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Die Todesursache ist, dass er gestorben ist

Auszüge aus dem bergischen Krimi " Dunkle Geheimnisse " von Petra Pallandt mit freundlicher Genehmigung des Bergischen Verlages, Remscheid. 440 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-945763-98-8, 15 Euro.
Alte Naziseilschaften und aktuelle gesellschaftliche Strömungen beobachtet die Autorin mit professionell--psychologisch geschultem Auge und verwebt den Stoff auf spannende Art und Weise zu einem neuen Kriminalfall mit gleich mehreren Mordopfern.

„Ich kann nichts Ungewöhnliches entdecken“, sagte Bellers. „Er sieht für mich aus, als hätte sein Herz einfach aufgehört zu schlagen.“ „Natürlich hat es aufgehört zu schlagen, sonst wäre er ja nicht tot“, entgegnete die Frau. „Deswegen hat Dr. Quacksalber ja auch ,Herzversagen‘ auf den Totenschein schreiben wollen. Was in etwa so viel aussagt, wie wenn er geschrieben hätte, die Ursache für Herrn Hombachs Tod sei, dass er gestorben ist.“ „Aber ist das nicht manchmal so? Dass ein altes Herz einfach aufhört zu schlagen, ohne dass irgendwelche besonderen Krankheiten oder sonstige Umstände dazu beitragen?“

„Das gibt es, keine Frage, und das ist ein sehr schöner Tod. Nur bin ich mir sicher, dass das bei Herrn Hombach nicht so war. Und kommen Sie mir nicht mit irgendeinem unentdeckten Herzfehler. Herr Hombach ist der wahrscheinlich am besten untersuchte Mensch der Welt, weil seine Tochter mit einer wahren Affenliebe an ihm hängt und ihn ständig zu Ärzten schleppt.“ „Also? Was glauben Sie?“, fragte Sandra. „Ich glaube, es wurde nachgeholfen“, sagte Frau Komorski ohne Zögern. „Ob absichtlich oder unabsichtlich, weiß ich natürlich nicht. Auch nicht, ob er es selbst war oder jemand anderes, aber er ist nicht einfach so gestorben.“ Eine Weile herrschte Schweigen. Dann fragte die Pflegerin: „Was ist? Habe ich Sie schockiert?“

„Das ist schon eine schwerwiegende Behauptung“, antwortete Bellers .„Ich beschuldige ja niemanden direkt. Wie gesagt, könnte es sich auch um irgendein Versehen handeln.“ „Könnte er vielleicht die falschen Medikamente bekommen haben?“, fragte Sandra .„Das ist zu 99,9 Prozent ausgeschlossen. Ich habe ein System entwickelt, mit dem Fehler in der Medikamentengabe nahezu ausgeschlossen sind. “Sie erklärte, dass jede Bewohnerin und jeder Bewohner ein eigenes Fach besaßen, in denen ihre - und nur ihre Medikamente - sowie der Medikamentenplan verwahrt wurden. Wöchentlich wurden dann die Medikamente gestellt und in Boxen, die einzelne Fächer für jeden Wochentag sowie für morgens, mittags, abends und nachts besaßen, gefüllt. Eine zweite Pflegeperson kontrollierte anschließend, ob auch kein Fehler gemacht worden war.

„Und unsere verwirrten Bewohner, wie zum Beispiel Herr Hombach, bekommen ihre Medikamentenbox nicht etwa ins Zimmer gestellt, wo sie dann vielleicht die gesamte Wochenration auf einmal zu sich nehmen, sondern sie erhalten zu jeder Mahlzeit die entsprechenden Tabletten oder Tropfen in einem kleinen Gläschen. Wobei Herr Hombach allerdings außer einem Medikament für die Schilddrüse keinerlei Tabletten bekam.“ „Auch nichts für die Demenz? Oder genauer: gegen die Demenz?“, fragte Bellers. „Nicht mehr. Anfangs schon, aber nachdem die Demenz einmal vollständig entwickelt war, hatte seine Tochter das Gefühl, dass die Medikamente eher schadeten als nützten. Und ich stimme ihr zu. “

Bellers nickte und machte sich im Kopf wahrscheinlich eine Notiz, den Arzt seines Vaters auf dessen Medikamente anzusprechen. „Übrigens wird seine Tochter gleich hier sein. Möchten Sie mit ihr sprechen?“ „Das wäre gut“, stimmte Bellers zu. „Dann lassen Sie ihr doch erstmal einen Moment alleine mit ihrem Vater und kommen Sie, sagen wir, in einer Stunde wieder hierher? So lange können Sie gerne in unsere Cafeteria im Erdgeschoss gehen.“

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