrt. (…) Die Maßnahmen, die einen Corona konformen Betrieb ermöglichen könnten, sind teilweise sehr umfangreich und kostenintensiv. Sie bedürfen einer umfassenden Planung und können nicht zeitnah umgesetzt werden. Im Rahmen von Generalsanierungen werden hier Lösungen erarbeitet werden. Momentan stehen hierfür keine Personalressourcen und kein Budget zur Verfügung.

Die Raumlufttechnischen Anlagen in Schulgebäuden werden Corona konform betrieben. Hier gibt es bislang keine Probleme. Die vorhandenen Filter werden in kürzeren Intervallen getauscht. Dies gilt natürlich auch für die Filter in den Hallen. Eine Umrüstung auf Filter einer höheren Abscheidung von Partikeln und Aerosolen ist nicht möglich, da die vorhandenen Lüftungsmaschinen nicht die notwendige Pressung für den Luftdurchsatz erbringen können.

Zwischenzeitlich wurden die notwendigen Umprogrammierungen für einen unbedenklichen Sportbetrieb vorgenommen. Hier wird gemäß den technischen Gegebenheiten der größtmögliche Anteil an Außenluft in die Hallen eingeleitet. Diese Maßnahmen sind allerdings dynamisch und müssen teilweise der jeweiligen Lage (Außentemperaturen) angepasst werden.

Einige Raumlufttechnische Anlagen heizen die Halle über einen relevanten Umluftanteil auf die gewünschte Temperatur auf. Hierzu wird verbrauchte Luft über einen Wärmetauscher geführt und mit Frischluft gemischt in die Halle eingeblasen. Hierbei könnten freigesetzte Viren immer wieder in die Atemluft freigesetzt werden. Diese Art der Hallenbeheizung ist nicht Corona konform. In wieweit in den betroffenen Hallen eine stabile Temperatur von 16 bis 18 Grad Celsius bei extremen Minustemperaturen in den kommenden Monaten gewährleistet werden kann ist derzeit nicht vorherzusagen. Hier wird das Gebäudemanagement im Rahmen der Möglichkeiten versuchen den jeweils zulässigen Sportbetrieb zu gewährleisten."

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Chronist am :

In den Unterrichtsräumen der Schulen der Stadt Remscheid sollen keine Luftfiltergeräte (gegen Corona-Viren) installiert werden. Das lehnte gestern der Hauptausschuss bei nur einer Ja-Stimme des Vertreters der rechten Partei Pro Deutschland ab. Das Umweltbundesamt hatte im November von einem generellen Einsatz mobiler Luftreinigungsgeräte abgeraten; dieser sei lediglich in Ausnahmefällen als zusätzliche Maßnahme gerechtfertigt.

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