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Neue Studie: Es soll Spaß machen, sich im Grünen aufzuhalten

Die Stadtentwicklungs- und Bauleitplanung der Stadt Remscheid sollte Natur- und Umweltschutzaspekte berücksichtigen - und kann das künftig ein wenig besser. Das macht der stadtökologische Fachbeitrag Remscheid möglich, den Landschaftsarchitekt Oliver König für die Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten des Landes Nordrhein-Westfalen (LÖBF) erarbeitet hat und der kürzlich im städtischen Landschaftsbeirat und Umweltausschuss vorgestellt wurde.

Seit nunmehr sechs Jahren – damals wurde das nordrhein-westfälische Landschaftsgesetz novelliert – können Kommunen bei der Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten (LÖBF) in Recklinghausen die Erarbeitung eines so genannten „Stadtökologischen Fachbeitrags“ (StöB) beantragt. Das hat die Stadt Remscheid vor vier Jahren getan. Und inzwischen ist er fertig, erarbeitet von Landschaftsarchitekt Oliver König vom Dezernat „Stadtökologie“ der LÖBF. Die darin festgehaltenen Erkenntnisse sollen Arbeits-, Entscheidungs- und Planungshilfe „für eine ökologisch orientierte und somit auch nachhaltige Stadtentwicklung“ sein mit dem Ziel, durch eine flächendeckende „grüne Infrastruktur“ „die Lebensqualität des Menschen in der Stadt zu erhöhen“. Nach Angaben der Stadt Remscheid kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass der überwiegende Siedlungsraum Remscheids gut bis zufrieden stellend mit erholungswirksamen Freiräumen versorgt ist.  Allerdings sieht die Studie auch Defizite: Im Stadtzentrum, nordwestlich und südöstlich des Hauptbahnhofs, in Ueberfeld und in Lüttringhausen-Birke. Verbesserungsvorschlag von Landschaftsarchitekt Oliver König: Es sollten unbedingt Erholungsräume in ebener Lage weiter entwickelt bzw. neu angelegt werden.

Oliver König  hat in seinem Bericht rund 6.500 Einzelflächen, 50 Biotope und 23 Erholungsräumen im Wohnumfeld (freie Landschaft, Parks/Grünanlagen und Friedhöfe) erfasst. Zitat: „Wesentlicher Bestandteil ist die Vernetzung der vorhandenen, erholungswirksamen Freiräume untereinander zu einem zusammenhängenden Freiraumsystem mit Anschluss an die freie Landschaft.“ (Stichworte sind hier „naturbezogene Erholung“ und „Naturerleben in erlebnisreichen Freiräumen im unmittelbaren Wohnumfeld“.)

Dabei hat der Landschaftsarchitekt Konflikte erkannt, die sich aus geplanten Siedlungserweiterungen ergeben. So drohe in  Lüttringhausen westlich der A1 droht eine Unterversorgung mit „erholungswirksamen Freiräumen“, bezogen auf Neubaugebiete an der Lüttringhauser Straße. Und auch auf dem Hohenhagen  habe die Bebauung des ehemaligen Flugplatzes) die erholungswirksamen Freiräumen der angrenzenden Siedlungsbereiche eingeschränkt. Dort schlägt der Planer deshalb eine „gezielte Durchgrünung“ vor, was auch dem Biotop- und Artenschutz zugute komme.

Die Naturentfremdung von Städtern nehme stetig zu, stellt Oliver König fest. Da aber in der Regel nur das geschützt werde, was man auch kenne, gelte es, den Naturschutzgedanken in der breiten Bevölkerung zu stärken, indem in deren unmittelbarem Wohnungsumfeld mehr Lebensraum für Tiere und Pflanzen geschaffen werde. Vorschlag: Anbringen von Nistkästen (Vögel, Fledermäuse, Insekten).

Im Stadtgebiet Remscheid hat der Landschaftsarchitekt 48 so genannte Stadtbiotope mit einer Gesamtfläche von etwa 200 Hektar gezählt (meist gärtnerisch gestaltete Flächen und Wälder). Nachfolgend diejenigen Empfehlungen, die er für den Großteil dieser Stadtbiotope ausgesprochen hat:

  • Aufenthaltsqualitäten verbessern, Sitzgelegenheiten schaffen (z. B. an Aussichtspunkten)
  • Abpflanzung der Rückhaltebecken bzw. wenn möglich Rückbau
  • Beseitigung von Bauschutt, Gartenabfällen und Müll
  • Erhaltung und Entwicklung der erlebniswirksamen Strukturen
  • ökologische Verbesserung der Fließgewässer - die hydraulische Belastung ist auf ein gewässerverträgliches Maß zu reduzieren
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Umwandlung von Nadelwald in bodenständigen Laubwald (bei Hiebreife)
  • extensive Grünlandbewirtschaftung
  • Neuanlage von Rundwegen
  • Krautsäume vor Gehölzen
  • Offenhaltung von Grünlandbrachen
  • Hinweisschilder (Hundekot entsorgen!)
  • Beseitigung des gesundheitsgefährdenden Kaukasischen Bärenklau
  • bevorzugte Anpflanzung heimischer Gehölze (mittelfristiger Ersatz der Koniferen).

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Chronist am :

Im Remscheider Stadtgebiet werden zwischen Juni und Oktober im Rahmen der landesweiten Fortschreibung des Biotopkatasters (Verzeichnis der Lebensräume) aktuelle Daten erhoben. Damit werden teilweise mehr als 15 Jahre alten Daten aktualisiert. Die Federführung liegt beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein Westfalen (LANUV). In seinem Auftrag werden Mitarbeiter eines Fachbüros außerhalb der bereits erfassten FFH-Gebiete - das sind spezielle Gebiete, die dem Schutz von Pflanzen, Tieren und deren Lebensräumen dienen - Erfassungen vornehmen. Sie dürfen hierzu Grundstücke betreten, die im städtischen Außenbereich liegen, und können sich entsprechend ausweisen. Auskünfte erteilt Oliver König, Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein Westfalen, unter der Rufnummer (0 23 61) 305-32 85.

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