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Erlebnisgastronomie verlangt mutige Investitionen

„Im Vergleich zu Haupteinkaufsstraßen in anderen Großstädten gibt es auf der Alleestraße verhältnismäßig viele Wohnungen“, stellt die Stadtverwaltung in der Beschlussvorlage  zu einer Öffentlichkeitsbeteiligung an der Rahmenplanung für das angestrebte „Sanierungsgebiet Alleestraße“ fest. Mit diesem rund 180 Seiten umfassenden Papier werden sich in den nächsten Wochen verschiedene Fachausschüsse des Rates befassen (müssen). Insgesamt gibt es an der Alleestraße etwas mehr als 500 Wohnungen, in denen knapp 1.200 Menschen leben, darunter verhältnismäßig viele Jüngere und Ältere. Der hohe Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund sowie der Anteil von Personen mit Transferleistungsbezug lasse „eine bessere Durchmischung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen“ wünschenswert erscheinen, heißt es in der Vorlage. Auch müsse der Wohnungsbestand modernisiert und durch Neubau ergänzt werden, betont die Verwaltung und verweist auf ihren Wohnungsleerstandsbericht, ermittelt nach der von den Stadtwerken festgestellten Zahl ungenutzter Stromzähler. Demnach lag der Leerstand im Untersuchungsgebiet am 15.Januar 2020 3,5 Prozentpunkte über der gesamtstädtischen Quote von 6,7 Prozent. Mit anderen Worten: Etwa jede zehnte Wohnung an der Alleestraße stand/steht leer!

Als Verbindung von Ebertplatz und Alleestraße für Auswärtige kaum zu erkennen: Die so genannte Engelspassage. Foto: Stadt Remscheid.Das vom Rat der Stadt Remscheid beschlossene Untersuchungsgebiet für die Vorbereitenden Untersuchungen und den Rahmenplan umfasst die Alleestraße mit den Hausnummern 2 bis 98 sowie die unmittelbar angrenzende Bebauung zwischen dem Markt im Osten und der Hochstraße im Westen. Im Norden wird das Untersuchungsgebiet durch die Konrad-Adenauer-Straße begrenzt, im Süden von der Blumenstraße, der Erholungstraße und der Daniel-Schürmann-Straße.

Um über die Rahmenplanung zu diskutieren, kamen am 7. November 2020 rund 30 Interessierte in mehreren Online-Foren zusammen. Erörtert wurde, wie sich Freiräume, neue Nutzungen, neues Wohnen sowie die Erreichbarkeit an der Alleestraße zukünftig entwickeln sollen. „Eine neue Gliederung der öffentlichen Räume durch zusätzliche Platzaufweitungen an wichtigen Kreuzungspunkten der Alleestraße und den Rückbau der vorhandenen Pavillons wurde in den Diskussionen als wichtiger Beitrag zur räumlichen Entwicklung der Alleestraße betrachtet“, stellt die Verwaltung zu diesen Foren fest. Auch seien die Ende der 1990-er Jahre erbauten, inzwischen teilweise leerstehenden Pavillons „mit den Mobilitätszielen nicht vereinbar“. Zumal durch sie die Blickbeziehungen auf der Alleestraße eingeschränkt würden.

„Prägend für einen negativen Gesamteindruck der Bebauung an der Alleestraße sind besonders die Gebäude, die sowohl Substanzmängel als auch Leerstände aufweisen“, heißt es in der Vorlage weiter. In diesem Zusammenhang wird das Gebäude Alleestraße 21-25 (ehem. Sinn & Leffers) genannt. (…) Es falle allerdings auf, „dass in östlicher Richtung der Alleestraße die Qualität der Gebäudezustände abnimmt, das hängt vermutlich damit zusammen, dass in diesem Bereich die Leerstände in den Erdgeschosszonen zahlreicher sind und das durchschnittliche Gebäudealter in diesem Abschnitt höher ist als im westlichen Bereich.“

Die Entwicklung der Innenstadt in Remscheid ist in den letzten Jahren von verschiedenen städtebaulichen, immobilienwirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen gekennzeichnet. Gefährdet erscheint die Funktion als zentraler Einzelhandelsstandort angesichts zunehmenden Leerständen und Defizite in der Bausubstanz. Dagegen wurde 2015 ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept aufgestellt. Das "Konzept zur Revitalisierung der Innenstadt Remscheid" bildete damals die Grundlage für die Aufnahme in das Förderprogramm Stadtumbau West. „Trotz Maßnahmen zur Aufwertung öffentlicher Räume und zur Stärkung der lokalen Ökonomie weist die Innenstadt weiterhin zunehmende Funktionsverluste auf“, räumt heute die Verwaltung ein. Vor diesem Hintergrund beschloss der Rat der Stadt Remscheid am 4. Juli 2019 für einen Teil des Stadtumbaugebietes die Durchführung von Vorbereitenden Untersuchungen gemäß § 141 BauGB. Im Bereich der Alleestraße wird nun die Aufstellung einer Sanierungssatzung und der Einsatz der Instrumente des Besonderen Städtebaurechts geprüft. Dabei soll auf Erkenntnissen und Maßnahmen des Revitalisierungskonzeptes aufgebaut werden.

Bei den Querstraßen zur Alleestraße und der Engelspassage (Foto oben) als Durchgang zum Friedrich-Ebert-Platz sieht die Verwaltung deutlichen gestalterischen Handlungsbedarf. Dieser Durchgang sei kaum sichtbar. Überwiegend von leerstehenden Vitrinen gesäumt, mache er „einen dunklen und ungepflegten Eindruck“. Ein deutlicher Geländeanstieg und eine leichte Krümmung erschwere die Einsehbarkeit und damit das subjektive Sicherheitsgefühl.

Entscheidend für die Attraktivität zentraler Versorgungsbereiche wie der Alleestraße seien auch Gastronomie und Freizeitnutzungen, so die Verwaltung weiter. Entlang der gesamten Alleestraße gebe es zwar eine Reihe gastronomischer Angebote. „Jedoch handelt es sich dabei in der Mehrzahl um Imbisse oder Bäckereien bzw. Stehcafés. Diese einfachen Angebote sprechen vor allem Menschen an, die ohnehin in der Umgebung unterwegs sind, durch sie werden aber keine zusätzlichen Menschen zum Besuch der Alleestraße animiert. Dort fehle es an Erlebnisgastronomie und Freizeiteinrichtungen, die auch nach Ladenschluss besucht werden können, um die Innenstadt nach Schließung der Geschäfte lebendig zu halten. Hierfür bedürfe es  „neben den richtigen Ideen vor allem mutiger Investitionen seitens der Immobilieneigentümer und Betreiber.“

Hinterhof-Kulisse am Markt. Foto: Stadt RemscheidUnd welchen Eindruck hat die Verwaltung von der Alleestraße aus rückwärtiger Sicht gewonnen. Zitat: (…) Die öffentlichen, halböffentlichen und privaten Freiräume in den Höfen und Blockinnenbereichen an der Alleestraße weisen erhebliche Gestaltungsdefizite auf und bieten keine Erholungs- und Aufenthalts-qualitäten. In Teilen sind die Parzellen vollflächig überbaut – so z.B. zwischen Alleestraße und Wil-helm-Schuy-Straße. Der starke Versiegelungsgrad verstärkt die Bildung von Hitzeinseln und erhöht das Überschwemmungsrisiko bei Starkregenereignissen. Die Aufenthaltsqualitäten in den privaten Freiräumen sind gering. Zudem fehlt es an Freiraumangeboten im direkten Wohnumfeld. Die grundlegende Anforderungen an gesunde Wohnverhältnisse und ein zielgruppengerechtes Wohnumfeld werden daher nicht erfüllt. Der Anteil der grünen Freiräume im privaten wie im öffentlichen Raum sollte erhöht werden, um den Anforderungen an klimagerechte Stadträume und ein attraktives Wohnumfeld gerecht zu werden“.

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Kommentare

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Leon Sandero am :

Es tut mir leid, dass ich es so formulieren muss, aber das Thema Alleestraße ist ein Fass ohne Boden. Bei den aktuell knappen Mitteln an Personal und Geld würde ich das Thema komplett abhaken. Jede weitere Beauftragung von Externen, jedes weitere Treffen von städtischen Personal hierzu ist meiner Meinung nach Zeit- und Geldverschwendung. Remscheid sollte versuchen, die Stadt sauber zu halten. Nicht mal das gelingt gerade. Der Umbau des Friedrich Ebert Platz ist genauso sinnlos. Da werden Millionen ausgegeben, Bordsteine versetzt und am Ende steigt man genauso aus dem Bus wie vorher. Ich glaube nicht, dass dort ein schönes Café eröffnen wird. Im BarBeya sitzt man auch zwischen den Bussen. Das ist nicht gerade entspannend. Remscheid braucht eher schöne Gastronomie. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Angebot an schöner Gastronomie noch erweitert wird. Das gibt einfach unsere Nachfrage nicht her. Da sollte man ehrlich und realistisch sein.

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