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Einzelhandelskonzept bleibt auf der Tagesordnung

Einzelhandelskonzept den Bedürfnissen anpassen?“, fragte der Waterbölles am 17. September 2020. Der Anlass: Zur Sitzung des Rates am 24. September hatte die CDU den Antrag gestellt, die Verwaltung möge das Einzelhandelskonzept der Stadt Remscheid von September 2014 auf den Prüfstand stellen und „unter Einbezug … der fachlichen Expertise aus den vier Bezirksvertretungen“ den aktuellen Gegebenheiten und Bedürfnissen anpassen. Begründung: „Die CDU-Fraktion ist – gestützt auf Rückmeldungen aus der Bürgerschaft – der Ansicht, dass das vorliegende Einzelhandelskonzept nicht mehr in allen Punkten den aktuellen Herausforderungen gerecht wird (...),  dringend fortgeschrieben werden sollte. Hierzu sollte auf jeden Fall auch auf den fachlichen Sachverstand aus den Bezirksvertretungen zurückgegriffen werden, da die dort tätigen politischen Vertreterinnen und Vertreter ‚ihr Ohr‘ besonders nah an den Bürgerinnen und Bürgern haben.“ Als Beispiel nanntr die CDU.-Fraktion die Forderung von Bürgerinnen und Bürger im Südbezirk nach einem Frisch- und Drogeriemarkt , die Elke Rühl in der Bezirksvertretung Süd wiederholt vorgetragen habe – „bis dato leider erfolglos“. Jetzt sei die Zeit für einen „großen Wurf“.

Man sollte meinen, dieser Antrag sei mittlerweile in irgendeiner Form beschieden worden. Ist er aber nicht. Zur Ratssitzung am Donnerstag lag vielmehr ein Ergänzungsantrag von CDU und W.i.R. vor, die Verwaltung möge aufzeigen, unter welchen Bedingungen und an welchem Standort ein Drogeriemarkt im Südbezirk verwirklich werden könnte, welche Erweiterungsmöglichkeiten Firmen hätten und ob es in „Härtefallen“ auch Einzelfallentscheidungen geben könnte. Das ließ die Handschrift eines bekannten Remscheider Discounter-Investors vermuten.

Ungehalten reagierte darauf Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz: „Die Verwaltung verhindert die Ansiedlung eines Drogeriemarktes (an der Burger Straße gegenüber von ALDI. Waterbölles) n i c h t !“ Auch David Schichel von den Grünen schien genervt zu sein: „Das Einzelhandelskonzept ist gerade nicht dafür da, noch mehr Einzelhandel an die Hauptverkehrsstraßen zu locken, sondern dorthin, wo er wirklich fehlt!“ Und der Jurist und SPD-Fraktionsvorsitzende Sven Wolf empfahl dem Rat, an dem Konzept festzuhalten. Es sei zwar nicht in Stein gemeißelt, bedürfe aber der Rechtssicherheit.

Markus Kötter (CDU) zeigte sich kompromissbereit: Wenn jemand eine andere Formulierung hat bitte sehr. Schichel ging darauf ein: „Das können wir gerne im Fachausschuss beraten, aber nicht hier und heute. Kötter dazu: „Danke fürs Angebot. Das kann ich mir gut vorstellen!“ Und er zeigte sich zuversichtlich, auf diese Weise zu einem besseren Antrag zu kommen.

Waterbölles: Fragt sich nur wann. Wenn das Thema in diesem Tempo weiter behandelt wird, steht es auch noch in einem Jahr auf der Tagesordnung. Aber vielleicht ist das ja gewollt…

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Kommentare

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Fraktion der CDU am :

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und veränderte Kaufgewohnheiten (Stichwort: Online-Handel) haben die bestehenden Wirtschaftsstrukturen insbesondere in unseren Stadtteilzentren bereits verändert. Davon betroffen ist auch der Südbezirk. In Zukunft wird dies noch tiefgreifender geschehen. Um hier steuernd einzugreifen, wird die Verwaltung beauftragt, ein aktuelles Konzept für ein belebtes Stadtteilzentrum von Remscheid Süd mit kleinteiligem Einzelhandel, Gastronomie, Kulturangeboten, Wohnen für alle Bedarfe, Altersstufen und Lebensphasen, Dienstleistungen und einer hohen Aufenthaltsqualität zu erstellen, das diese jüngsten – insbesondere auch Corona-bedingten – Veränderungen aufgreift. Dieses Konzept erarbeitet die Verwaltung mit den Akteurinnen und Akteuren des Südbezirks vor Ort – zum Beispiel im Rahmen einer Bürgerwerkstatt - und bindet hierbei auch das Fachwissen der Politik vor Ort ein. (Antrag zur Sitzung der Bezirksvertretung Süd am 15. September)

Lothar Kaiser am :

Einen gleichlautenden Antrag hat die CDU auch für Lüttringhausen gestellt. Er soll am 29. September auf der Tagesordnung der ersten BV-Sitzung nach der Sommerpause stehen.

Martina Litzner am :

Die Leute, die überwiegend Online bestellen, mit einer Chipstüte vor sich, manche sehr stark übergewichtig, und sich dann noch beschweren, das es keine netten Cafes und Gastronomiebetriebe mehr in Stadtzentren gibt, empfehle ich mal über ihr Kaufverhalten nachzudenken. Geschäfte, in welchen man analog indem man sie aufsucht einkaufen gehen kann und nette Gastronomieangebote hängen meiner Ansicht nach eng zusammen. Das Allee-Center bietet mehr und mehr wohlgestaltete bunte Pappmacheewände, hinter welchen sich aber keine Geschäfte mehr verbergen, Potemkinsche Dörfer, Fake statt Geschäfte, was tut der Center Manager eigentlich dafür, dass sich diese Situation in der Innenstadt in einem Einkaufscenter verbessert oder haben er und sein Arbeitgeberkonzern vielleicht gar kein Interesse mehr am AlleeCenter, ich will es nicht verhehlen, ich bin stinksauer auf den Herrn Center-Manager, der offensichtlich nichts auf die Kette kriegt, außer diesen bunten Pappverkleidungen an den geschlossenen Geschäften.

Lothar Kaiser am :

Und auch Hasten soll nicht leer ausgehen. Die CDU möchte, das die BV Alt-Remsacheid die Verwaltung beauftragt, "ein aktuelles Konzept für ein belebtes Hastener Stadtteilzentrum mit kleinteiligem Einzelhandel, Gastronomie, Kulturangeboten, Wohnen für alle Bedarfe, Altersstufen und Lebensphasen, Dienstleistungen und einer hohen Aufenthaltsqualität zu erstellen, das diese jüngsten – insbesondere auch Corona-bedingten – Veränderungen aufgreift."

Manfred Zenk am :

Auch ich bestelle mehr und mehr Online, aber entgegen der landläufigen Meinung, dass der Netzhandel dem örtlichen Einzelhandel schadet, ist es bei mir umgekehrt: ich bestelle das, was ich hier nicht mehr bekommen kann. Zum Beispiel habe ich meine Autofahrer-Handschuhe in Hattingen gefunden, meinen in die Jahre gekommenen Knirps von "Schirm Meyer" kann ich dort nicht mehr erneuern, und mein bevorzugter Ausstatter "Rüggeberg" hat aus Altersgründen aufgegeben. Das Textilangebot der rührigen Frau Beck kann nicht immer meinen Wünschen entsprechen, aber von Einzelhändlern ihrer Qualität bräuchten wir mehrere. Weil die fehlen, muss ich entweder mit meinem Auto umweltschädlich nach Köln oder Düsseldorf fahren und dort von Geschäft zu Geschäft rennen, oder ich suche mir aus der großen Auswahl im Netz gezielt meinen Bedarf nach Gefallen aus. Das geht auch ohne Chipstüte. Mein Vorschlag an die Stadtplaner: Nicht Omnibus-Haltestellen sondern Einkaufsstraßen brauchen Aufenthaltsqualität. Die zugige Alleestraße ist zweite Wahl.

Martina Litzner am :

Sehr geehrter Herr Zenk, während und nach den Lockerungen der letzten Lockdowns und dann wieder Lockdown habe ich persönlich alles, was ich dringend benötigte in Remscheider Geschäften käuflich erwerben können, es fehlt mir an nichts auch ohne Online Käufe, ich habe zu essen, zu trinken, alles was den täglichen Bedarf ausmacht, ich habe mich auf die veränderte Situation während der Pandemie im Rahmen von Resilienz eingestellt. Und jetzt bei den niedrigen Inzidenzzahlen möchte ich soviel lokale Geschäfte und lokale Gastronomie, wie es nur irgend geht und es mit meinem Bugdet vereinbar ist, unterstützen.

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