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Weniger Azubis führt zu größerem Fachkräftemangel

Pressemitteilung der Bergischen Industrie- und Handelskammer

Die aktuelle Konjunkturumfrage der Bergischen IHK, an der sich diesmal 544 Unternehmen mit insgesamt 18.400 Beschäftigten beteiligt haben, zeigt ein sehr differenziertes Bild: „Die vom zweiten Lockdown besonders betroffenen Dienstleistungsbranchen leiden enorm. Dagegen ist die bergische Industrie auf dem Weg der Besserung und stützt die Konjunktur“, erklärten IHK-Präsident Thomas Meyer und IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge in der gestrigen digitalen Pressekonferenz der IHK. Insgesamt habe Anfang 2021 jeder dritte Betrieb angegeben, dass bei ihm die Geschäfte schlecht laufen. Erfreulich sei aber, dass der Anteil der Unternehmen mit guter Geschäftslage auf immerhin 26 Prozent gestiegen sei. Dementsprechend sei auch der Lageindex, der die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen wiedergibt, im Vergleich zum Herbst deutlich gestiegen. Er bleibe aber noch knapp im negativen Bereich.

„Die Industriebetriebe überstehen den zweiten Lockdown bislang besser, weil die internationalen Lieferketten – anders als im Frühjahr letzten Jahres – weitgehend intakt geblieben sind“, unterstreichen die beiden IHK-Vertreter. Damit das so bleibe, sei es extrem wichtig, dass die Grenzen in der Europäischen Union geöffnet blieben. Auch der Großhandel, der wirtschaftlich eng mit der Industrie verflochten ist, befindet sich im Aufschwung. Die im Branchenvergleich beste Geschäftslage weist derzeit das Kreditgewerbe auf, das kriselnde Unternehmen mit Liquidität versorgt. „Dazu zählen unter anderem das Gastgewerbe, die Freizeiteinrichtungen und Teile des stationären Einzelhandels. Vor allem in der Gastronomie bangen viele Unternehmer um ihre Existenz“, so Meyer und Wenge. Die Corona-Krise trifft auch den Verkehrssektor, der deshalb mit seiner wirtschaftlichen Situation überwiegend unzufrieden ist. Die Digitalwirtschaft und das Immobilienwesen vermelden dagegen gute Geschäfte.

Beim Vergleich der drei Städte schneidet Solingen derzeit am besten ab. Das liege auch an der dort starken Schneidwaren- und Besteckindustrie, die von einer guten Auftragslage berichtet. An zweiter Stelle steht Remscheid und Schlusslicht ist diesmal Wuppertal. Grund dafür sei der vergleichsweise hohe Anteil von Dienstleistungsunternehmen in der Schwebebahnstadt. Sehr uneinheitlich sind auch die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate. Optimisten und die Pessimisten halten sich in etwa die Waage. Hier zeigt sich die Unsicherheit bezüglich der weiteren Entwicklung der Pandemie. Diese belastet zudem das Investitionsklima. Die Angaben der Unternehmen deuten darauf hin, dass sie per Saldo ihre Investitionsausgaben auf unverändert niedrigem Niveau halten wollen. Die Kurzarbeit werde zwar weiter zurückgehen, die Unternehmen werden voraussichtlich aber auch kaum neue Arbeitsplätze schaffen.

Gut ein Viertel der Ausbildungsbetriebe beabsichtigt, 2021 weniger Auszubildende einzustellen als im Vorjahr. Nur 13 Prozent wollen ihre Zahl aufstocken. Gleichzeitig nimmt jedoch die Zahl der Unternehmen, die unter einem Fachkräftemangel leiden, wieder zu. „Die Corona-Krise droht daher auch das Fachkräfteproblem zu verschärfen“, so Meyer und Wenge.

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