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Ein Jahr Schule und Corona in Remscheid

Pressemitteilung der Stadtschulpflegschaft Remscheid

Am Freitag, 13. März 2020 ,wurde der erste Lockdown in NRW ausgerufen. Bereits in der darauffolgenden Woche mussten die Schülerinnen und Schüler (SuS) zu Hause bleiben. Bisher gingen die Kinder zur Schule, jetzt ging es vom Präsenz- in den Distanzunterricht. Aber auch in Remscheid war kaum eine Schule darauf vorbereitet. Wie erreichen die Schulen nun ihre SuS? Jetzt konnte man den Kindern keine Elternbriefe mehr in Papierform in den Tornister legen. E-Mails? Wie denn, wenn nicht mal jede Lehrkraft eine Schul-E-Mail-Adresse hat. Vielleicht musste man doch die Schul-Homepage aufhübschen und den letzten Eintrag vom Herbststurm entfernen. Wenn es denn eine Homepage gibt und die sich nicht immer noch im Aufbau nach der letzten Reform der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) befindet. Digitalisierung – größtenteils Fehlanzeige! Da konnten auch die Whiteboards und Beamer in den Klassenräumen nicht weiterhelfen.

Vieles lief in der Anfangszeit über die Elternvertreter und ihre privaten Whatsapp-Gruppen. Wie wichtig doch funktionierende Eltern-Netzwerke sein können, hat sich jetzt gezeigt. Aber auch die Lehrer/innen telefonierten jetzt viel mehr mit Eltern und SuS, stellten sich der Herausforderung, bildeten sich zum Teil fort und übernahmen die Aufgaben von IT-Profis, wo sie doch eigentlich „nur“ unseren Kindern Lesen, Schreiben, Rechnen beibringen sollten. Die ersten Lernplattformen und Apps nahmen Einzug in die Schulen, und es wurde Medienunterricht angeboten.

Die Remscheider Politik erkannte, dass digitale Endgeräte fehlten und beschloss, den Bedarf zu ermitteln und die Familien mit den Geräten auszustatten. Wie wenig auch der Schulträger digitalisiert ist, zeigte sich in der analogen Abfrage zur digitalen Ausstattung der Familien. Ein IT-erfahrener Vater einer Grundschule bot seine Hilfe an und stellte die Umfrage „mal eben“ online. Rund 5000 Geräte fehlten. Das sind Geräte für 31 Prozent der Remscheider SuS. Immerhin hat das Land NRW erkannt, dass 100 Prozent der Lehrer und Lehrerinnen (LuL) Notebooks oder Tablets benötigten und hat später auch noch kostenlose Masken drauf gepackt. Leider fehlen von den rund 5000 Geräten immer noch ca. 2000 Stück, und die SuS müssen ihre Masken selbst kaufen. Da tröstet es wenig, dass auch die LuL noch auf ihre Geräte warten müssen. Die besten Geräte bringen allerdings nichts, wenn sie wochenlang in den Schulen liegen und auf technischen Support warten.

Jede Remscheider Schule hatte mindestens eine Klasse in Quarantäne. In den Briefen des Gesundheitsamts wurden Kinder zu Indexe und Klassen zu Clustern. Für die ohnehin verunsicherten Familien war das nicht gerade Balsam für die Seele. Und obwohl die Schulen in Remscheid keine Corona-Hotspots sind, erfahren wir in der täglichen Pressemitteilung nicht mehr nur, welche Schulen einen Corona-Fall haben, sondern mittlerweile auch, welche Klassen, Gruppen und Kurse betroffen sind.

Um eine Entzerrung auf dem Schulweg zu schaffen, hat durch die Initiative der Eltern der Schulträger das Landes-Förderprogramm in Anspruch genommen und zusätzliche Schulbusse zur Verfügung gestellt.

In vielen Familien herrscht seit einem Jahr der Ausnahmezustand. Neben dem Beruf gilt es ebenso das Homeschooling unter einen Hut zu bekommen. Auch die Betreuung in der OGS findet nicht mehr in vollem Umfang statt. Das geht an die Substanz. Durch fehlenden Präsenzunterricht gab es für die SuS nicht ausreichend Zeit, sich auf die Abschlussprüfungen vorzubereiten. Die Ausfallzeiten durch Quarantäne und die teils fehlende Digitalisierung haben es nicht leichter gemacht.

Nach den bisherigen kurzfristigen Entscheidungen des Schulministeriums hatten diesmal die Schulen genug Vorlauf, sich auf den beginnenden Wechselunterricht vorzubereiten. Aber es gibt noch viele Fragen zu den Testungen der SuS und den Impfungen der LuL der weiterführenden Schulen. Die SuS sollten sich nicht zu viel Hoffnung machen: Ein Streamen aus der Klasse in die Kinderzimmer wird nicht möglich sein, da keine Remscheider Schule an das Breitbandnetz angeschlossen ist. Wir sind gespannt, was die Zukunft bringt.

Remscheid braucht

  • Präsenzunterricht bei bestmöglichem Infektionsschutz,
  • kostenlose Masken und eine Teststrategie auch für SuS
  • einen neuen Medienentwicklungsplan und Überarbeitung der Medienkonzepte in den Schulen unter Mitwirkung von Eltern, SuS, LuL
  • Fortbildung der LuL im Umgang mit den digitalen Medien
  • die schnellstmögliche Internetanbindung JETZT und flächendeckendes W-Lan in den Schulen
  • einheitliche Lernplattformen für alle Schulen
  • eine IT-Hotline an jeder Schule
  • digitale Schulbüchern
  • die Erstattung der OGS-Beiträge bei nicht regelhafter Betreuung
  • die Änderungen aller zentralen in dezentrale Abschlussprüfungen

Der Vorstand der Stadtschulpflegschaft Remscheid: Karsten Neldner (Sophie-Scholl-Gesamtschule), Claudia Güttner (Albert-Einstein-Schule), Uta Wiesemann (Heinrich-Neumann-Schule), Stefan Decker (GGS Freiherr-vom-Stein), Janine Giordani (Alexander-von-Humboldt-Schule), Tiberius Jeck (GGS Hackenberg), Claudia Kray (GGS Kremenholl), Melanie Möller (Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium), Johnny Pagano (GGS Am Stadtpark), Patrick Schönepauck (Nelson-Mandela-Schule) und Michael Werth (GGS Siepen).

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