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Ingenieure regnet es nicht wie Manna vom Himmel

  • Eine Fachhochschule mit berufsbegleitenden Studiengängen im Bereich „Metall“ und mit Anbindungen an die Universität Wuppertal brachte Henry Beierlorzer, der Geschäftsführer der Bergischen Entwicklungsagentur ins Gespräch, als er  am 4. Dezember 2007 zusammen mit Oberbürgermeisterin Beate Wilding die Idee eines „Innovationszentrums Metall“ auf dem Bahnhofsgelände in Remscheid vorstellt. Daran dürfte den metallverarbeitenden Unternehmen im Bergischen sehr gelegen sein, die auf entsprechende Fachkompetenzen ihrer Mitarbeiter angewiesen sind.
  • Das Büro für Kommunal- und Regionalplanung in Essen weist in seinem Vericht zum integrierten Stadtentwicklungskonzept für Remscheid, der Ende Januar dem Hauptausschuss vorgelegt wurde, auf den Fachkräftemangel in Remscheid hin. Der betreffe sowohl Facharbeiter als auch Ingenieure. Zitat: "Die ... Arbeitskräfte müssen möglichst gut qualifiziert sein, damit wissensintensive und hochproduktive Arbeitsplätze entstehen können."
  • Friedhelm Sträter, Präsident der bergischen Industrie- und Handelskammer, forderte im vorigen Monat eine „Politik, die der Wirtschaft optimale Rahmenbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten bereitstellt“.
  • „Kein Tag vergeht mehr, an dem sich nicht Diskutanten aus Politik, Verbänden und Unternehmen mit Mängellisten der Diagnose fehlender Fach- und Führungskräfte widmen“, schrieben Marcus Kottmann und Bernd Kriegesmann am 28. Januar in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die steht nicht in dem Ruf, unternehmerfeindlich zu sein. Umso mehr verwundert die Überschrift des Artikels: „Die Wirtschaft beklagt den Ingenieurmangel, tut aber nichts dazu, um den Mangel zu beheben.“

Dabei handele es sich „um eine der am längsten und besten prognostizierten Wachstumsbarrieren in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“, stellen die beiden Autoren fest, der eine tätig am Institut für Arbeitswissenschaft der Universität Bochum, der andere Dozent an der Fachhochschule Gelsenkirchen. Ihnen erscheint es „nicht zwingend logisch, wenn Flugzeughersteller mit einem Jahre im Voraus erkennbaren Auftragsbestand für die nächste Modellgeneration erst vor der anstehenden Montage darüber nachzudenken beginnen, wie denn die Personifizierung der Auftragsabwicklung aussehen könnte. Es entbehrt auch nicht einer gewissen Ironie, wenn dieselben Manager, die jeden Mitarbeiter sofort entlassen würden, der im Rahmen einer Investitionsplanung oder für ein Kraftwerk in Asien die Verfügbarkeit der benötigten Baustoffe nicht berücksichtigt hat, selbst, ohne mit der Wimper zu zucken, vor die Presse treten können und den Mangel an Projektingenieuren … zum Engpassfaktor der Unternehmensentwicklung erklären (…) offensichtlich in der Annahme, dass … Ingenieure … bei Bedarf wie Manna vom Himmel fallen.“ Gegen Risiken durch Wechselkursschwankungen würden sich Unternehmen versichern, eine Vorsorge für zusätzliche Personalbedarfe in Boomzeiten aber sei für sie offenbar tabu.

Vor allem in dem besonders kritischen Ausbildungssegment zwischen den Polen der bewährten gewerblichen und akademischen Ausbildung (für praktisch versierte und theoretisch anspruchsvoll ausgebildete Fachleuten) wollten viele Unternehmen nichts wissen. Lediglich fortschrittliche Betriebe bemühten sich um eine Zusammenarbeit mit Berufsakademien und Hochschulen. Bei der „Kooperativen Ingenieurausbildung" beispielsweise sind die Studenten gleichzeitig mit einem Ausbildungsvertrag eines Betriebes ausgestattet und verzahnen so die Ausbildung im dualen System mit dem Lehrstoff einer Hochschule. Aber: „Im Jahr 2007 hat sich die lächerlich geringe Zahl von etwa 10 000 Betrieben mit etwa 18 000 Ausbildungsvertragen - also 4500 im Jahr - in dieser existentiellen Pipeline für ingenieurwissenschaftliche Berufsbilder engagiert. Wenn man sich einmal bewusst macht, dass in Deutschland jährlich etwa 570.000 Ausbildungsverträge geschlossen werden, dann ist es kaum nachvollziehbar, warum davon noch nicht einmal ein Prozent mit einer Hochschulkooperation im Ingenieurbereich verzahnt sind“, bemerken die beiden FAZ-Autoren. Immerhin würden in den nächsten Jahren jeweils etwa 7000 Ingenieure zusätzlich benötigt.

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Chronist am :

Am 1. April informiert die Industrie- und Handelskammer (IHK) Wuppertal-Solingen-Remscheid in der IHK-Hauptgeschäftsstelle Wuppertal darüber, wie Unternehmen dem Führungskräftemangel effektiv vorbeugen können. Unter dem Motto „Karrierekombi – Förderung des Führungsnachwuchses“ informieren Praktiker aus Bildungseinrichtungen und Unternehmen über die Möglichkeiten des dualen Studiums und berichten über ihre Erfahrungen. Zum Abschluss der Veranstaltung wird ein hochrangig besetztes Podium über das Thema Führungskräftenachwuchsmangel diskutieren. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, eine vorherige Anmeldung ist jedoch erforderlich: Carmen Bartl-Zorn, Telefon (0202) 2490-805, Telefax (0202) 2490-899, E-Mail: c.bartl-zorn@wuppertal.ihk.de

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