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Weitere Baumfällungen sind unumgänglich

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Maßnahmen an einem Teil der mehr als 20.000 städtischen Bäume, für deren Pflege und Entwicklung die Technischen Betriebe Remscheid verantwortlich sind, sind leider auch nach dem 1. März unumgänglich. Die Naturschutzgesetze regeln auf Bundes- und Landesebene einen eher restriktiv definierten Zeitraum für den Gehölz- und Heckenschnitt, insbesondere auch für das Entfernen von Gehölzen. Dieses ist bekanntermaßen grundsätzlich nur zwischen dem 1. Oktober und bis Ende Februar zulässig. Die Entfernung von Hecken und Bäumen ist vom 1. März bis zum 1. Oktober grundsätzlich verboten.

Aber es gibt hiervon auch Ausnahmen: Sollten Bäume aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes, unter anderem erkennbar an abgestorbenen Ästen in ihren Kronen, eine gravierende und nicht mehr zu vertretende Verkehrsgefährdung für ihre Umgebung darstellen, kann es auch unter Umständen nach dem 1. März notwendig werden, an diesen Bäumen das Totholz oder auch diese Bäume gänzlich zu entfernen. Wichtig ist hierbei, dass vor einer Entfernung eine sorgfältige Abwägung erfolgt und geprüft wird, ob die von dem betreffenden Baum ausgehende Gefahr nicht auf anderem Wege beseitigt werden kann, beispielsweise durch Schnittmaßnahmen in der Baumkrone oder durch Absperren des Gefahrenbereiches. Erst wenn dies nicht möglich ist, bleibt als letztes Mittel die Entfernung.

Hierbei ist ebenfalls parallel immer artenschutzrechtlich zu prüfen, ob bereits Nistplätze vorhanden sind, zum Beispiel von Singvögeln oder Höhlenbrütern. Sofern vorhanden, muss auch in diesem Fall durch andere geeignete Maßnahmen die Gefahr eingedämmt werden, um dem Artenschutz Rechnung zu tragen. Die hier beschriebenen Prüfungen und Abläufe werden immer dann, wenn eine Entfernung aus Gründen der Gefahrenabwehr dringend geboten ist, vorab beziehungsweise gleichzeitig durchgeführt. Die Technischen Betriebe Remscheid stimmen sich hierbei mit der Naturschutzbehörde der Stadt in den Fragen des Artenschutzes laufend ab, um die ausreichende Berücksichtigung der Belange des Natur- und Artenschutzes sicher zu stellen.

Markus Wolff, verantwortlicher Geschäftsbereichsleiter bei den TBR erklärt dazu: "Im Zuge der Trockenheit und des fortschreitenden Klimawandels zeigt auch unser Stadtbaumbestand in Remscheid leider starke Vitalitätsverluste. Das heißt der allgemeine Gesundheitszustand vieler unserer Stadtbäume hat sich verstärkt auch aufgrund der vielfach problematischen Baumstandorte erheblich verschlechtert. So reichte das vergangene Winterhalbjahr einfach nicht aus, um selbst dringlichste und unabwendbare Maßnahmen noch durchführen zu können. Wir schieben aufgrund der begrenzten Kapazitäten unserer Baumpflegefachbetriebe leider immer noch Maßnahmen vor uns her, weil die Situation in allen Städten in NRW sehr ähnlich ist und wir uns die wenigen Fachfirmen somit gegenseitig blockieren."

Wolf hat volles Verständnis für den Unmut betroffener Anwohnerinnen und Anwohner, die vielfach Unverständnis für die Maßnahmen der TBR gezeigt und zum Teil erbost reagiert haben. Er versichert jedoch, dass jede einzelne Maßnahme von den Baumfachleuten der TBR sorgsam abgewogen werde, ob sie tatsächlich unabwendbar ist und jetzt noch unbedingt durchgeführt werden muss. Es sei ein permanenter Spagat zwischen dem Anspruch des Erhalts eines angemessenen und schönen städtischen Baumbestands, dem Natur- und Artenschutz sowie der Verkehrssicherheit öffentlicher Straßen, Wege und Plätze – und das in Zeiten des permanent fortschreitenden Klimawandels. Genau aus diesem Grund habe man sich im vergangenen Jahr auf den Weg gemacht, für Remscheid ein umfassendes Stadtbaumkonzept mit wissenschaftlicher Begleitung der Göttinger Fachhochschule zu erarbeiten. Daher sieht Wolff auch wieder Licht am Ende des Tunnels, da er sich von diesem Konzept vielfältige Leitlinien und Ideen für den Remscheider Stadtbaumbestand der Zukunft erhofft.

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