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Chytridpilz bedroht heimische Feuersalamander

Gemeinsame Pressemitteilung der Unteren Naturschutzbehörden Remscheid, Solingen und Wuppertal sowie der Biologischen Station Mittlere Wupper

Bereits erste Todfunde von Feuersalamandern in Kohlfurth an der Stadtgrenze von Wuppertal und Solingen im Frühjahr 2020 ließen Ungutes erahnen. Die Beprobung der toten Tiere brachte die Bestätigung: Die Tiere waren durch den aggressiv wirkenden Amphibien-Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans (kurz BSal) gestorben.  Zum Jahreswechsel 2020/2021 trafen nun mehrere Fundmeldungen von zahlreichen toten Feuersalamandern an den Wupperhängen zwischen Burg und Müngsten ein – sowohl auf Remscheider wie auf Solinger Seite. Auch hier erbrachte die labortechnische Untersuchung von Hautabstrichen die Bestätigung, dass die Tiere durch BSal befallen wurden. Dies war allerdings auch bereits an den großflächigen Hautnekrosen der toten Tiere vor Ort unmittelbar erkennbar. In Wuppertal waren noch im Dezember 2020 an verschiedenen Stellen so u.a. auch im Burgholz Feuersalamander gezielt auf Pilzbefall beprobt worden und alle Ergebnisse negativ. Auch hier ist nun die Angst groß, dass der Pilz eingetragen wird. 

Die aktuelle Situation erfordert erhöhte Aufmerksamkeit, und die Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal werden mit fachlicher Unterstützung der Biologischen Station Mittlere Wupper die Entwicklung der Feuersalamander-Populationen künftig genau im Auge behalten. Kurzfristig sollen in den bereits betroffenen Gebieten Hinweisschilder zur In-formation der Bevölkerung aufgestellt werden.Zum Erhalt der heimischen Amphibienbestände kann jeder einzelne Bürger beitragen:

  • Fassen Sie keine toten oder lebendigen Feuersalamander an. Die Tiere stehen unter Artenschutz und dürfen der Natur nicht ohne behördliche Genehmigung entnommen werden.
  • Bitte betreten Sie keine Land- und Wasserlebensräume von Amphibien –bleiben Sie bitte auf den vorgegebenen Wegen.
  • Führen Sie insbesondere in Waldlandschaften Ihren Hund an der Leine. Bäche, Uferbereiche, Teiche, Tümpel und wassergefüllte Wagenspuren im Wald sollten nicht betreten werden.
  • Reinigen Sie ihr Schuhwerk gründlich und desinfizieren es mit z.B. Spiritus, 70% Ethanol, bevor Sie ein anderes Waldgebiet betreten, um eine Verbreitung der Sporen des tödlichen Pilzes zu verhindern.
  • Bitte melden Sie schnellstmöglich tote und tagaktive Salamander, möglichst mit Foto und genauen Fundpunktkoordinaten über das Fundmeldesystem der Biostation Mittlere Wupper (https://www.bsmw.de/fundmeldesystem/FMS_2018/schritt_1.php) bzuw. An die Unteren Naturschutzbehörden der Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal melden:Stadt Remscheid, Oliver Hofmann, E-Mail Oliver.Hofmann@remscheid.de, Tel. RS 162449).

Der Salamander-Chytridpilz mit dem Namen Batrachochytrium salamandrivorans wurde erstmals 2013 wissenschaftlich beschrieben. Er befällt die Haut von Schwanzlurchen, insbesondere des Feuersalamanders. Nach bisherigen Erkenntnissen bedeutet das für fast alle betroffenen Tiere den sicheren Tod (die Mortalitätsrate liegt bei über 96%innerhalb von zehn bis 14 Tagen). Aufgefallen war der neue Erreger erstmals, nachdem es in den Südostniederlanden (Limburg) zu gewaltigen Bestandseinbrüchen beim Feuersalamander gekommen war. Innerhalb weniger Jahre ist er dort fast völlig verschwunden.

Auch angrenzend in Belgien und in der Eifel wurde der Hautpilz zwischenzeitlich gefunden. 2017 wurde in Essen erstmals ein Befall außerhalb des bisherigen Areals Südlimburg/Belgien/Eifel bestätigt. Von dort breitete sich der Erreger in großer Geschwindigkeit in Richtung des Bergischen Städtedreiecks aus. Neben Feuersalamandern werden auch die anderen heimischen Molche von dem Hautpilz befallen.

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Christian Groger am :

Am 22.1. war der WDR mit den zuständigen BehördenvertreterInnen im Bereich des Wiesenkottens nahe Müngsten vor Ort, um sich ein Bild von der dramatischen Lage zu machen. Am kommenden Freitag soll ein Bericht in der Bergischen Lokalzeit im WDR gesendet werden.

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