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Lenneps erstes Hospital war ein Fachwerkhaus

Lenneps erstes Krankenhaus.von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Liebe Lennepfreunde, es ist auch schon wieder einige Jahre her, dass ich auf dem Schulhof meiner Einschulungsschule an der Hardtstraße, Ecke Albrecht-Thaer-Straße, stand. Von dort erblickt man die Rückseite des ursprünglich ersten Lenneper Krankenhauses, das nach vorne zur Hardtstraße hin geschiefert völlig anders ausschaut, als es auf diesem Foto zu sehen ist. So manchem Lenneper ist es vielleicht niemals aufgefallen, um was für ein schönes altes Fachwerkhaus es sich hier handelt und welche Bedeutung es hatte, als die heutige Hardtstraße noch eine schmale Gartengasse war.

Um ein sich Wiederholen von Seuchen zu unterbinden, beschloss die Lenneper Bürgerschaft Mitte des 19. Jahrhunderts, ein Krankenhaus zu bauen. Dazu wurde vor Ort ein „Krankenhaus-Verein“ gegründet. Schon bald stiegen die Spendenbeträge dafür auf über 8.000 Thaler an. Das erste Lenneper Krankhaus wurde dann an der Hardtstraße unterhalb der späteren Bürgerschule, heute Freiherr-vom-Stein-Schule, errichtet. Am 1. Juli 1851 wurde der Betrieb mit Kaiserswerther Schwestern aufgenommen, die teilweise schon während der Choleraepidemie von 1849 ihren Dienst in der alten Schule unten an der Lenneper Ausgangsstraße in Richtung des Mühlentales versehen hatten.

Die schnelle Entwicklung Lenneps und die Tatsache, dass auch das Hinterland seine Kranken in das Lenneper Krankenhaus schickte, erforderte aber schon bald einen Neubau. Die neue vom Lenneper Baumeister Albert Schmidt errichtete Krankenanstalt wurde am 1. November 1875 an der Hackenberger Straße in Betrieb genommen. Damals hatte sie 50 Betten. 1913 wurde ein Seitenflügel angebaut, um neue medizinische Einrichtungen unterbringen zu können. Um 1925 zählte dieses Krankenhaus 100 Betten. Damit alleine war der Kampf gegen Seuchen jedoch nicht geschlagen. Der Schock der Choleraepidemie von 1849 veranlasste weitblickende Lenneper Bürger, eine Wasserleitung und eine Kanalisation zu planen. Denn es hatte sich herausgestellt. dass eine Stadt mit guter zentraler Wasserversorgung und Kanalisation weniger seuchenanfällig ist.

1883 bekam Lennep als eine der ersten Städte in Deutschland eine Schwemmkanalisation. Dabei wurde ein Verfahren zugrunde gelegt, bei dem die Abfallstoffe durch Fließwasser zu einer außerhalb der Stadt liegenden Sammelanlage und später in eine moderne Kläranlage transportiert wurden. In vielen Berichten aus dem 19. Jahrhundert wird beschrieben, wie sich in Lennep zuvor die Abwässer samt toter Tiere auf dem späteren Jahnplatz in stinkenden Flößrinnen sammelten, die in der Sommerzeit von den Schülern im immer noch nicht gänzlich ausgetrockneten Zustand gerne als Rutschbahn benutzt wurden. Später wunderte man sich, dass in direkter Nachbarschaft an der Mühlenstraße eine Schule gebaut werden durfte, aber auch, dass sich die Bewohner der umgebenden Straßen vormals trotz der bestialischen Ausdünstungen augenscheinlich bester Gesundheit erfreuten.

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