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Verkehr und Außengastronomie schließen sich aus

Der Autoverkehr soll auf die Alleestraße nicht zurückkehren; sie soll Fußgängern und Radfahrern (diesen zunächst testweise) vorbehalten bleiben. Das empfiehlt das Hamburger „Büro für Stadt- und Verkehrsplanung“ (GmbH) Rat und Verwaltung der Stadt Remscheid. Firmenchef Dr.-Ing. Michael M. Baier war von der Verwaltung mit einer „verkehrsplanerischen Einschätzung zu einer Öffnung der Alleestraße für den Verkehr“ beauftragt worden – Teil der Rahmenplanung für das vom Rat der Stadt beschlossene „Sanierungsgebiet Alleestraße“.  Rund 180 Seiten umfasst die Beschlussvorlage zu einer Öffentlichkeitsbeteiligung an der Rahmenplanung, mit der sich in den nächsten Wochen verschiedene Fachausschüsse des Rates befassen werden. Die Studie des Hamburger Verkehrsplaners gehört dazu. Nachfolgend zitiert der Waterbölles daraus:

„Auf Grund des hohen Ladenleerstands in der Alleestraße, insbesondere im östlichen Abschnitt zwischen Wilhelm-Schuy-Straße bzw. Mandtstraße und Markt (auch als „untere Alleestraße“ bezeichnet) , wird derzeit zum wiederholten Mal diskutiert, die Alleestraße in diesem Abschnitt für den fließenden und ruhenden Kfz-Verkehr zu öffnen. Damit verbunden ist die Hoffnung einer „Wiederbelebung“ der dortigen Ladenlokale durch neue Nutzungen. (…) Nach dem derzeit in Aufstellung befindlichen Rahmenplan „Innenstadt Remscheid“ ist … im Abschnitt zwischen Wilhelm-Schuy-Straße bzw. Mandtstraße und Engelspassage Wohnnutzungen vorgesehen, im Abschnitt zwischen Engelspassage und Markt soll der Schwerpunkt auf Freizeitnutzungen, vor allem Gastronomie liegen. Zwischen Scharffstraße und Engelspassage soll der öffentliche Raum aufgewertet werden, die Platzbereiche an den Einmündungen der Wiedenhof-straße, der Mandtstraße und der Engelspassage sollen zudem als „aktive Räume“ neugestaltet werden. (…)

Das Parkraumangebot innerhalb des „Innenstadtumrings“ ist mit insgesamt rund 3.140 öffentlich zugängliche Stellplätze bzw. Park-stände ausreichend. Mehr als drei Viertel davon (2.410 Stellplätze) befinden sich in/auf Parkierungsanlagen, immerhin fast ein Viertel (730 Parkstände) im öffentlichen Straßenraum. Die Auslastung der Parkstände im öffentlichen Straßenraum liegt zwischen 40 % und 80 %. Insbesondere die nahe zur Alleestraße gelegenen, mit Park-schein bewirtschafteten Parkstände sind nur etwa zur Hälfte ausgelastet, während die weiter entfernt liegenden, mit Parkscheibe bewirtschafteten Parkstände dagegen zu rund 60 % bis 80 % ausgelastet sind. (…) Auf der unteren Alleestraße wären im Bereich zwischen Markt und Mandtstraße in Bezug auf das bereits vorhandene Parkraumangebot nur wenige zusätzliche Parkstände realisierbar. (...)

Durch die Ausweisung zusätzlicher Parkstände würden (Anm.: auf der unteren Alleestraße. Waterbölles) Flächen in Anspruch genommen, die nach dem Rahmenplan für Außengastronomie genutzt werden sollen. Zudem ist im direkten Umfeld ein aus-reichendes, nicht ausgelastetes Parkraumangebot vorhanden. Im Ergebnis ist damit festzuhalten, dass eine Öffnung der unteren Alleestraße für den allgemeinen Kfz-Verkehr dem Konzept des Rahmenplans wiederspricht, die Alleestraße insgesamt städtebaulich aufzuwerten und ihren Straßenraum in wesentlichen Teilen neu zu gestalten. Es würden nur – vermeidbare – Durchgangsverkehre und (bei Ausweisung von Parkständen in der unteren Alleestraße) zusätzliche Parksuchverkehre entstehen. (…)

Für den Radverkehr sollte die Alleestraße geöffnet werden, um für den Ziel- und Quellverkehr ein Angebot zu schaffen. Die Hauptverbindung für den Radverkehr in Ost-West-Richtung sollte jedoch parallel zur Alleestraße über die Konrad-Adenauer-Straße ausgewiesen werden. Die Öffnung der Alleestraße für den Radverkehr sollte zunächst testweise im Rahmen eines Verkehrsversuchs nach § 45 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 StVO erfolgen. Ein solcher Verkehrsversuch sollte durch eine geeignete Öffentlichkeitsarbeit und eine Evaluation begleitet werden.“

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Kommentare

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Lothar Kaiser am :

Lediglich vom Grundsatz her hält der Hamburger Verkehrsplaner Autoverkehr auf der unteren Alleestraße zwischen Wilhelm -Schuy-Straße bzw. Mandtstraße und Markt für möglich. Aber am Markt wären seiner Auffassung nach „erhebliche Konflikte der links in die Elberfelder Straße abbiegenden Kfz mit den zwischen ZOB und Haltestelle „Markt“ verkehrenden Bussen in beiden Richtungen zu erwarten. In Folge dessen wären Störungen des Linienbusverkehrs – nachmittags verkehren dort stündlich bis zu 31 Busse je Richtung – nicht auszuschließen“. Folglich wäre nur eine Einbahnstraßenregelung vom Markt bis zur Mandtstraße bzw. zur Wilhelm-Schuy-Straße denkbar“. Dies würde ein „Umkehrung“ der derzeitigen Einbahnstraßenregelung für den zulässigen Lieferverkehr bedeuten. Mein e Meinung: Hoffentlich ist das Thema "Autos in der Fußgängerzone" mit dieser Studie endgültig vom Tisch!

Heinz Wäscher am :

In diesem Straßenabschnitt beträgt doch - soweit ich weiß - die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Verkehr mit Fahrzeugen max. Schrittgeschwindigkeit.

Lothar Kaiser am :

Das mag durchaus sein, Herr Wäscher. Aber ich habe da mal eine Frage: Kann eine Verkehrsfläche doppelt beansprucht werden – von Tischen und Stühlen eines Eiscafé u n d einem fahrenden Pkw??

Heinz Wäscher am :

Hierzulande gilt ja auf öffentlichen Straßen - dazu gehören auch verkehrsberuhigte Bereiche (ugs. Spielstraßen) und freigegebene Fußgängerzonen in denen es jeweils keine eigenen Fahrbahnen für den Fahrzeugverkehr geben soll - das sog. Rechtsfahrgebot. Wer ein Fahrzeug führt (dazu gehören auch Rad Fahrende) soll sich beim Fahren also möglichst weit am rechten Straßenrand orientieren (StVO § 2(2) Es ist möglichst weit rechts zu fahren ...). Bei Straßen mit Mischverkehrsflächen ohne eigene Fahrbahnen bedeutet das, dass zu Fuß Gehende in der Straßenmitte solcher Straßen nicht mit Fahrzeugverkehr zu rechnen haben. Falls ein anderes Verhalten erwünscht wird soll der ggf. zugelassene Fahrzeugverkehr mittels Pollern o. ä. straßenbaulichen Gestaltungselementen geführt werden.

Jürgen Koball am :

Ich möchte es stark bezweifeln, ob die Planspiele die Alleestraße wirklich attraktiver machen. Erinnere ich mich zurück, so war sie mal eine schicke Einkaufsmeile. Bereicher, durch Kinos, Discotheken, Restaurants und Cafés. Sicherlich hatten die damaligen Besitzer der Immobilien auch eine andere Beziehung zu unserer Stadt.

Leon Sandero am :

Ich als Radfahrer würde nie durch den Bus-Tunnel unter dem Allee-Center fahren. Das ist ein etwas eigenartiger Vorschlag. Vielleicht sollte die Verkehrsexperten aus Hamburg ihre Vorschläge mal selbst ausprobieren. Der Lärm in dem Tunnel ist unerträglich. Der Vorschlag mit dem Rad über die Alleestraße zu fahren ist gut. Ich bin in letzten zwei Jahren zweimal da gefahren und nicht erwischt worden.

Chronist am :

Dass die Alleestraße autofrei bleiben soll, freut mich unendlich“, sagte in der heutigen Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid Beatrice Schlieper von den Grünen Und dass Radfahren (zunächst testweise) erlaubt werden soll, natürlich noch mehr!“

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