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Nettekoven: Selbstbestimmter Abschied vom Amt

Auf dem digitalen 73. Kreisparteitag der CDU Remscheid, der erstmals lediglich online stattfindet, sprach Jens Peter ´Nettekoven ein letztes Mai als Kreisvorsitzender zu den Parteimitgliedern, die per PC zugeschaltet waren. „Nach elf Jahren und 20 Tagen an der Spitze unserer Partei werde ich den Staffelstab an meinen Nachfolger, meine Nachfolgerin übergeben“, sagte der Landtagsabgeordnete in seiner Rede im Vorfeld der Vorstandswahlen. „Vor 11 Jahren war ich 31 Jahre jung, kam gerade von meinem Studium der Betriebswirtschaft aus München zurück und nahm an der Aufstellungsversammlung für die Landtagswahl teil. Eine Veranstaltung die ich so schnell nicht vergessen werde. Eine übervolle RTV-Gaststätte und aufgeheizte Stimmung. Roswitha Müller-Piepenkötter und Elke Rühl hatten sich für das Mandat beworben. Ich habe mich damals zu Wort gemeldet und mich an der Diskussion – welche teilweise sehr abstrus war – beteiligt. Roswitha Müller-Piepenkötter wurde an diesem Abend gewählt.

Ich habe damals meiner Frau gesagt, ich könne mich vorstellen, als Stadtbezirksvorsitzender von Lüttringhausen zu kandidieren. Als ich meine mögliche Kandidatur in meinem Stadtbezirksverband bekanntgab wurde folgender Satz gesagt: „Die Jungen sollen erst mal Plakate aufhängen – später können sie immer noch für Posten kandieren!“ Ich weiß noch als wäre es gestern gewesen. Es war genau in der Zeit als Elke Rühl bekannt gab nicht mehr für den Kreisvorsitz zu kandieren. Ich saß mit meiner Frau im Wohnzimmer und habe ihr gesagt: „Wenn ich nicht Stadtbezirksvorsitzender werden soll, dann kandidiere ich halt als Kreisvorsitzender!“ Das aus diesem Satz Realität werden würde, habe ich zu diesem Zeitpunkt nicht gedacht!“

Der Waterbölles dokumentiert Nettekovens Abschiedsrede nachfolgend:

„Am 9. Februar 2010 wurde ich mit 31 Jahren zum Kreisvorsitzenden unser Partei gewählt. Zu meinen Stellvertretern wurden damals Julian Kleuser, Markus Kötter, Henner Blecher und Alexa Bell gewählt. Alexa hat mich während meines Auslandseinsatzes 2011 in Afghanistan 4 ½ Monate vertreten und war unsere Spitzenkandidatin und Oberbürgermeisterkandidatin bei der letzten Wahl. Alexa hat sich entschieden, nicht wieder für den Kreisvorstand zu kandidieren und wird heute nach elf Jahren ihr Amt an ihre Nachfolgerin übergeben. Liebe Alexa, ich danke Dir recht herzlich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit im Kreisvorstand, in Deiner Frauenunion und Deiner West-CDU. Ich wünsche Dir für die Zukunft vor allem Gesundheit! Vielen lieben Dank!

Mein Stellvertreter von 2010 ist heute unser Fraktionsvorsitzender. Markus Kötter darf das schöne Amt der Fraktionsvorsitzenden seit Ende des vergangenen Jahres ausüben. Die letzten sechs Jahre waren Partei- und Fraktionsvorsitz in einer Hand. Ich glaube, dass dies keine falsche Entscheidung war. Aber beiden Ämtern so gerecht zu werden, wie man es sich wünscht und vorstellt, war ein Drahtseilakt. Deshalb ist es auch richtig, dass die beide Ämter wieder von zwei unterschiedlichen Personen ausgeübt werden. Wichtig ist, das Partei- und Fraktionsvorsitzender harmonieren und den „Zweierkajak CDU“ mit gleichem Takt in die gleiche Richtung steuern! Wenn wir gemeinsam das Ziel nicht aus den Augen verlieren, werden wir es auch erreichen! Politik ist ein Mannschaftssport.

Wir haben im September eine Bundestagswahl, nächstes Jahr eine Landtagswahl und dann kommt wieder eine Europawahl und Kommunal- und Oberbürgermeisterwahl.

In den letzten Jahren haben wir fast alles erreicht – das einzige was wir leider nicht erreicht haben, war die Wahl um das Amt des Oberbürgermeisters zu gewinnen. Wir haben einen direkt gewählten Bundestagsabgeordneten, einen direkt gewählten Landtagsabgeordneten und ich wünsche mir, dass das auch so bleibt!

 

Die letzte Kommunalwahl ist völlig anders verlaufen, als ich sie mir vorgestellt habe! Wir sind leider nicht mehr stärkste Fraktion und haben viele Direktmandate für den Stadtrat verloren. Eine Wahlniederlage, die sehr weh getan hat! Wir sind jetzt in der Opposition und müssen den Bürgerinnen und Bürgern in den kommenden fünf Jahren beweisen, dass wir da nicht hingehören. Unsere Ratsfraktion ist zwar personell kleiner geworden, aber von den Charakteren, Themen und Ideen sind wir gut aufgestellt. Eine Ratsperiode ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Das Team mit Markus Kötter an der Spitze wird unsere Werte, Themen und Ideen konstruktiv in den Stadtrat einbringen. Der Oberbürgermeister hat es in der letzten Ratsperiode passend gesagt: „Es gibt keine rote, gelbe, grüne oder schwarze Idee – es gibt nur gute oder schlechte Ideen für die Stadt und seine Bürgerinnen und Bürger!“ Wir werden unsere schwarzen und guten Ideen mit einbringen!

Heute übergibt unserer Schatzmeister Ralf Hesse nach elf gemeinsamen Jahren die Kasse an seinen Nachfolger. Wir sind in den letzten Jahren mit den monetären Mitteln der Partei sehr sparsam umgegangen, so dass wir eine gut gefüllte Kasse übergeben. Lieber Ralf, ich danke Dir recht herzlich für die vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit und wünsche Dir für die Zukunft vor allem Gesundheit!

Der kleinste aber schönste CDU-Kreisverband in NRW ist nicht nur finanziell, sondern auch materiell und personell gut aufgestellt. Mit Eike David Leicht haben wir einen Kreisgeschäftsführer, der für unsere Partei lebt. Deine Telefonnummer ist in meinen Favoriten gespeichert und wird es auch bleiben – die täglichen Telefonate werden mir fehlen – aber wir sind Freunde geworden und werden es auch bleiben. Wir können froh sein, dich als unseren Kreisgeschäftsführer zu haben!

Meiner Partei, meinem Nachfolger, meiner Nachfolgerin, dem neuen Kreisvorstand wünsche ich viel Fortüne und Erfolg in den kommenden zwei Jahren. Die nächsten Wahlen warten und müssen erfolgreich bewältigt werden!

Neue Gesichter, neue Ideen tun nicht nur einer Partei gut! Geht neue/andere Wege, damit Ihr auch Eure Spuren hinterlasst. Wichtig ist, dass Ihr Euren Weg gemeinsam geht. Ihr könnt Euch streiten, ihr könnt unterschiedlicher Meinung sein – das macht eine Volkspartei auch aus! Aber Vorsicht - Reibung kann auch ab und zu Feuer erzeugen. Ihr werdet, wie wir in den vergangenen Jahren, nicht immer alles richtig machen. Aber ihr seid die kommenden zwei Jahre das zweihöchste Gremium unserer Partei und führt die CDU im Sinne unserer Gründer weiter. Vielleicht moderner, aber mit den Werte unserer Gründungsväter und Mütter.

Geht Euren Weg! Ich bin davon überzeugt, dass ihr unsere Partei in die Zukunft führen könnt! Eine Bitte an die Mitglieder – geben sie auch den „jungen“ Kandidaten eine Chance! Ich weiß wovon ich spreche! Mir haben sie vor elf Jahren auch die Chance gegeben, unsere Partei zu führen. Plakate können wir nämlich auch zusammen aufhängen – das macht mir heute noch viel Spaß!

In den vergangenen elf Jahren habe ich für unsere Christlich Demokratische Union Remscheids als ihr Kreisvorsitzender Verantwortung übernommen. Ein viertel meines Lebens an der Spitze dieser Partei hat mir viel Freude gemacht. Ich möchte mich bei denen entschuldigen, denen ich in meiner Amtszeit das ein oder andere Mal auf die Füße getreten bin. Ich möchte mich bei den Kreisgeschäftsführern Mathias Monschau, Wolfgang Müller, Dirk Wüstenhagen und Eike David Leicht für die vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken. Ich möchte mich bei allen Kreisvorstandsmitgliedern der letzten 11 Jahre für die vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken. Ich möchte mich bei den beiden Fraktionsvorsitzenden Jochen Siegfried und Markus Kötter für die vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken.

Ich möchte mich bei Rainer Pohlmann, Haide Hardt-Aldon und unserem Fraktionsgeschäftsführer Ansgar Lange für die tolle und vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken! Partei und Fraktion arbeiten eng zusammen! Da passt kein Blatt Papier dazwischen! Ich bedanke mich recht herzlich bei unserem Bürgermeister und Tagungspräsidenten Kai Kaltwasser für die tolle und vertrauensvolle Zusammenarbeit! Ich bedanke mich bei allen Mandatsträgern die unsere Politik in Bezirksvertretung und Rat vertreten. Ich bedanke mich bei unseren Stadtbezirks- und Vereinigungsvorsitzenden die unsere Partei zur Volkspartei machen. Ich danke unserem Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt für die tolle und vertrauensvolle Zusammenarbeit. (…) Zu Guter Letzt möchte ich mich bei meiner Frau, meiner Tochter und meinen Schwiegereltern bedanken! Ich war oft nicht da, wenn ich hätte Dasein sollen. Ein starken Mann kann nur so stark sein, wenn er eine starke Frau hat! Das habe und hatte ich immer. Mein engster und vertrautester Politikberater war meine Frau Barbara. Wir haben gemeinsam Wahlsiege gefeiert, aber Du hast mich auch getröstet wenn wir nicht erfolgreich waren. Vielen lieben DANK für alles!

Ich habe mir immer gewünscht und vorgenommen, meine parteipolitischen Ämter mit Würde zu tragen und sie eines Tages in Würde zu verlassen. Jetzt, selbstbestimmt Abschied von diesem Amt zu nehmen, fällt mir nicht leicht! Unsere Partei hat den Anspruch, nicht in die Vergangenheit zu blicken, sondern sich in Richtung Zukunft zu orientieren, mit neuen Köpfen und mit neuen Antworten, aber mit bleibenden Werten!

Ich bedanke mich bei Ihnen und sage Auf Wiedersehen!

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