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Heimlicher Schnapstransport im Leichenwagen

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Liebe Lennepfreunde,
heute geht es um einen früheren Schreiner aus einem bekannten Lenneper Beerdigungsinstitut, der in seiner Berufszeit auch überregionale Überführungen zur Aufgabe hatte. In diesem Zusammenhang sprach er auch mal die Eltern des Berichterstatters an, ob sie denn etwas aus Berlin mitgebracht haben wollten. Nach dem Zweiten Weltkrieg war in der Sowjetischen Besatzungszone der Alkohol in jeder Form wesentlich billiger als im Westen. Da der genannte Herr eine Leiche nach Lennep zu überführen hatte, nahm er gern die Gelegenheit wahr, „billig einzukaufen“.

Wohlgemerkt, vom wohlfeilen Ostschnaps durften wie auch aus Westberlin nur beschränkte Mengen nach Westdeutschland eingeführt werden. Der Lenneper übernahm also seine Leiche in Berlin zur Überführung in die Heimat und fuhr seinen Wagen in diese zurück. Einen Tag nach Erledigung dieser Aufgabe kam er mit zwei Flaschen Eierlikör und einer Flasche Schnaps in einen befreundeten Lenneper Haushalt. Man fragte, wie er das denn geschafft hätte, so viel mitzubringen, worauf er nur sagte, „der aul Kärl im Sarch hät nix dogegen gejat, dä sach nur, ik schlop besser op Fussel als ob Stroh ungerm Hingerschen....“

Ob solcher Sprüche waren die Frauen sehr entsetzt, man nahm den Schnaps aber doch gern an. Besagtes Paar hatte später auch mal die Gaststätten „Kürten“ in der Mühlenstraße und „Meier" am Alten Markt gepachtet. Als fröhlicher Mensch war der Mann dem Alkohol durchaus zugetan. Sein sonntäglicher Frühschoppen und seine Kneipenbummel waren stadtbekannt. Eines Sonntag mittags kam er dann nicht nur alkoholisiert, sondern auch ungewöhnlich spät nach Hause und fragte seine Frau: Na, wat jüt et to eten ?“ Diese antwortete kurz und bündig: „Schnaps!“ Er darauf: „Dann do mik en depen Teller voll!“. Der Herr liebte auch den Karneval, wovon das hier beigefügte Foto aus dem Jahre 1957 ein gutes Zeugnis ablegt.

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